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Bei 90-prozentiger Förderung: Verwaltung möchte Vollzeitstelle implementieren

Bemühen um Energiemanager

Lienen

Die Gemeinde Lienen bemüht sich um einen Energiemanager, der die Verbräuche kommunaler Gebäude in den Blick nehmen und Potenziale zur Energieeinsparung erkennen soll. Möglich machen könnte das ein Bundes-Förderprogramm, welches die Vollzeitstelle innerhalb der Verwaltung für drei Jahre zu 90 Prozent fördern würde.

Von Mareike Stratmann

Die Energieverbräuche in kommunalen Gebäuden sollen runter: Helfen soll der Gemeinde um Bauamtsleiter Nico Königkrämer (rundes Bild) dabei die Einstellung eines Energiemanagers – wenn dessen Stelle vom Bund denn maßgeblich gefördert wird. Foto: dpa/Kai Remmers

In der Nachbarkommune Ladbergen ist in Sachen Klimaschutz in den vergangenen Jahren einiges passiert. Das hat man in Lienen durchaus aufmerksam verfolgt. So hat deren Klimaschutzmanagerin Alexandra Kattmann nicht nur in puncto Photovoltaik und E-Mobilität etliche Projekte angestoßen und vorangebracht, um der Gemeinde zu mehr Energieeffizienz zu verhelfen. In die Tat umgesetzt werden konnte das nicht zuletzt dank interessanter Förderprogramme.

Auch in Lienen misst man dem Klimaschutz und der Einsparung von CO2 eine große Bedeutung bei, versichert Bauamtsleiter Nico Königkrämer. In seinem Fachbereich ist das Klimaschutzmanagement angesiedelt, ohne allerdings personell mit Leben gefüllt zu werden. Nachdem die damalige Klimaschutzmanagerin die Gemeinde bereits vor Jahren verließ, ergab sich für die Verwaltung zunächst keine Möglichkeit, die Stelle neu zu besetzen. Doch hat sich die Sachlage inzwischen geändert. Mit Inkrafttreten der neuen Kommunalrichtlinie Anfang dieses Jahres gibt es neue Möglichkeiten, Kosten für Maßnahmen des Energiemanagements und des Klimaschutzes vom Bund gefördert zu bekommen, schildert Königkrämer im WN-Gespräch.

In der Folge hatte der Umweltausschuss bereits im März einstimmig dafür votiert, diese Chance zu ergreifen und ein sogenanntes Energiemanagement (EMS) zu implementieren und zu erweitern. Die kontinuierliche Erfassung und Steuerung von Energieverbrauchsdaten soll zu einer kontinuierlichen Reduzierung von Energieverbräuchen führen.

Konkret heißt das: Die Gemeinde möchte einen Energiemanager einstellen. In Vollzeit. Zunächst für drei Jahre. Und das Wesentliche: zu 90 Prozent gefördert. Was im Umkehrschluss heißt: Von den kalkulierten Personalkosten in Höhe von jährlich 47 000 Euro verbliebe ein Eigenanteil von 4700 Euro bei der Gemeinde. Hinzu kommen Sachkosten in Höhe von einmalig 20 000 Euro, die grundsätzlich ebenfalls zu 90 Prozent förderfähig sind.

„Damit könnten wir uns personell verstärkt aufstellen“, begrüßt Königkrämer das einstimmige Votum der Politik, das durch den Rat während der jüngsten Sitzung manifestiert wurde. Denn er sagt ganz klar: „Die personellen Ressourcen für derartige Aufgaben sind aktuell nicht vorhanden.“

Mittlerweile ist der Förderantrag auf Einführung des Energiemanagementsystens bei der Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gestellt. Ob er mit Erfolg beschienen wird? „Ich hoffe, dass wir dazu in der nächsten Ratssitzung Ende September schon etwas sagen können und im Anschluss die Stelle ausschreiben können“, übt sich der Bauamtsleiter (noch) in Zurückhaltung. Anders ist das bei potenziellen Aufgaben eines Energiemanagers. Unter dem Deckmantel der Energieeinsparung kommunaler Gebäude sollen zunächst sämtliche Verbräuche erfasst und Potenziale herausgefiltert werden.

Wobei ihm mit den dezentralen Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge sowie der Grundschule Kattenvenne da direkt Objekte in den Sinn kämen. Und auch in puncto E-Mobilität und deren Ladeinfrastruktur könne sich die Gemeinde in jedem Fall verbessern, so Königkrämer. Dessen Wunsch es ist, die Stelle zu Jahresbeginn 2023 zu besetzen.

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