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Feuerwehr will Schlagkraft erhöhen: Hauptausschuss stimmt Brandschutzbedarfsplan zu

Das Ziel: In acht Minuten vor Ort

Lienen

Nach Alarmierung innerhalb von acht Minuten am Einsatzort zu sein. Das sollte in 80 Prozent der Fälle gelingen. Diesen sogenannten Zielerreichungsgrad legt der aktualisierte Brandschutzbedarfsplan der Gemeinde fest. Bislang gelingt das aber nur in 60 Prozent der Fälle, berichtete Lienens Feuerwehrchef Eckhard Ehmann in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses

Von Michael Schwakenberg

Nach einer Alarmierung sollte die Feuerwehr spätestens innerhalb von acht Minuten am Einsatzort sein. Im Hauptausschuss erläuterte Feuerwehrchef Eckhard Ehmann (kl. Bild), mit welchen Maßnahmen die Lienener Wehr in den kommenden Jahren den sogenannten Zielerreichungsgrad erhöhen könnte. Foto: ws/msc

Nach Alarmierung innerhalb von acht Minuten am Einsatzort zu sein. Das sollte in 80 Prozent der Fälle gelingen. Diesen sogenannten Zielerreichungsgrad legt der aktualisierte Brandschutzbedarfsplan der Gemeinde fest. Bislang gelingt das aber nur in 60 Prozent der Fälle, berichtete Lienens Feuerwehrchef Eckhard Ehmann in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Auf Nachfrage erläuterte er, dass das dem Umstand geschuldet sei, dass Lienen eine Flächenkommune sei. Ehmann hielt weiter fest: „Unsere Achillesferse ist ganz klar Holperdorp.“

Man könnte dort theoretisch einen dritten Standort neben Lienen und Kattenvenne errichten. Aber: „Das würde keinen Sinn machen, da uns dort die Leute fehlen“, breitete Ehmann diesen nicht ganz ernst gemeinten Gedankenspielen schnell wieder ein Ende. Stattdessen verwies er auf die interkommunale Zusammenarbeit mit Hagen und Bad Iburg, die näher dran sind und deren Wehren ebenfalls alarmiert werden, wenn in Holperdorp der Ernstfall eintritt.

Um den Zielerreichungsgrad in den kommenden fünf Jahren deutlich zu steigern, müsste nach Einschätzung der Wehrführung folgendes passieren:

  • Fortführung und Umsetzung des Fahrzeugkonzeptes (Technik folgt Taktik)
  • Nutzung moderner Technologien zur effektiveren Einsatzabarbeitung
  • Halten und Neugewinnung von aktiven Mitgliedern (insbesondere Quereinsteiger und Frauen)
  • Qualifizierte Aus- und Weiterbildung
  • Ausbau der Jugendfeuerwehr auf eine Stärke von dauerhaft 35 Mitgliedern (20 in Lienen, 15 in Kattenvenne)
  • Gründung einer Kinderfeuerwehr für Sechs- bis Zehnjährige.

Die Mitgliedergewinnung scheint dabei ein besonders wichtiger Punkt zu sein: Statt aktuell 99 aktiver Kräfte (68 Lienen, 31 Kattenvenne) müsste die Gesamtstärke zur Erreichung der Ziele bei knapp 130 Kameraden und Kameradinnen liegen. Dass die die Nachwuchsarbeit dabei von enormer Bedeutung ist, zeigt folgende Zahl: Schon heute kommen 50 Prozent der aktiven Wehr aus der Jugendfeuerwehr.

Was die Schlagkraft zusätzlich beeinträchtigt: „Früher haben die meisten Feuerwehrleute in Lienen gearbeitet und waren schnell am Gerätehaus. Heute arbeiten viele auswärts, zum Beispiel in Lengerich. Bis die im Einsatzfahrzeug sitzen, sind die ersten Minuten längst vorbei“, gab Fachbereichsleiter Christian Brüger nach der Sitzung im WN-Gespräch zu bedenken.

Auf die Frage von Heiner Peters vom Bündnis für Ökologie und Demokratie, ob es aktuell sinnvoll ist, an den 80 Prozent festzuhalten, wenn es in absehbarer Zeit eh kaum zu ereichen sei, antwortete Brüger: „Es handelt sich um einen Bedarfsplan, nicht um einen Umsetzungsplan.“ Soll heißen: Die Ziele stehen zwar fest. Aber ob, wann und wie einzelne Maßnahmen angegangen werden und dann auch tatsächlich umgesetzt werden, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Was die Fahrzeugwünsche der Feuerwehr betrifft, drückte CDU-Fraktionssprecher Michael Stehr schon mal sanft auf die Bremse: „Da haben wir in den vergangenen Jahren ja schon einiges gemacht. Das müssen wir uns noch mal genau anschauen.“ Was die vor geraumer Zeit schon mal angedachte Errichtung einzelner Löschwasserbehälter im Außenbereich betrifft, mahnte Stehr ebenfalls, dazu separate Überlegungen zu einem späteren Zeitpunkt anzustellen.

Unterm Strich gab es aus den Reihen der Fraktionen viel Lob für Feuerwehr und Verwaltung, die gemeinsam den Brandschutzbedarfsplan erstellt hatten.

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