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Bewährungsstrafe für Internetbetrug

Ware verkauft, die es nicht gab

Lengerich/Tecklen...

Weil er zusammen mit seiner Lebensgefährtin bei Ebay Ware angeboten und verkauft haben soll, die es gar nicht gab, musste sich am Freitag ein Lengericher vor dem Amtsgericht Tecklenburg verantworten. Der 33-Jährige war geständig und erhielt eine Bewährungsstrafe.

gpg

Foto: dpa

Betrüger auf Verkaufsplattformen sind keine Seltenheit. 2019 wurden laut Bundeskriminalamt in Deutschland 294 665 Straftaten mit dem „Tatmittel Internet“ registriert. Die Masche eines 33-jährigen Mannes und seiner Lebensgefährtin darf allerdings als dreist angesehen werden. Ohne je die Absicht gehabt zu haben, die angebotene Ware zu liefern – ja überhaupt zu besitzen – boten sie über Ebay hochkarätige Smartphones und Spielekonsolen zum Verkauf an.

Zwölf Fälle schweren, teilweise gemeinschaftlichen Betrugs, begangen in einem Zeitraum von weniger als zwei Monaten im Jahr 2019, wurden am Freitag vor dem Amtsgericht Tecklenburg verhandelt. Der Lengericher legte gleich zu Beginn ein umfassendes Geständnis ab, obwohl er sich angeblich an einen Teil der Taten nicht erinnere: „Das hat alles meine Freundin gemacht.“ Er wolle den Schaden aber wiedergutmachen, erklärte der Mann in seinen wirren und schwer verständlichen Einlassungen und begründete sein Handeln mit den Worten „Ich brauchte Geld.“ Dabei sei es, so man seinen Worten Glauben schenkt, allein darum gegangen, Grundbedürfnisse zu befriedigen.

Chatverläufe, Kontoauszüge und Telefondaten wurden zur Beweissicherung für die gemeinsame Begehung der Taten vorgelegt. Wer dabei die treibende Kraft und Ideengeber gewesen sein könnte, konnte nicht geklärt werden. Der Angeklagte, der sich selbst als lernschwach beschrieb, präsentierte sich indes als „schlichtes Gemüt“.

Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwältin und verurteilte den Mann zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe. Zusätzlich muss der Beklagte 200 Sozialstunden ableisten.

Die Frau wird in einem gesonderten Verfahren angeklagt.

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