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Akkordeonorchester „Tanzende Finger“ sucht Dirigenten

„Wir hoffen auf das Frühjahr“

Lengerich

Ein Orchester braucht einen Dirigenten. Für die „tanzenden Finger“ aus Lengerich ist das ein Problem. Denn der Posten ist bei den Akkordeonspielern bereits seit über einem Jahr unbesetzt. Sie hoffen, dass sich das bald ändert.

Von Luca Pals 

Noch immer ohne Leitung: das traditionsreiche Akkordeonorchester „Tanzende Finger“. Foto: Tanzende Finger

So richtig findet die Suche kein Ende. Seit Ende 2020 steht das Akkordeonorchester „Tanzende Finger“ in Lengerich bekanntlich ohne Dirigenten da. Damals musste Taktgeber Finn Scharf, der für eine Lehrstelle nach Norddeutschland zog, die Gruppe verlassen. Seitdem ist sie „führungslos“. Aushänge, Vitamin B und sogar Kleinanzeigen bei Ebay haben keinen Treffer erzielt, berichten Annette Reiffenschneider und Reni Lindemann-Deffert im WN-Gespräch. Beim Besuch in unserer Redaktion erzählen sie deswegen, was sie mit ihrem Orchester verbinden und warum eine Unterbrechung im Alltag immer ein guter Gedanke ist.

Reiffenschneider ist seit den 90er Jahren bei den „Tanzenden Fingern“, Lindemann-Deffert ist ein Kind der ersten Tage des Orchesters. Zusammen haben sie zahlreiche Konzerte mit der Gruppe ausgerichtet und waren bei unzähligen Proben dabei: „Der Mittwochabend gehört einfach den Tanzenden Fingern. Das ist seit Jahren ein schönes Ritual“, sagt Reiffenschneider, und Lindemann-Deffert ergänzt: „Eines, das die Arbeitswoche unterbricht und uns immer aus dem Alltag herausgebracht hat.“ Durch die Pandemie fielen die Proben seit November wieder aus, auch die Unterbrechung von der Arbeit sei damit nicht mehr gegeben, bedauert sie. Umso mehr hoffen beide, die ihr Orchester, das etwa 15 Musizierende umfasst, lieben, dass es bald wieder losgehen kann: „Wir hoffen einfach auf das Frühjahr, erst müssen die Zahlen wieder sinken.“ Im vergangenen Sommer hat man bereits auf Abstand zusammen geprobt, damals allerdings ohne Dirigenten: „Das ist natürlich ein großer Unterschied. Besonders unser letzter Dirigent hat es verstanden, das Zusammenwirken von vielen unterschiedlichen individuellen Stärken zu koordinieren.“ Der oder die Neue sollte laut Lindemann-Deffert enthusiastisch, offen und flexibel sein. Denn sowohl bei der Auswahl der Musikstücke als auch bei den Instrumenten habe sich in den vergangenen Jahren einiges geändert: „Wir beharren natürlich nicht auf das Akkordeon, das weiß jeder in Lengerich. Vielmehr zeichnen wir uns durch das Zusammenspiel mit Cayon, Schlagzeug oder Keybord aus.“ Musikalisch setzt man einen Schwerpunkt auf Klassiker aus dem Pop-Bereich. Von ABBA über Herbert Grönemeyer bis zu Hits von Queen und Freddie Mercury – die Gruppe, die sich altersmäßig von Anfang 20 bis Mitte 70 bunt zusammensetzt, hat ihrem Publikum schon so einiges geboten. Das letzte Konzert fand 2019 statt, zum 40-jährigen Jubiläum des Lengericher Traditionsorchesters musste ein in der Gempt-Halle geplantes Konzert ausfallen. Dieses war für März 2020 terminiert, damals griff die Pandemie um sich. Nun hoffen die Verantwortlichen darauf, dass bald wieder geprobt werden kann – dann auch wieder mit neuem Dirigenten.

Interessierte, die bei den Proben der „Tanzenden Finger“ teilnehmen oder als Dirigent aktiv werden wollen, können sich bei Nina Aufderhaar unter info@tanzendefingerev.de oder 0 54 81/90 33 62 melden. Die Proben sind jeden Mittwoch ab 19.30 Uhr im Vereinslokal Beumer-Stöppel an der Ladberger Straße 92 in Lengerich.

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