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Kinder sind mit Eifer dabei

Arbeiten für den Schulgarten

Lienen

Die Kinder sind mit großem Einsatz dabei. Nicht weit von ihrem Klassenzimmer legen sie einen Schulgarten an.

Wilhelm Schmitte

Mit Schaufel und Karre arbeiten die Mädchen und Jungen der Klasse 3. Unter Anleitung von Heinrich Helmig (hinten links) entsteht ein Schulgarten. Eine Teetasse überreicht Ariane Sternke (links, kleines Bild) an Hanna Schmedt. Die Lienenerin stellt eine 400 Quadratmeter große Wiese der Freien Waldorfschule kostenlos zur Verfügung. Foto: Wilhelm Schmitte

Sie haben Spaten, Hacke und Gießkanne in der Hand. Ein frischer Südwestwind rötet Nasen und sorgt für kalte Finger. Mädchen und Jungen reden und lachen laut durcheinander. Was ist bloß auf der Wiese an der Schulstraße los?

Heinrich Helmig löst das Rätsel auf: „Wir legen einen Schulgarten an.“ Die elf Kinder der dritten Klasse der Freien Waldorfschule Lienen sind auf einem 400 Quadratmeter großen Grundstück mit Feuereifer bei der Sache. Je zwei Schüler formen ein Beet. Pflanzleinen aus orangefarbenem Bindegarn und Holzpflöcke zeigen den Acht- und Neunjährigen, wo Grassoden zu stechen und auszuheben sind. Lehrer Heinrich Helmig unterstützt sie mit hilfreichen Tipps auf dem mit Schafdraht eingezäunten Grundstück.

Sechs Beete (drei Meter lang, einen Meter breit) mit Kräutern, Getreide, Blumen, Gemüse entstehen. Der Kattenvenner Pädagoge, gelernter Demeter-Landwirt, ist mit seiner dritten Klasse wöchentlich zehn Stunden im Schulgarten. Schließlich steht in diesem Jahr die Landbau-Epoche auf dem Lehrplan.

Ein Komposthaufen mit einem Gemisch aus Grassoden, Grünschnitt und Mist soll später wertvollen Humus liefern. Beim Säen und Pflanzen wird der Mondkalender zu Rate gezogen. „Die Aussaat soll bei Vollmond erfolgen“, erklärt der 54-Jährige.

Das Grundstück stellt Eigentümerin Hanna Schmedt der Schule (kostenlos) zur Verfügung. „Ich finde das herrlich, wieder Kinder um mich zu haben“, sagt die 97-Jährige. „Es gibt mir das Gefühl, wieder in der Schule zu sein“, fügt die gelernte Lehrerin hinzu. Den Schülern zuzuschauen, mache ihr richtig Spaß.

Die Waldorfschule will sich für die großartige Geste revanchieren. „Mit einem Korb voll Gemüse aus dem Schulgarten“, schmunzelt Helmig.

Die kleine Wiese liegt nur einen Steinwurf vom Schulgebäude entfernt. Nur die Schulstraße müssen die Mädchen und Jungen überqueren. „Ideal für uns“, urteilt Ariane Sternke vom Förderverein Freie Waldorfschule Lienen. Unter dem Beifall der Kinder überreicht sie Hanna Schmedt an diesem frischen Apriltag eine große Keramik-Teetasse.

Zuvor hatte sich die Schule bei der Grundstückseigentümerin erkundigt, ob man einen Teil der Wiese nutzen dürfe.

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