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Personenverkehr auf den TWE-Gleisen

Zunächst soll eine Studie kommen

Tecklenburger Land

Schwerpunkt des Unternehmens Lappwaldbahn sind Infrastruktur und Dienstleistungen auf der Schiene. Mit Interesse verfolgt die Eigentümerin der TWE-Gleise die Diskussion über eine mögliche Reaktivierung der Strecke für den Personenverkehr.

Henning Meyer-Veer

Der ehemalige TWE-Bahnhof Lengerich-Stadt. Werden dort einmal wieder Personenzüge halten? Foto: Wilhelm Schmitte

Für die Reaktivierung der Bahnstrecke Ibbenbüren-Lengerich für den Personenverkehr soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Das hat die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Schienenpersonenverkehr Münsterland (ZVM) beschlossen (wir berichteten).

Diese Strecke ist im Besitz der Lappwaldbahn. Dort verfolgt man die Pläne mit Interesse. Personenverkehr über diese Strecke zu führen, sei grundsätzlich kein Problem, sagt ihr Sprecher Josef Högemann. Die Strecke sei für den Verkehr freigegeben. „Jedes Eisenbahnverkehrsunternehmen kann darauf fahren.“ Natürlich nicht umsonst, jeder Kilometer muss bezahlt werden. „Das würde ausgeschrieben“, so der Sprecher der Lappwaldbahn. „Wir könnten das auch selbst machen.“

Personenverkehr auf der Strecke zu führen ist kein Problem

Besteht da etwa ernsthaftes Interesse des Betreibers selbst? „Ich bin jetzt nicht gewillt, zu sagen, wir haben kein Interesse“, so Högemann. Schwerpunkt des Unternehmens seien aber die Infrastruktur und die Dienstleistungen. Ansonsten habe man sich bisher auf den Güterverkehr konzen­triert.

Die Lappwaldbahn habe mit der Ibbenbürener Politik Gespräche geführt, zum Beispiel als die Idee aufkam, einen Teil der Strecke für die Schülerbeförderung zu nutzen. Seinerzeit sei die Frage aufgetreten, warum man da auf den Schülerverkehrbeschränken sollte, so Högemann. Es habe Interesse gegeben, das zu überprüfen. „Der Bürgermeister hat auf die starken Pendlerströme nach Münster verwiesen“, sagt Högemann. In Lengerich könnte eine Verknüpfung mit der Strecke Münster-Osnabrück hergestellt werden. Die Strecke jedenfalls würde den Personenverkehr packen, davon ist Högemann überzeugt. „Sie könnte noch für eine Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometer ausgebaut werden“, sagt der Sprecher der Lappwaldbahn.

Josef Högemann, Pressesprecher Lappwaldbahn

Dort zeigt man sich offen für alles Weitere. „Wenn das wirtschaftlich gemacht werden kann und Interesse besteht, dann sind wir vielleicht mit dabei“, so Högemann. Der Kostenfaktor bei dem Projekt bestehe im Wesentlichen in der technischen Sicherung der Strecke und der Übergänge.

Auch Ibbenbürens Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer steht dem positiv gegenüber. Man müsse sich heute fragen, ob es wirklich so clever gewesen sei, die Bahnstrecken sterben zu lassen. Wenn man von der Straße wegwolle, dann müsse man über alternative Konzepte nachdenken. Und dazu gehöre auch die Reaktivierung von Bahnstrecken. „Diese Idee passt in ein modernes Verkehrskonzept für die Region“, befürwortet Schrameyer eine eventuelle Reaktivierung, so sie denn wirtschaftlich sei. „Wir würden das sofort begrüßen.“ Für ihn sei dabei nicht nur der Knotenpunkt Lengerich von Interesse, sondern die Weiterführung der Linie bis nach Paderborn. „Das ist die spannende Strecke. In diese Richtung gibt es noch nichts.“

Erster Schritt ist die Erstellung einer Studie

Carsten Rehers, Verbandsvorsteher des ZVM und Kreisbaudezernent, erklärt dass der Impuls zu dieser Machbarkeitsstudie (und auch zu der für die Strecke Recke-Rheine) auf einen Antrag der CDU an den Kreistag aus dem vergangenen Dezember zurückgehe. Beauftragt wird sie vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), bezahlt vom ZVM. Zunächst jedenfalls. „Wenn die Studie erfolgreich ist und das Projekt realisiert wird, dann werden die Kosten erstattet“, sagt Carsten Rehers. Wie hoch die Kosten für diese Studie sind und welcher Zeitrahmen für den weiteren Fortgang einzuplanen ist, dazu gab es noch keine konkreten Angaben. Klar sei aber, dass es sich um ein Zukunftsprojekt handele, eine kurzfristige Realisierung also unrealistisch sei.

Rehers erachtet das Projekt aber als durchaus sinnvoll. „Ich glaube, das hat gute Aussichten auf Erfolg.“ Der Beschluss der ZVM-Verbandsversammlung für die Machbarkeitsstudie sei der erste von vielen Schritten zur Realisierung eines solchen Projektes. „Das ist auch ein Zeichen, dass sich die Region dazu bekennt.“

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