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Schwimmbad Lengerich: Besucherrückgang und anstehende Investitionen

Weit entfernt vom Normalbetrieb

Lengerich

Corona und bescheidenes Wetter, das sind die wesentlichen Gründe dafür, dass die Besucherzahlen in Lengerichs Schwimmbad zuletzt alles andere als berauschend waren. Parallel müssen die Verantwortlichen über erhebliche Investitionen entscheiden. Für die Politik spielt dabei auch das Thema Barrierefreiheit eine gewichtige Rolle.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Investitionsbedarf besteht beim Lengericher Hallenbad. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Hohe anstehende Investitionen, geringe Besucherzahlen – die Situation in Lengerichs Hallen- und Freibad stellt sich momentan nicht gerade rosig dar. Geschuldet ist das zum einen dem eher bescheidenen Sommerwetter und den Auswirkungen der Corona-Pandemie und zum anderen der Tatsache, dass das Hallenbad in die Jahre gekommen ist. Nach Ansicht der Lokalpolitik muss beim Thema Sanierungsmaßnahmen auch darüber nachgedacht werden, wie künftig in dem Haus Barrierefreiheit gewährleistet werden kann. Was das Budget, das für Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen wäre, weiter deutlich erhöhen würde.

Das wurde jüngst im Ausschuss Soziales, Generationen, Sport deutlich, wo Tilo Frömmel den Wirtschafts- und Erfolgsplan 2022 vorstellte. Der Betriebsleiter der Bäder und Wasser GmbH (BWG) sprach von einer Halbierung der Besucherzahlen innerhalb eines Jahres, verwies darauf, dass 2020 lediglich in den ersten beiden Monaten alles „normal gelaufen“ sei, danach jeweils fünf Monate folgten, in denen der Betrieb entweder nur eingeschränkt möglich oder aber alles komplett dicht gewesen sei. Da sei die Devise gewesen, „aus dem Elend das Beste zu machen“. So habe es Kosteneinsparungen durch Kurzarbeit und geringeren Energieaufwand gegeben. Positiver Effekt für die Stadt: Die sogenannte Verlustabdeckung, die von der Kommune zu tragen ist, liegt mit circa 370 000 Euro rund 300 000 Euro unter dem Planansatz.

Nachdem die Corona-Freibadsaison 2021 zunächst gut gestartet sei, habe der August aufgrund der bescheidenen äußeren Bedingungen „fast nicht mehr stattgefunden“, so Frömmel. Schlussendlich sei es der schlechteste Sommer gewesen, seitdem die BWG das Bad betreibe.

Unumgänglich ist nach den Worten des Betriebsleiters die Dämmung des Hallenbaddaches und die Modernisierung der Lüftungsanlage in den Umkleiden. Maßnahmen, die schon länger im Raum stehen und für die die Verwaltung die Mittel in den Etatentwurf 2022 einplanen werde, wie Jörg Hesselmann, Fachdienstleiter Schule, Sport und Kultur, im Ausschuss ankündigte (der Stadt gehört die Immobilie, die BWG ist Mieter).

Das letzte Wort, ob das Vorhaben realisiert wird, hat der Stadtrat. Und aus den Reihen der Lokalpolitik kamen bei diesem Thema die besagten Hinweise auf die Barrierefreiheit, die bislang im Hallenbad nicht gegeben ist. Anne Engelhardt von den Grünen wollte wissen, ob es für entsprechende Baumaßnahmen eine Förderung geben könnte – das werde geprüft, so Jörg Hesselmann –, Klaus Reiher von der CDU bezeichnete es als wichtig, Barrierefreiheit im Hallenbad herzustellen, Jens Kröger (FDP) sprach sogar von einem „Muss“. Angesichts solcher Aussagen, wies Fachdienstleiter Hesselmann darauf hin, dass mit der Realisierung eines solchen Vorhabens „die Kosten in die Höhe schießen“.

Angesprochen wurde im Ausschuss noch ein weiteres Problem, das vor allem einigen Eltern unter den Nägeln brennen dürfte: Wie bereits berichtet, gibt es auch in Lengerich einen großen Bedarf an Kursen für Nichtschwimmer, da derartige Angebote Pandemie-bedingt lange nicht gemacht werden konnten. Betriebsleiter Frömmel verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass es Anstrengungen aller Schulen gebe, die Kapazitäten im Hallenbad möglichst effektiv zu nutzen. Zudem seien der TV Lengerich und die DLRG „auf vielfältige Weise“ bemüht, den Stau abzubauen. Allein die BWG werde bis Ende des Jahres acht Kurse anbieten – in der Erwartung, dass es in den kommenden Monaten eine durchgehenden Badbetrieb geben wird.

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