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Michael Echelmeyer vom Fahrlehrerverband über die Situation in den Fahrschulen

Alles geht in Kurzarbeit

Lienen/Tecklenbur...

Die Fahrschulen in der Region haben durchgehend Kurzarbeit beantragt. Das weiß Michael Echelmeyer, zweiter stellvertretender Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Westfalen. Sollte nach einem Ende der durch die Corona-Krise bedingten Einschränkungen alle potenzielle Fahrschüler auf der Matte stehen, „wird es eng“, ist er überzeugt.

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Michael Echelmeyer ist zweiter stellvertretender Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Westfalen und führt den Bezirk Münster sowie den Unterbezirk Ibbenbüren. Foto: Henning Meyer-Veer

Die Corona-Krise bedroht die Existenz vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen. Auch die Fahrschulen. Eine aktuelle Umfrage unter 800 Fahrschulen, die der Branchenverband MOVING International Road Safety Association durchgeführt hat, ergab: Ein Viertel der Fahrschulen befürchtet das Ende ihres Unternehmens, etliche haben schon Kurzarbeit beantragt.

Michael Echelmeyer ist zweiter stellvertretender Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Westfalen und führt den Bezirk Münster sowie den Unterbezirk Ibbenbüren. Er bestätigt die Situation auch für die hiesige Region.

„Das passt auch gut zu dem, was in Ibbenbüren los ist“, sagt Echelmeyer. Auch hier seien viele Fahrschulen in Kurzarbeit gegangen. „Alle Kollegen, mit denen ich gesprochen habe, und die Angestellte haben, haben Kurzarbeit beantragt“, sagt er. Auch für seine Angestellten habe er das tun müssen.

Irgendwann ist die Corona-Krise dann vorbei, und die Schüler kommen zurück. „Angeblich, so Echelmeyer, solle es ab dem 20. April wieder losgehen. „Inwieweit die Schüler dann zurückkommen, muss man sehen. Das weiß ich nicht.“ Klar sei aber, dass der ohnehin schon lange bestehende Fahrlehrermangel dann noch stärker durchschlage. „Wenn die Schüler alle auf einmal wieder kommen und zurecht ihren Unterricht wieder aufnehmen wollen, dann wird es eng.“

Andererseits sei es aber auch so, dass die Fahrschulen vielleicht noch mit einem blauen Auge davonkämen, wenn sie bald wieder ihre Arbeit aufnehmen könnten. Je länger die Auszeit dauert, desto schwieriger dürfte das werden. „Die Frage ist nur, wie es weitergeht.“ Er könne sich vorstellen, dass bei dem einen oder anderen Fahrschüler die Eltern auch von Kurzarbeit betroffen seien und ihre Kinder eventuell aus finanziellen Nöten heraus zunächst auf den Führerschein verzichten müssten.

Auch er habe die Befürchtung, dass von den Fahrschulen in NRW am Ende der Corona-Krise einige auf der Strecke bleiben könnten. „Ob hier im Umkreis, das weiß ich aber nicht.“ Der Verband der Fahrschulen könne da zurzeit recht wenig unternehmen. „Als Verbandsvertreter ist man dabei, die Kollegen zu informieren.“ Und für seine Fahrlehrerkollegen hat er ein dickes Lob in Krisenzeiten parat. „Sie unterstützen sich wirklich toll gegenseitig.“ Wie? Zum Beispiel durch Erfahrungsaustausch bei Anträgen oder einfach durch Gespräche und Kontakt. „Es ist nicht so, dass sich jeder selbst der Nächste ist. Da ist ein sehr großer Zusammenhalt. Jeder versucht, sich da einzubringen.“

Die ungenutzten Räumlichkeiten seien ein ungewohnter Anblick. „Das kennt man natürlich anders. Aber die Maßnahmen sind ja schon richtig, nur treffe es die Fahrschulen besonders hart.“ Weil es auch so schnell ging. „Ich hatte noch eine Fahrstunde, als die Nachricht kam, dass alle Unterrichte eingestellt werden müssen.“

Er habe einige Schüler gehabt, die kurz vor der theoretischen oder praktischen Prüfung standen. Für die sei das doppelt ärgerlich, weil sie ein paar Extrastunden brauchten, um wieder reinzukommen. „Sie werden aber bevorzugt behandelt.“

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