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Dietmar Seidel ist ehrenamtlicher Wanderwege-Pate

Zwei Touren sind sein Revier

Lengerich

Dietmar Seidel hat eine sehr enge Beziehung zum Teutoburger Wald. Wenig verwunderlich, stand sein Elternhaus doch nur wenige Schritte davon entfernt. Seit über drei Jahren engagiert sich der Lengericher als Wanderwege-Pate, sorgt so dafür, dass auswärtige Wanderer nicht den richtigen Weg unter den Füßen verlieren.

Paul Meyer zu Brickwedde

An der Informationstafel nahe der alten LWL-Kapelle zeigt Dietmar Seidel, für welche Strecken er zuständig ist. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Dass das, was Dietmar Seidel ehrenamtlich tut, nicht für die Katz ist, wird an diesem Nachmittag bereits auf dem Wanderparkplatz Am Kleeberg deutlich. Der ist gut gefüllt, viele abgestellte Pkw haben auswärtige Kennzeichen. Die meisten der Lengerich-Gäste dürften die Wege im Teuto ansteuern. Um einen Teil des dichten Routennetzes kümmert sich der 61-Jährige. Er ist Pate für die „Canyon Blick“-Teutoschleife und die „Canyon Tour“.

Im Frühjahr 2017 übernahm er die Aufgabe. Primär besteht sein Job darin, zu kontrollieren, ob mit der Beschilderung alles in Ordnung ist. Fehlen Zeichen? Sind welche zugewachsen? Oder nicht gut zu erkennen, weil sie schmutzig sind? Dietmar Seidel schaut aber auch nach, ob Sitzbänke beschädigt sind, Müll herumliegt oder Abfalleimer überquellen.

Sitzbänke und Abfalleimer im Blick

Einige Probleme kann er direkt beheben. Mit einer Klebepistole bringt der Lengericher beispielsweise kleine Hinweisschilder an. Und eine Gartenschere hat er in seinem Rucksack, um gegebenenfalls für die nötigen Durchblicke zu sorgen. In den ersten Jahren steckte Dietmar Seidel sogar einen Müllsack ein, um Unrat vom Wegesrand einzusammeln. In Corona-Zeiten verzichtet er nicht zuletzt aus hygienischen Gründen darauf.

Mit dem deutlichen Plus an Ausflüglern, so seine Beobachtung, habe auch ein Mehr an Abfall und Vandalismus Einzug gehalten – speziell im Bereich des Canyons. Kann er die festgestellten Probleme nicht selbst beseitigen, gibt er die nötigen Informationen weiter. Zum städtischen Bauhof, sagt Dietmar Seidel, habe er in solchen Fällen einen engen Draht.

Sein „Revier“ umfasst den Teil vom elf Kilometer langen „Canyon Blick“, der auf Lengericher Gebiet liegt – etwa acht Kilometer, – und die sechs Kilometer der „Canyon Tour“. Dabei gibt es ein Teilstück, auf dem sich beide Strecken überschneiden. Die Mindestanforderung an ihn liegt bei einem Kontrollgang im Frühjahr und einem im Herbst. Ein Protokoll geht dann anschließend zum zuständigen Tecklenburger Land Tourismus.

Dietmar Seidel ist aber erheblich öfter als diese zwei Mal auf den Wegen unterwegs. Zum einen, weil er einfach gerne draußen ist und wandert, zum anderen, weil das Gebiet nahe an seinem Elternhaus liegt. „Dadurch habe ich eine sehr enge Beziehung zum Teuto.“ Das sei auch ein Grund gewesen, warum er sich vor über drei Jahren dazu entschied, überhaupt Wanderwege-Pate zu werden.

Dietmar Seidel

Spaß macht ihm die Sache aber auch, weil es oft zu spontanen Begegnungen und Gesprächen kommt. Erfahren die Leute dann, was er macht, sei die Resonanz durchweg positiv. „Die finden das toll.“

Somit wird der Lengericher sein Amt wohl noch einige Zeit weiter ausüben, „so lange es die Gesundheit zulässt“. Allerdings würde er sich über Verstärkung freuen. Um andere Teutoschleifen und -schleifchen kümmerten sich zum Teil ganze Teams, erzählt er. „Die teilen sich dann die Aufgaben oder gehen sogar gemeinsam los.“

Wer sich für eine Wegepatenschaft interessiert, kann sich an den Tecklenburger Land Tourismus wenden ( 0 54 82/92 91 82).

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