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Integriertes Stadtentwicklungskonzept

Zuversicht bei den Planern

Lengerich

Es ist viel Zeit und Arbeit investiert worden. Aber es soll ja auch über viele Jahre viel erreicht werden. Das Projekt des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISeK) befindet sich auf der Zielgeraden.

Paul Meyer zu Brickwedde

Behalten die Planer Recht, wird es in den nächsten Jahren in der Innenstadt nicht darum gehen, möglichst viele Geschäfte anzusiedeln. Gastronomie, Kultur, Bildung und zentrales Wohnen gewinnen nach Einschätzung der Experten an Bedeutung. Foto: Stadt Lengerich

Es ist viel Zeit und Arbeit investiert worden. Aber es soll ja auch über viele Jahre viel erreicht werden. Das Projekt des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISeK) befindet sich auf der Zielgeraden. Im September vergangenen Jahres fand unter großer Beteiligung der Bürgerschaft die Auftaktveranstaltung in der Gempt-Halle statt. Etwa ein Jahr später, im kommenden Herbst, soll es vom Rat als städtebauliches Entwicklungskonzept verabschiedet werden.

Beteiligt waren an dem Vorhaben neben der Lokalpolitik, der Stadtverwaltung und vielen Bürgern Experten der Dortmunder Fachbüros Post + Welters sowie Stadt + Handel. Deren Mitarbeiter Nina Hangebruch (Stadt + Handel) und Joachim Sterl (Post + Welters), die vom Start weg involviert waren, ziehen schon jetzt, im „weit fortgeschrittenen“ Stadium, ein positives Fazit. Die Mit- und Zusammenarbeit sei durchweg gut oder sogar sehr gut gewesen. Geprägt gewesen sei das Klima nicht von dem Gedanken, alles Negative der Vergangenheit durchzukauen und zu kritisieren, sondern davon, die Zukunft positiv zu gestalten. Parteipolitik habe keine Rolle gespielt, das erlebe man nicht überall so.

Nachdem es vor wenigen Wochen noch einmal ein Gespräch mit den Ratsmitgliedern gegeben hat, zeichne sich nun ab, dass das Konzept konkret rund 30 Projekte in neun sogenannten Handlungsfeldern beinhalten werde. Eine Priorisierung werde dabei vorgenommen. Hangebruch und Sterl gehen nicht ins Detail, sagen aber, dass es für viele Vorhaben Fördergelder geben könne. Zum einen werde natürlich an Bauvorhaben gedacht – wenig Neubau, mehr Umbau und Sanierung –, es fänden sich jedoch auch Dinge in Bereichen wie Management, Marketing, Kommunikation und Kooperation.

Zentrales Thema sei dabei die Innenstadt mit der Fußgängerzone. Lengerich, so Sterl, habe durchaus schon jetzt seine Stärken. Etwa die historische Bausubstanz („ein Pfund, das es zu pflegen gilt“) oder auch Orte mit hoher Aufenthaltsqualität. Aber es gebe eben auch Baustellen wie die östliche Fußgängerzone. Angesichts der allgemeinen, von Lengerich unabhängigen Entwicklung im Einzelhandel wie der Konkurrenz durch das Internet, könne man nicht mehr nur Geschäfte ansiedeln. Gastronomie, Kultur, Bildung und auch zentrales Wohnen, vor allem für Ältere, seien wichtige Bausteine, um langfristig eine lebendige Innenstadt zu erhalten.

Sterl und Hangebruch zeigen sich optimistisch, dass ein Großteil der im Konzept enthaltenen Projekte realisiert wird. Bei der Erarbeitung sei immer auch die finanzielle Situation der Stadt mit im Blick geblieben. Hangebruch berichtet, dass beim Blick auf die Gesamtsumme zwar manches Ratsmitglied habe schlucken müssen. Doch es sei in diesem Zusammenhang eben auch zu berücksichtigen, dass der zeitliche Horizont über die kommenden zehn Jahre hinaus gehe. Klar sei ihnen indes auch, räumt das Duo aus den Fachbüros ein, dass sich durch veränderte Förderbedingungen, eine schlechtere gesamtwirtschaftliche Lage oder andere Faktoren manches in ein paar Jahren anders darstelle könne als heute.

„Entscheidend“, betont Sterl, „ist letztendlich, dass das Konzept gelebt wird.“ Geschehe das in Lengerich, sei er überzeugt davon, dass sich viel bewegen lasse. So viel, dass sich das Bild der Innenstadt über die Jahre erheblich verändern könnte.

Nach den vielen Schritten von Workshops über Stadtrundgänge und ein Schulprojekt bis hin zu einer Online-Befragung gehen Nina Hangebruch und Joachim Sterl optimistisch auf die letzte Etappe und äußern die Hoffnung, dass es im Rat eine Mehrheit für Isek geben wird.

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