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Diskussion über Straßenschild

Wagenfeld: Tilgung ist beschlossen

Lengerich

Der Name Karl Wagenfelds wird aus dem Lengericher Straßenverzeichnis verschwinden. Das hat der Rat mehrheitlich am Dienstag beschlossen.

-jb-

Ein „merkwürdiges Verständnis von Bürgerbeteiligung“ attestierte SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Kuhn dem aus der CDU ausgetretenen Ratsmitglied Hagen-Dieter Vogel, nachdem dieser in der Ratssitzung bemerkt hatte, dass in der Diskussion um die Karl-Wagenfeld-Straße die Meinung der Bürger nicht ernst genommen worden sei. Mit der Entscheidung gegen die Bürger werde, so Vogel, der Politikverdrossenheit Vorschub geleistet. Eine Bürgerbeteiligung sei nicht mit einem Bürgerentscheid gleichzusetzen, gab Kuhn zu bedenken. Es müsse dem Rat vorbehalten bleiben, Entscheidungen zu treffen. Das sah auch Hartmut Grünagel (CDU) so und bemerkte, dass Tätern der NS-Zeit und geistigen Brandstiftern kein Forum geboten werden dürfe. Gerade angesichts des erstarkenden Rechtsextremismus gelte es „klare Kante“ zu zeigen. Wagenfeld sei nicht geeignet, um ihn mit einem Straßenschild zu ehren, befand auch Anne Engelhardt (Grüne), deren Fraktion darauf gedrungen hatte, den Namen des den Nationalsozialisten nahe stehenden Literaten aus dem Straßenverzeichnis der Stadt zu entfernen. Der Aufwand für die Anlieger sei zumutbar. Bei fünf Enthaltungen beschloss der Rat die Tilgung des NS-belasteten Straßennamens.

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