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Richtig Haushalten bei knapper Kasse: Tipps der Verbraucherzentrale

Zur Not gibt es Aufschub

Tecklenburger Land

Wer in Kurzarbeit ist, muss mit finanziellen Einbußen klarkommen. Was es dabei zu beachten gilt, welche Möglichkeiten der Stundung es gibt – die Verbraucherberatungsstelle Rheine gibt Tipps.

wn

Für einen Darlehensvertrag ist eine dreimonatige Stundung möglich, wenn Zins und Tilgung nicht mehr geleistet werden können. Foto: dpa

Viele Haushalte müssen infolge der Corona-Pandemie finanzielle Einbußen verkraften. Bundestag und Bundesrat haben deshalb ein Gesetz beschlossen, das von der Corona-Krise betroffene Verbraucherinnen und Verbraucher unterstützt.

„Wer zum Beispiel seinen Job verloren hat oder in Kurzarbeit ist, muss ständige Rechnungen wie Strom, Gas, Wasser oder Telefon erst mal nicht zahlen. Auch bei der Miete gibt es von April bis Juni einen Zahlungsaufschub und Kreditraten werden gestundet“, erklärt Margret Esters-Gardeweg, Leiterin der Beratungsstelle Rheine der Verbraucherzentrale NRW.

Um die Regelung in Anspruch nehmen zu können, muss man dem Energieversorger, dem Vermieter oder der Versicherung mitteilen, dass man nicht zahlen kann, und belegen, dass die Ursache dafür die Geldknappheit als Folge der Corona-Pandemie ist. Auch bei seiner Bank sollte man das tun, wenn man Raten nicht zahlen kann. „Wichtig ist, dabei im Auge zu behalten, dass man alle Zahlungen später nachholen muss“, betont Margret Esters-Gardeweg. „Deshalb ist eine gute Planung der Ausgaben notwendig.“ Was also tun, wenn das Geld knapp wird?

Margret Ester-Gardeweg, Leiterin Verbraucherberatungsstelle Rheine

Die Verbraucherzentrale zeigt Möglichkeiten auf, stellt Musterbriefe und eine Checkliste zur Verfügung und gibt Tipps, worauf bei der Inanspruchnahme der Hilfen zu achten ist.

Miete: Auch wenn es beruhigend ist, dass Mietern bis Juni nicht gekündigt werden darf, wenn sie bis zu drei Monatsmieten nicht zahlen: Lassen sie sich nicht dazu verführen, die Mietzahlung komplett einzustellen, um finanziell Luft zu haben. Denn die Mietzahlungen werden nur gestundet. Gezahlt werden muss am Ende trotzdem, spätestens bis Juni 2022. Das bedeutet, dass Sie in ein paar Monaten zusätzlich zur vollen Miete auch noch die Rückstände an ihren Vermieter zahlen müssen. Daher sollten Sie versuchen, zumindest einen Teil der Miete zu bezahlen.

Mietzahlungen werden nur gestundet

Strom, Gas, Wasser, Telefon, Internet: Von diesen Leistungen der Grundversorgung soll wegen der Corona-Pandemie niemand abgeschnitten werden. Hier haben Sie für Verträge, die vor dem 8. März abgeschlossen wurden, ebenfalls das Recht, vorübergehend bis zum 30. Juni nicht zu zahlen. Darauf müssen Sie sich aber ausdrücklich berufen und auch nachweisen, dass ihre Zahlungsschwierigkeiten aufgrund der Corona-Krise bestehen. Sie müssen darlegen, dass Ihnen ein angemessener Lebensunterhalt durch die Corona-Krise nicht mehr möglich wäre, wenn Sie zusätzlich für Strom, Gas, Wasser, Internet oder Telefon zahlen. Nehmen Sie zu ihrem Anbieter/Versorger Kontakt auf. Die Verbraucherzentrale bietet dazu einen Musterbrief zum kostenlosen Download an. Auch hier gilt: Die Zahlungen werden nur aufgeschoben.

Kredite:Mit dem neuen Gesetz können Sie für einen Raten- oder Immobilienkredit eine dreimonatige Stundung erhalten, wenn Sie Zins und Tilgung nicht mehr leisten können. Das gilt für Darlehensverträge, die vor dem 15. März abgeschlossen wurden. Auch hier sollten sie gegenüber der Bank darlegen, dass Sie durch die Corona-Krise nicht mehr zahlen können. Der Kredit wird dann entsprechend nach hinten verschoben.

Ratenpause für Raten- und Immobilienkredite möglich

Versicherungen: Dass man Beiträge aussetzen kann, gilt auch für Versicherungen, die vor dem 8. März abgeschlossen wurden, allerdings nur für Pflichtversicherungen. Das sind beispielsweise private Krankenvoll- und Pflegepflichtversicherung sowie die Kfz-Haftpflicht.

Weitere Informationen für Verbraucher über die Corona-Hotline ( 02 11/33 99 58 45, E-Mail service@verbraucherzentrale.nrw).

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