1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Lengerich
  6. >
  7. Von kurios bis ärgerlich

  8. >

Mobilitätsplan für die Stadt

Von kurios bis ärgerlich

Lengerich

Die Basis für einen Masterplan Mobilität in der Stadt ist gelegt. Jetzt soll eine Arbeitsgruppe Details erarbeiten, die im Zeitraum 2030/2035 umgesetzt werden sollen.

Von Michael Baar

An der Kreuzung Bodelschwinghstraße/Tecklenburger Straße beginnt der am meisten von Fahrzeugen befahrene Straßenabschnitt in der Stadt. Von dort bis zur Einmündung Am Schnaat sind täglich durchschnittlich 12 400 Fahrzeuge unterwegs. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die ersten Daten für einen Masterplan Mobilität in Lengerich liegen vor. Dass das drei Jahre später als geplant geschieht, führt Holger Lange im Wesentlichen auf drei Faktoren zurück: nicht vorhersehbare personelle Engpässe in der Verwaltung, Priorisierung von Aufgaben im Fachdienst Straßenbau und die Corona-Pandemie. Und, so fügt der Fachdienstleiter Straßenbau im Planungs- und Umweltausschuss hinzu: „Einige Punkte sind teilweise schon vom Verkehrsgutachten des Kreises Steinfurt, das unter Beteiligung der Kommunen erarbeitet wurde, abgedeckt.“

Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs, ein Maßnahmenpaket zur Vernetzung von Verkehrsmitteln, Ausbaukonzepte für Park&Ride-Modelle, Car- und Bikesharing sowie der Radwegeausbau für übergeordnete Streckenverbindung. Gleichwohl, das macht der Vertreter des Planungsbüro pbh Osnabrück im Ausschuss deutlich, gibt es noch Einiges zu tun in der Stadt. Das mutet teils kurios an – wie der Radweg auf der Bahnhofstraße zwischen Ladberger Straße und Rahestraße, der in dieser Tempo 30-Zone nicht der Straßenverkehrsordnung entspricht –, dürfte teils auf Widerspruch stoßen – wie der als vernachlässigbar eingeschätzte Umweg durch den Wegfall der Fußgängerbrücke in Hohne – oder ist einfach nur ärgerlich wie direkt an Radwegen abgestellte Glascontainer mit der von ihnen ausgehenden Gefahr, durch Splitter die Reifen aufzuschlitzen, an der Lienener Straße.

Wer bisher nicht wusste, welcher Straßenabschnitt in Lengerich am stärksten von Fahrzeugen frequentiert wird, weiß seit der Ausschusssitzung Bescheid: Es ist der Abschnitt der Tecklenburger Straße zwischen Bodelschwinghstraße und Am Schnaat mit 12 400 Fahrzeugen täglich. Die Ladberger Straße zwischen Kreisverkehr Bodelschwinghstraße und Südring sowie die Schulstraße zwischen Berg- und Friedhofstraße folgen mit jeweils 12 100 Fahrzeugen täglich.

Eine Arbeitsgruppe, unter anderem mit je einem Mitglied der Ratsfraktionen, soll verkehrliche Schwerpunkte für den Prognosezeitraum 2030/2035 definieren. Das Gremium solle bewusst klein gehalten werden, um mehr Output zu erhalten und dann die Öffentlichkeit zu beteiligen, erläutert Holger Lange. Was Widerspruch bei Willi Hügging (Grüne) auslöst. „Bürgerbeteiligung fängt für mich unten an und nicht mit dem Ausarbeiten von Plänen, die dann präsentiert werden.“ Was Bürgermeister Wilhelm Möhrke mit Blick auf die Planungszellen Ende der 1990er-Jahre relativiert. „Wir brauchen jetzt erst mal eine Basis für eine Bürgerbeteiligung.“

Startseite