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Wärme und Regen sorgen für eine sprießende Pflanzenwelt

„Wüchsiges Wetter“

Lengerich

In Grünanlagen und Gärten gedeiht und sprießt es derzeit vielerorts prächtig. Dafür sorgen warme Temperaturen und ausreichend Niederschläge. Das bedeutet wiederum Arbeit – unter anderem für den städtischen Baubetriebshof und den erfahrenen Gärtner Erich Knemöller.

Von Marion Fenner

Derzeit blüht und gedeiht es in vielen Gärten prächtig. Der Tisch ist für Insekten somit oft reich gedeckt. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Regelmäßig Regen, dazu warme Temperaturen – was Urlaubern und Ferienkindern derzeit wohl nur bedingt gefällt, sind fast paradiesische Bedingungen für alles, was draußen wächst und blüht. Erich Knemöller, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins und Leiter der Blumen- und Gartenfreunde, freut sich darüber. Beruflich hat er lange Jahre als selbstständiger Gärtner gearbeitet, und auch heute ist für den 90-Jährigen die Tätigkeit in seinem „grünen Reich“ immer noch ein Hobby, auf das er nicht verzichten will. „Es ist für mich jeden Tag ein großes Glück, draußen zu arbeiten.“

Dabei schaut Knemöller den Pflanzen in diesen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes beim Wachsen zu. Der Vegetation gefalle dieses schwülwarme Klima mit viel Regen, sagt der Experte. In seinem Garten gedeihe das Gemüse und das Obst an den Sträuchern und Bäumen. Einzig die Kirschen seien etwas sparsam vertreten gewesen. Über die wenigen Früchte hätten sich immerhin die Vögel gefreut.

Der Rasen, der in den vergangenen zwei Sommern nur gewässert werden musste, wächst jetzt. Einige blühende Pflanzen haben sich dort ausgebreitet, darunter Habichtskraut und weißer Klee. „Die Blüten lasse ich den Insekten“, sagt Knemöller und verzichtet auf den perfekt gepflegten Rasen. Dafür widmet er sich lieber den Wildkräutern in den Beeten. Eineinhalb Schubkarren voll hat er an diesem Morgen schon gerupft. „Das wächst natürlich auch richtig gut.“

Tomaten sollten bei diesem Wetter nicht draußen stehen, gibt Knemöller einen Tipp aus seiner 76-jährigen Erfahrung als Gärtner. Die sollten am besten überdacht stehen, dann werde es auch etwas mit der guten Ernte. Auch die Bohnen benötigten jetzt etwas mehr Wärme.

Knemöller hat aber nicht nur seine Pflanzen im Blick. Zu seinem Geburtstag hat er ein Insektenhotel geschenkt bekommen. Ganz spannende Beobachtungen habe er dort gemacht, berichtet der Senior. „Ein Tier, das aussah, wie eine schwarze Wespe, hat sich dort eingenistet. Ich habe ihm zugeschaut, wie es dort den Eingang zugeklebt hat“, erzählt Knemöller. Angesichts dieser Einblicke in das Leben der sechsbeinigen Mitbewohner in seinem Garten überlässt er diesen Tieren gerne ein paar der Blüten.

Das derzeitige Wetter sorgt auch bei den Mitarbeitern des städtischen Baubetriebshofs für eine Menge Arbeit. „Wüchsiges Wetter“, nennt Holger Lange, Fachdienstleiter Straßenbau, das. Fast täglich werden irgendwo Sträucher zurückgeschnitten. Immer wieder meldeten sich Anwohner von Straßen mit der Bitte, vor ihrem Haus Sträucher oder Bäume zurückzuschneiden. Schön wäre es, diejenigen, die es können, würden das selbst übernehmen“, appelliert Lange an die Bürger.

Für Langes Team war in den vergangenen Jahren das Gießen der Bäume eine besonders wichtige Aufgabe. Allerdings benötigten einige der durch die Trockenheit gestressten Bäume immer noch besondere Pflege. Ganz hätten sich manche noch nicht wieder erholt, und andere hätten es überhaupt nicht geschafft. Sie müssten jetzt „entnommen“ werden, wenn sie eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen könnten.

Die öffentlichen Grünflächen benötigten in diesem Jahr wieder mehr Pflege, sagt Lange. Allerdings werde nicht alles gemäht. Die eigens angelegten Blühflächen bleiben erhalten, damit die Insekten genügend Nahrung finden. „Diese Blühflächen gedeihen bei diesem Wetter besonders gut“, freut sich auch Lange über den schönen Anblick.

Der Regen lockt auch die Schnecken an, die Gartenfreunde nicht willkommen heißen. Erich Knemöller hat einen tierschutzgerechten Tipp. „Ich stelle Becher auf, unter denen sich die Tier dann einfinden. So könnten sie eingesammelt und an anderer Stelle wieder ausgesetzt werden.“

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