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Lengericher Straße: Alis Tatzel und ihre beiden Kinder wären beinahe überfahren worden

Ein ungutes Gefühl ist stets dabei

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Wenn Alisa Tatzelmorgens ihre vier und sechs Jahre alten Töchter mit dem Fahrrad zum Kindergarten und zur Schule bringt, dann immer mit einem unguten Gefühl. Denn jedes Mal muss sie dafür in Höste die Lengericher Straße überqueren. Seit sie und ihre Kinder neulich beim Queren der Lengericher Straße fast überfahren worden wären, hat sich das ungute Gefühl verstärkt.

Der Weg von der einen zur anderen Straßenseite der Lengericher Straße kann nicht nur sehr lang, sondern auch sehr gefährlich sein. Vor allem dann, wenn Autofahrer durch ihr Verhalten rücksichtlos das Leben der schwächeren Verkehrsteilnehmer gefährden, so wie es Alisa Tatzel schon öfter erlebt hat. Foto: Luca Pals

Wenn Alisa

Tatzel morgens ihre vier und sechs Jahre alten Töchter mit dem Fahrrad zum Kindergarten und zur Schule bringt, dann immer mit einem unguten Gefühl. Denn jedes Mal muss sie dafür in Höste die Lengericher Straße überqueren, um dann über die Schafstraße ins Dorf zu kommen. Seit sie und ihre Kinder neulich beim Queren der Lengericher Straße fast überfahren worden wären, hat sich das ungute Gefühl verstärkt.

Eindrucksvoll schildert sie, was passiert war: „An der Kreuzung mit dem Höster Damm/Zur Fuchsfarm wären wir fast von einem viel zu schnellen, verbotenerweise überholenden Auto erfasst worden. Die kleine Tochter auf meinem E-Bike auf dem Gepäckträgersitz, die große Tochter auf dem eigenen Rad. Als wir vom Straßenrand losgefahren waren, war kein Auto zu sehen gewesen. Im zweiten Augenblick, als wir die erste von drei Fahrbahnen überquert hatten, kam ein Kleinwagen von links aus Richtung Lienen. Dieser war mit normaler Geschwindigkeit unterwegs. Ich wusste, dass wir das locker schaffen würden. Im nächsten Augenblick kam jedoch ein Kombi angeschossen, der den Kleinwagen überholte, obwohl dieser schon auf der Linksabbiegespur Richtung Höster Damm war. Wir machten uns in der Fahrbahnmitte möglichst klein, in der Hoffnung, dass er irgendwo an uns vorbei kommen würde. Ich hatte intuitiv meine neben mir radelnde Tochter gepackt und festgehalten, damit sie nicht weiterfahren kann. Er raste vor unseren Nasen vorbei. Wären wir weitergefahren, hätte er uns alle drei mit voller Wucht erfasst.“

Während die Kinder in dem Moment gar nicht so schnell realisiert hätten, wie brenzlich die Situation war, habe sie danach am Straßenrad erstmal weiche Knie bekommen und tief durchatmen müssen. „Dadurch ist dann auch den Kindern bewusst geworden, was das gerade passiert ist“, berichtet die 37-Jährige.

Da man von der Teuto-Seite keine Chance hat, quasi obenherum ins Dorf zu gelange, kann das Problem nach ihrer Ansicht nur mit einem durchgehenden Radweg an der Lengericher Straße auf nördlicher Seite gelöst werden.

Ein Projekt, das die Gemeinde auf dem Schirm hat. Zumal die unzureichende Ausstattung Lienens mit Radwegen speziell an den Ausfallstraßen seit Jahren ein Thema ist. Was die Lengericher Straße betrifft, ist laut Bauamtsleiter Nico Königkrämer Bewegung in der Sache. „Vom Land gibt es das Signal, Mittel für einen sogenannten Bürgerradweg zur Verfügung zu stellen. Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass der Grunderwerb dafür abgeschlossen ist.“ Die Verwaltung führe dazu abschnittweise die erforderlichen Gespräche mit den betroffenen Eigentümern. Widerstände gegen den Bau des Radweges könne er derzeit nicht erkennen so Königkrämer.

Er hoffe, bis zum Jahresende so weit zu sein, dass man einen ersten Abschnitt in Angriff nehmen könne: „Das läuft dann so, dass das Land Mittel für Planung und Umsetzung zur Verfügung stellt, aber die Gemeinde den Radweg in Eigenregie baut.“ Nach Fertigstellung werde der Weg dann dem Land übertragen, womit der Landesbetrieb Straßen dann für den Unterhalt zuständig ist. Auf einen Zeitplan zur Umsetzung will sich der Bauamtsleiter nicht festlegen.

Aber selbst wenn der Radweg kommt, bleibt für Alisa Tatzel ein Problem bestehen: „Wollen unsere Kinder morgens mal mit den Bus ins Dorf – und die Anbindung ist sehr gut –, müssen sie dafür erst die Lengericher Straße überqueren. Dann werde ich sie wohl jedes Mal rüberbringen, auch wenn sie größer sind.“

Denn eines ist ihr klar: Ein Radweg wird wohl nichts daran ändern, dass auf der Lengericher Straße viel zu schnell gefahren und gefährlich überholt wird.

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