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Frank Sundermann schaut sich den Bahnhof an

Chancen auf Barrierefreiheit?

Lienen-kattenvenne

Barrierefreiheit für den Bahnhof in Kattenvenne. Ist das möglich? Der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann sah sich vor Ort um.

Foto: SPD

Rund 600 Personen steigen täglich am Bahnhof Kattenvenne in den Zug. Den Bahnhof können jedoch nur Menschen nutzen, die keine Beeinträchtigung oder Behinderung haben, denn der Bahnsteig Richtung Osnabrück ist nur über eine lange Treppe zu erreichen. Einen Aufzug oder eine Fußgängerbrücke gibt es nicht. Und die Rampe führt nicht zum anderen Bahngleis, sondern auf die andere Seite des Ortes. „Wir brauchen dringend mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr, wenn wir ernsthaft das Ziel verfolgen wollen, das Auto mit Verbrennungsmotor gegen Bus und Bahn einzutauschen“, sagt der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD) bei einem Besuch vor Ort. Ein Aufzug scheint hier die einzige Lösung zu sein, heißt es in einem Bericht der SPD.

Sundermann hat sich mit Rolf Hötker, dem Vertreter der Menschen mit Behinderung im Sozialverband VdK (Kreisverband Steinfurt), Karsten Huneke, dem SPD-Fraktions- und Ortsvereinsvorsitzendem in Lienen-Kattenvenne, sowie mit weiteren Vertretern vom VdK vor Ort über die Situation am Bahnhof Kattenvenne informiert und über Fördermöglichkeiten beraten. „Eine Brücke oder Unterführung kommt aufgrund der Steigung, die nicht mehr als sechs Prozent betragen darf, und der örtlichen Begebenheiten nicht infrage. Ein Aufzug wäre vermutlich die einzige Lösung. Der barrierefreie Umbau des Bahnhofs einschließlich Anpassung der Bahnsteighöhen kostet laut Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM) rund 3,7 Millionen Euro“, sagt Hötker.

Rolf Hötker

In der Bewertungsskala für den Umbau von Stationen im NWL (Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe) liege Kattenvenne im Ranking in der Liste von 1 bis 99 auf Platz 31. Hötker: „Hiernach ist eine Unterstützung durch Maßnahmen des NWL auf mittlere Sicht kaum zu erwarten, zumal eine Förderung erst ab 1000 Fahrgästen pro Tag interessant wird. Falls mit Mitteln der Kommune die Barrierefreiheit am Bahnhof erreicht werden könnte, ist nach Auskunft des ZVM-Geschäftsführers Michael Geuckler mit einem Zuschuss von 90 Prozent für die Baukosten zu rechnen, wenn die Kommune die restlichen zehn Prozent übernimmt.“

Huneke gab zu bedenken, dass sich die Gemeinde Lienen im Haushaltssicherungskonzept befinde. Freiwillige Ausgaben, wie etwa die Umgestaltung des Bahnhofs, würden einer strengen Aufsicht unterliegen. Huneke: „Dennoch wollen wir über die Parteigrenzen hinweg eine gemeinsame Haltung im Gemeinderat anstreben, die im Ergebnis zu einem Zuschussantrag an den NWL führen könnte. Wir würden vorab einen Prüfantrag an die Verwaltung richten, damit nicht von vornherein der Zuschussantrag wegen seiner möglichen Dimension zum Scheitern verurteilt ist.“

Sundermann will zudem prüfen, ob es vom Land NRW weitere Fördermöglichkeiten gibt. „Immerhin betont die Landesregierung, dass sie die Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehrweiter vorantreiben will.“ Sundermann versprach auch, mit Werner Lübberink, dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Nordrhein-Westfalen, über die Situation am Bahnhof Kattenvenne zu sprechen und Lösungsmöglichkeiten auszuloten.

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