1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Lienen
  6. >
  7. „Das ist der Wahnsinn“

  8. >

Müll an Glascontainern: Ausschuss diskutiert Videoüberwachung und Standorte

„Das ist der Wahnsinn“

Lienen

Wo „Glas“ draufsteht, kommt Glas rein. Wo „Altkleider“ draufsteht, kommen Altkleider rein. Und wo „Elektro-Kleingeräte“ draufsteht, gehören eben solche rein. Und direkt vor den Containern? Da steht nichts. Genau das nehmen einige Zeitgenossen zum Anlass für eine eigenwillige Interpretation – frei nach dem Motto: wo nichts steht, ist alles erlaubt – und lagern dort alles Mögliche ab. Dabei haben ausgediente Monitore, Hausrat und sonstiges nichts im öffentlichen Raum verloren.

Michael Schwakenberg

Im Hauptausschuss wurde diskutiert, wo künftig noch Glascontainer aufgestellt werden sollen. Anlass waren illegale Müllablagerungen im Bereich der Container am Lührmanns Weg nahe der Waldorfschule. Foto: ws

„Das ist Wahnsinn, was da in letzter Zeit passiert“, resümierte Kämmerer Daniel Püttcher in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Aber was tun? Bislang lässt die Gemeinde den illegal abgestellten Müll auf eigene Kosten entsorgen. Gelingt es, den Verursacher ausfindig zu machen, gibt es eine Anzeige und der Übeltäter wird zu Kasse gebeten.

Doch damit ist das generelle Problem nicht gelöst. Und deshalb wurde im Ausschuss auch die Frage in Raum gestellt, ob tatsächlich jeder einzelne der derzeit vorhandenen Container gebraucht werde. Als Kämmerer Daniel Püttcher das bejahte, wurde die Möglichkeit der Videoüberwachung in Spiel gebracht und die Standortfrage gestellt.

Hintergrund ist vor allem die Situation am Lührmanns Weg, wo Contanier nahe der Waldorfschule stehen und sich ein Schüler neulich leichte Schnittverletzungen zugezogen hat (die WN berichteten). Zum Punkt Videoüberwachung bezog Ordnungsamtsleiter Christian Brüger Stellung: Diese sei nur zulässig, wenn es sich bei den Container-Stellplätzen um abgegrenzte Bereiche handele und der öffentliche Raum nicht mitgefilmt werde. Und genau diese Voraussetzung sei nicht gegeben.

Püttcher brachte noch einen noch einen Aspekt ins Spiel: Er pflichtete Bürgermeister Arne Strietelmeier bei, dass Container nicht unbedingt in die Nähe von Schulen, Kindergärten und Sportstätten gehören, aber man müsse auch bedenken, dass Standorte von den Entsorgungslastern gut angefahren werden können. Und genau das sei am Lührmanns Weg optimal der Fall.

Bürgermeister Strietelmeier würde es am liebsten sehen, wenn die Container in der Nähe der Einzelhändler oder sogar direkt auf deren Arealen platziert würden. Bisherigen Gespräche hätten aber nicht gebracht außer einem klaren Nein der Unternehmen.

Startseite