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Kolumbarium auf dem Lienener Friedhof erfährt erneute Erweiterung

Als Bestattungsort fest etabliert

Lienen

Die Friedhofskultur ist im Wandel, berichtet Reinhard Schmitte und liefert die entsprechenden Zahlen gleich hinterher: So fanden im Jahr 2021 auf dem Lienener Friedhof 35 Prozent Erd- und 65 Prozent Urnenbestattungen statt. Von diesen 65 Prozent wurde in fast jedem fünften Fall ein Platz im Kolumbarium gewählt. Die Folge: Die oberirdische Grabstätte wurde jetzt zum dritten Mal erweitert.

Von Mareike Stratmann

Um diese drei Elemente ist das Kolumbarium auf dem Lienener Friedhof in diesem Frühjahr erweitert worden. Pfarrerin Miriam Seidel und Friedhofssachbearbeiter Reinhard Schmitte freuen sich, dass es eine große Resonanz erfährt. Foto: Mareike Stratmann

Reinhard Schmitte erinnert sich, als sei es gestern gewesen. 2013 habe es massiven Gegenwind für das Vorhaben der evangelischen Kirchengemeinde gegeben, auf dem Lienener Friedhof ein Kolumbarium zu errichten. Und als dieses in den ersten Jahren zunächst nur zögerlich als Bestattungsstätte ausgewählt wurde, habe es an Spott nicht gefehlt. Heute steht der Friedhofssachbearbeiter gemeinsam mit Pfarrerin Miriam Seidel vor der dritten Erweiterung des Kolumbariums. Die oberirdische Grabstätte ist abermals um 20 Kammern ergänzt worden. Macht in der Summe 80 Plätze, von denen mehr als 60 bereits vergeben sind.

Dass die Friedhofskultur im Wandel ist, ist nicht neu. Aber Reinhard Schmitte kann das hervorragend verdeutlichen. So sei der Fall Ende der 70er-Jahre, als er seinen Dienst bei der evangelischen Kirchengemeinde antrat, klar gewesen: Da sollte es ein klassisches Familiengrab sein. Von Urnengräbern oder Friedwäldern war vor gut 40 Jahren kaum bis gar keine Rede. Heute, zitiert er die Zahlen aus Lienen für das Jahr 2021, gebe es nur noch 35 Prozent Erd- und dafür aber 65 Prozent Urnenbestattungen. Und von diesen 65 Prozent fänden 18 Prozent einen Platz im Kolumbarium.

„Wenn das so weitergeht, können wir die Anlage bald jedes Jahr erweitern“, schmunzelt der Mann aus der Friedhofsverwaltung. Platz wäre ja genug vorhanden, blickt er auf die angrenzenden Rasenflächen des Halbrunds im Südwesten des Friedhofs. Gekostet hat die Kirchengemeinde die erneute Erweiterung um die drei leicht rötlichen Granitstelen im Frühjahr dieses Jahr rund 25. 000 Euro. Eingefasst sind sie von Granitkies gleicher Farbschattierung.

Für Reinhard Schmitte und Miriam Seidel liegen die Vorteile jener Bestattung auf der Hand. Immerhin entfalle der Pflegeaufwand. „Gerade wenn Angehörige nicht vor Ort wohnen“, wie beide sagen. „Und das wünschen sich im Vorfeld auch viele Verstorbene.“ So dient nach der Urnenbeisetzung im Kolumbarium eine Steinplatte als fester Verschluss. Darauf sind Name des Verstorbenen sowie dessen Geburts- und Todestags eingraviert. Das war‘s. Und trotzdem gebe es die Möglichkeit, Blumen vor den Stelen abzulegen und Kerzen anzuzünden.

Miriam Seidel freut sich, dass die Kirchengemeinde mit Erdbestattungen, Urnengräbern und Plätzen im Kolumbarium „verschiedene Wünsche der Bestattungsform abdeckt“. Sie sagt: Das Kolumbarium habe sich in Lienen „etabliert“. Reinhard Schmitte pflichtet ihr bei: „Die Menschen sind mit der Anlage gut zufrieden“, hat er beobachtet.

Im Übrigen: Eine Kammer im Kolumbarium auf dem Lienener Friedhof wird für 30 Jahre gekauft. Dafür fallen Kosten in Höhe von einmalig 3200 Euro an. Die Anlage sei im gesamten Kirchenkreis die nach wie vor einzige ihrer Art, sagen sie.

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