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Corona-Schutzmaßnahme

Was Apotheker zur Möglichkeit sagen, bald gegen Corona impfen zu können

Lengerich

Auch in Apotheken soll es bald möglich sein, sich gegen Corona impfen zu lassen. Damit will die Politik angesichts der Omikron-Welle das Tempo der Kampagne noch einmal erhöhen. Doch wollen und können die Apotheker der Aufgabe gerecht werden, die da auf sie zukommt? Die WN haben sich in Lengerich umgehört.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Es ist offenbar kaum damit zu rechnen, dass in Lengerichs Apotheken demnächst flächendeckend Spritzen gegen des Coronavirus gesetzt werden. Foto: Sven Hoppe/dpa

Im Dezember haben Bundestag und Bundesrat mit einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Impfungen gegen Covid-19 auch in Apotheken möglich werden. Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, sagte vor wenigen Tagen, das Anfang diesen Monats die entsprechende Impfverordnung des Bundes erwartet werde, in der beispielsweise die Vergütung und der Zugang zu den Impfstoffen geregelt werde. Und der Apothekerverband Westfalen-Lippe teilt mit, dass 70 Prozent der Apotheker Impfungen durch Pharmazeuten befürworteten und 40 Prozent „auf jeden Fall“ Impfungen anbieten wollen. Hört man sich vor Ort um, ist bei dem Thema Zurückhaltung zu spüren, aber auch die unmissverständliche Ansage, mitmachen zu wollen.

Vera Maschke, die die Ost-Apotheke in Hohne betreibt, berichtet, dass sie zunächst einmal die Schulung abwarten wolle, die den Apothekerinnen und Apothekern nun angeboten werden. Sie hofft so Antworten auf einige offene Fragen zu bekommen. Etwa die nach den räumlichen Gegebenheiten, die den Impfwilligen in den Apotheken angeboten werden müssen. Und die, wie eine zuverlässige Versorgung mit Impfstoffen gesichert werden soll.

Ganz ähnlich äußert sich Stefan Meyer, Inhaber der Altstadt-Apotheke. Er betont zudem, keinesfalls in Konkurrenz zu Ärzten treten zu wollen, die ja eigentlich für das Impfen zuständig seien. Da hoffe er auf klare Aussagen der Verantwortlichen, sagt Meyer. Er wie auch Vera Maschke machen noch auf einen weiteren aus ihrer Sicht essenziellen Punkt aufmerksam: die personelle Situation. In vielen Apotheken sei man schon jetzt knapp besetzt. Das Impfen würde weitere Kapazitäten binden, sagen sie. Ob ein Einstieg in die Impfkampagne angesichts solcher Rahmenbedingungen überhaupt denkbar ist? „Da sind wir noch im Findungsprozess“, betont Stefan Meyer, um weiter zu ergänzen, dass auch noch zu berücksichtigen sei, dass Geimpfte nach dem Pikser zudem 15 Minuten überwacht werden müssten. Auch das falle dann in der Verantwortung der Apotheker.

Anders Annette Fuchs. Sie führt die Fuchs-Apotheke an der Bahnhofstraße und kündigt ohne Umschweife an: „Wir sind dabei!“ Natürlich, die Impfverordnung fehle noch. Und auch bei ihr sei organisatorisch noch nicht alles bis ins letzte Detail geklärt und die Personaldecke knapp. Doch das ändere nichts daran, dass sie in die Kampagne einsteigen wolle und werde, sobald das möglich sei. Sie verweist darauf, dass sie einen Apotheker an der Hand habe, der sie dabei wohl unterstützen werden.

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