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„Mein Lienen“: Reaktionen auf die Vorstandssuche und eine nicht ausgeschlossene Auflösung

„Dann wäre gar nichts mehr los“

Lienen

Der Verein „Mein Lienen“ sucht händeringend Nachfolger für seinen vierköpfigen Vorstand, der sich bei der nächsten Jahreshauptversammlung nicht zur Wiederwahl stellen wird. Sollte dieses Unterfangen scheitern, hatte das Leitungsgremium um Daniel Peters angekündigt, drohe „die Auflösung“. Was das vor Ort beobachtet wird? Die WN haben sich umgehört.

Von Mareike Stratmann

Ein Beleg dafür, was das Team von „Mein Lienen“ auf die Beine stellt: Da wären das Lichterpicknick am Dorfteich 2020 und 2021, die Klassiker Sonnenblumen- und Weihnachtmarkt sowie die ganzjährige Betreuung des Barfußparks samt Matschspielplatz. Alles Aktionen, die jeweils viele Lienener und Gäste in den Ort locken. Foto: Gemeinde Lienen (2)

Der Verein „Mein Lienen“ sucht wie berichtet händeringend Nachfolger für seinen vierköpfigen Vorstand, der sich bei der nächsten Jahreshauptversammlung nicht zur Wiederwahl stellen wird. Sollte dieses Unterfangen scheitern, hatte das Leitungsgremium um Daniel Peters angekündigt, drohe „die Auflösung“. Und was das für den Ort bedeuten würde, kann ein jeder einschätzen, der weiß, in wie vielen Töpfen die Ehrenamtlichen rühren.

„Lienen würde jenseits der Aktionen im Haus des Gastes komplett ohne Veranstaltungen im Freizeitbereich dastehen“, sagt beispielsweise Hans-Heinrich Rottmann, der über 20 Jahre die Geschicke der Arbeitsgemeinschaft Lienener Kaufleute (ALK) geleitet hat, ehe diese mit dem Ortsmarketing vor sechs Jahren zu „Mein Lienen“ verschmolz. „Das wäre sehr, sehr bedauerlich“, sagt der Lienener, der sich für eine erfolgreiche Zukunft vor allem „seitens der Verwaltung eine bessere Kommunikation und Zusammenarbeit mit dem Verein wünscht“.

Auch Kaufmann Hermann Bruns würde eine Auflösung, zu der es – wie Daniel Peters betont – niemand kommen lassen möchte, „sehr schade“ finden. Zwar hätten die verkaufsoffenen Sonntage im Rahmen der Veranstaltungen die Kassen nicht übermäßig klingeln lassen, aber er mahnt „nicht nur die Einnahmen an dem einen Tag“ zu sehen, sondern darüber hinaus zu schauen. Sonnenblumen- und Weihnachtsmarkt machten den Ort über die Gemeindegrenzen bekannt. Bewohner umliegender Orte kämen gerne und zahlreich, so sein Urteil. „Und sonst wäre hier gar nichts mehr los.“ Gleichwohl fragt sich der Mittsechziger: „Wer soll es zukünftig machen? Die Geschäfte werden doch auch immer weniger.“

Ob die Gemeinde in ein etwaiges Vakuum einspringen könnte, überlegen erste. Bürgermeister Arne Strietelmeier betont, „dass die Gemeinde den Verein auch finanziell immer gerne unterstützt und wir seit Jahren gut und intensiv zusammenarbeiten“. Allerdings will er an eine Auflösung gar nicht erst denken. „Mein Lienen ist ein beliebter Verein, und ich gehe davon aus, dass sich Ehrenamtliche finden lassen“, sagt der Bürgermeister auch mit Verweis darauf, dass er in den vergangenen Tage „zwei, drei Anrufe“ erhalten habe. Lienener hätten dabei ihr Interesse am Verein und dessen Aufgaben bekundet.

Mit den Klassikern Sonnenblumen- und Weihnachtsmarkt, zuletzt dem Lichterpicknick, dem Osterfeuer und der Betreuung des Barfußparks mit dem beliebten Matschspielplatz sind das eine Menge. Zudem hat der Verein über Mitgliedsbeiträge die Adventsbeleuchtung im Ortskern oder die Herrichtung des Radwegs entlang des Barfußparks finanziert – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Strietelmeier räumt ein, „dass Ehrenamt schwierig geworden ist“, allerdings hofft er – wie der aktuelle Vorstand auch –, dass sich Bürger finden, „die sehen, dass man in der Gemeinschaft etwas bewegen kann.“ Und dann lobt er: „Ich schätze den Verein sehr.“

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