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Ladenetz für E-Autos ist im Ausbau begriffen

Wo kann man Strom tanken?

Lengerich/Tecklenburger Land

Auch in Lengerich sind immer mehr Autos mit Elektroantrieb unterwegs. Doch wie sieht es im großen ganzen mit der E-Mobilität in der Stadt aus? Dieser Frage widmet sich eine kleine Serie der WN.

Von Michael Baar

Die Zulassungszahlen belegen es: Fahrzeuge mit Elektroantrieb werden immer beliebter. Was nicht nur an ihrem grünen Image liegt, sondern auch an der kräftigen Unterstützung durch Vater Staat in Form von Kaufprämien von bis zu 9000 Euro – pro Fahrzeug. In einer kleinen Serie beleuchten die Westfälischen Nachrichten, wie der Stand bei der E-Mobilität in Lengerich ist und wie sie sich entwickelt.

Auf den Straßen sind die Autos mit dem „E“ im Kennzeichen hinter den Ziffern häufiger zu sehen – aber immer noch eine kleine Minderheit. Das geht aus den Bestandszahlen der Zulassungsstelle des Kreises Steinfurt hervor. Rund 1,6 Prozent der insgesamt 16 180 Kraftfahrzeuge in Lengerich (Stand 31. Dezember 2020) haben einen Elektromotor unter der Haube. Zieht man die Autos ab, in denen ein Benzin- oder Dieselmotor ebenfalls mit unter dem Blech steckt, bleiben 72 reine E-Autos. Für die stehen in der Stadt sechs Ladesäulen mit insgesamt elf Ladepunkten zur Verfügung.

Mit Blick auf sechs klassische Tankstellen in der Stadt scheint das zunächst mal gar nicht so schlecht zu sein. Theoretisch steht für jeweils 23 Autos mit Elektromotor ein Ladepunkt zur Verfügung. Beim Sprit sind es (bei angenommen vier von zwei Seiten nutzbaren Zapfsäulen an jeder Station) 332 Fahrzeuge, die sich eine Säule teilen müssen.

Auf dem Papier ein klarer Vorteil für die Stromer, in der Praxis relativiert sich das. Für das Auftanken eines Benzin- oder Dieselfahrzeugs wird ein Zeitaufwand von rund zehn Minuten (einschließlich Bezahlvorgang) benötigt. Anschließend steht wieder Energie für Hunderte Kilometer zur Verfügung. Im gleichen Zeitraum hat sich ein Elektroauto gerade mal den Saft für ein paar Kilometer durch das Ladekabel gezogen. Mit modernen Schnellladern lässt sich der Akku im Fahrzeugboden innerhalb einer halben Stunde immerhin bis zu 80 Prozent füllen.

Zum von der Bundesregierung ausgerufenen Ziel, dass bis zum Jahr 2030 eine Million Elektroautos auf den Straßen fahren, gehört die entsprechende Ladeinfrastruktur. Und da hapert es noch. Die Stadtwerke Lengerich (SWL) als örtlicher Energieversorgen haben in Lengerich derzeit drei Ladesäulen in Betrieb. In Tecklenburg sind es zwei, in Ladbergen und Lienen je eine. Die Planungen für mehr laufen. In Lengerich sind bereits nahe der Gempt-Halle und an der Stadtverwaltung zwei weitere Ladesäulen installiert worden. „Wir kooperieren ebenfalls mit Gewerbetreibenden und unterstützen bei der Planung und Errichtung von betriebseigenen Säulen“, weist Johannes Beckering auf einen zweiten Aspekt hin.

In einem Punkt ersparen die SWL den Elektroautofahrern die Wahl, was durchs Kabel in den Akku fließt: „Unsere Ladesäulen werden ausschließlich mit Öko-Strom betrieben“, so der Geschäftsbereichsleiter Organisation und Unternehmensentwicklung bei den Stadtwerken.

Und beim Bezahlen der elektrischen Energie gibt es ähnlich viele Auswahlmöglichkeiten wie beim Tanken von Benzin, Diesel oder Gas: Die SWL-Ladekarte kann im „Ladenetz-Verbund“ (dem 227 Stadtwerke angehören) an rund 8500 Ladesäulen in Deutschland Strom gezapft werden. Europaweit sind es, dank Roamingpartnern, über 20 000 Standorte. An den SWL-Säulen ist das Tanken ohne Ladekarte möglich mittels Mobiltelefon, Kreditkarte oder dem Online-Bezahldienst Paypal. Nur mit Bargeld für den Strom bezahlen, das geht an den E-Ladesäulen nicht.

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