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Nass und zu warm

Wetter-Bilanz: Viel Regen und kaum Sonne im Januar

Lienen/Lengerich

Regnerisch und zu warm: So lässt sich das Wetter in der ersten Januar-Hälfte für die Regionen Lienen und Lengerich kurz und knapp zusammenfassen. Geht das so weiter? 

Regnerisch und zu warm: So lässt sich das Wetter in der ersten Januar-Hälfte für die Regionen Lienen und Lengerich kurz und knapp zusammenfassen. Foto: Patrick Pleul/dpa und August Teismannt

Das neue Jahr hat nass, ungewöhnlich warm und düster begonnen. ISeit Neujahr hat es in Münster an jedem Tag mehr oder weniger geregnet. Zuletzt gab es etwas Schnee, doch dieser verschwan so schnell, wie er gekommen war. Seit dem 1. Januar ist nahezu an jedem Tag Niederschlag gefallen. Auf den Feldern und Äckern in Lienen steht teilweise das Wasser und große Pfützen haben sich gebildet.

Bis zum 17. Januar kamen schon über 74 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen, wie Anna Lehnen von der Gemeinde Lienen auf WN-Nachfrage mitteilte. Der Wert wurde an der Messstelle im Bereich der Kläranlage in Lienen ermittelt. Damit ist in der Gemeinde in den ersten Wochen des neuen Jahres bereits so viel Niederschlag gefallen, wie sonst im ganzen Januar. (Zum Vergleich: 45 l/m² im Januar 2022 und 78 l/m² im Januar 2021)

Wetter im Januar: Kein neuer Niederschlagsrekord 

Die Wetteraufzeichnungen ergaben, dass der 14. Januar 2023 mit rund 9,2 Litern pro Quadratmeter bisher der regenreichste Tag in Lienen gewesen ist. Rekordverdächtig sind die rund 74 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, die bisher gemessen wurden, aber nicht. Im Januar 2021 lag der Wert bei 67,5, also auf einem durchaus vergleichbarem Niveau. Im vergangenen Jahr waren es nach den ersten Wochen allerdings nur 28,1 l/m². 

„Der Dezemberregen war ergiebig, aber nicht übermäßig viel, eher durchschnittlich“, ordnet Thomas Meyer, Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land die Niederschlagsmengen ein. Es sei erkennbar, dass die Grundwasserstände ansteigen würden, aber damit sie sich erholen, „dürfen in den nächsten Monaten durchaus noch ergiebige, am besten gleichmäßige, Niederschläge folgen“.

Wie wirkt sich das regnerische Wetter auf die Pegel aus?

Die Grundwasserstände reagieren mit Verzögerung. Sie würden sich regelmäßig bis März/April erholen. Es sei in den vergangenen Jahren aber insgesamt ein leichter Rückgang erkennbar. Das sei „nicht dramatisch“, aber der WTL beobachte das sehr kritisch und habe unter anderem bei den Baumaßnahmen in Dörenthe, wo Grundwasser mit Kanalwasser angereichert wird, Maßnahmen ergriffen, um die Wasserförderung klimaresilient zu machen.

Den Regen jetzt „finden wir gut“. Da die Pflanzen das Wasser nicht brauchten, gehe dieses eher in den Grundwasserleiter, aber nur, wenn es nicht zu stark regne. „Dann fließt das Wasser weg. Am besten schön gleichmäßig 80 bis 100 Millimeter pro Monat.“ Nur Positives kann den Niederschlägen Michael Reiffenschneider abgewinnen. Der Chef des gleichnamigen Garten- und Landschaftsbauunternehmens aus Lengerich berichtet, dass der Boden nach wie vor zu trocken sei. Wer einmal etwas tiefer grabe, könne das schnell feststellen. „Das ist schon erschreckend“, beschreibt er die Folgen der trockenen und heißen Sommer der vergangenen Jahre.

Die Wasserpegel, wie hier am Weser-Werre-Kuss in Bad Oeynhausen, sind zuletzt deutlich angestiegen. Foto: Kerstin Panhorst

Darum benötigen Pflanzen jetzt reichlich Niederschlag

Michael Reiffenschneider fordert ein Umdenken beim Umgang mit Niederschlagswasser. Es müsse verstärkt darum gehen, es nicht abfließen, sondern es versickern zu lassen, es zu sammeln oder es verdunsten zu lassen. Letzteres sorge für einen kühlenden Effekt, sagt er mit Blick auf steigende Temperaturen.

Wie wichtig für Bäume und Sträucher reichlich Niederschlag auch jetzt ist, betont der Fachmann ebenfalls. Zwar würden die jetzt – von den immergrünen Pflanzen abgesehen – kein Wasser über die Wurzeln aufnehmen. Doch es sei wichtig, dass mit beginn der Wachstumsperiode im Frühjahr die Böden feucht seien, um Bäume und Sträucher zu versorgen. „Wenn es jetzt vier Wochen durchregnen würde, wäre das nur gut für die Natur“, lautet seine Einschätzung.

Zweite Januarhälfte bringt kühleres Wetter und Schnee

Während der Himmel in den ersten 17 Tagen im neuen Jahr meist stark bewölkt war, zeigte sich die Sonne dementsprechend wenig. Wie viele Sonnenstunden es in Lienen bisher gab, konnte nicht ermittelt werden. Im Durchschnitt liegt der Wert in der Region im Monat Januar bei rund 50 Sonnenstunden. Bleibt noch der Blick auf das Thermometer. Die bis zum 17. Januar gemessenen Temperaturen lagen im Schnitt zwischen 7 und 9 Grad. Damit war der Januar 2023 bisher zu warm, denn das langjährige Mittel liegt etwa bei 2 bis 3 Grad. Doch der Monat ist noch nicht vorbei und seit Montag (16. Januar)  sind die Werte spürbar in den Keller gegangen.

Da die niedrigen Temperaturen, die nachts auch in den frostigen Bereich rutschen können, in den kommenden Tagen anhalten sollen, werden diese das bisherige Mittel im Januar wohl noch nach unten korrigieren. Das Winter-Hoch wird ab Montag (23. Februar) Stück für Stück von Tiefdruckgebieten verdrängt. Das bedeutet gleichzeitig auch wieder Niederschlag, welcher im Tecklenburger Land meist in Form von Regen fallen wird. 

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