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Protest am Edeka-Zentrallager: Landwirte blockieren Zufahrt

„Ein Zeichen“ gegen fallende Butterpreise

Tecklenburger Land

Nachdem Landwirte aus dem ganzen Münster- und dem Osnabrücker Land sich am Dienstagvormittag an einer Blockade des Aldi-Zentrallagers in Greven beteiligt hatten, blockierten am Dienstagabend rund 50 Traktoren die Zufahrt zum Edeka-Zentrallager an der Gutenbergstraße in Ibbenbüren.

Heinrich Weßling

Die Landwirte blockierten das Lager an der Gutenbergstraße in Ibbenbüren. Foto: Heinrich Weßling

„Wir wollten hier noch einmal ein Zeichen setzen“, erläuterte Ludger Theis aus Eggermühlen (Bersenbrück), ein Sprecher der Landwirte, warum man auf dem Rückweg von der Protestaktion in Greven in Ibbenbüren am Edeka-Zentrallager Station machte. „Die Märkte sollen wissen, wir sind unterwegs und wir können auch schnell reagieren.“

Bekanntlich bringt die Sorge, dass die Butterpreise stark fallen, derzeit die Landwirte mit ihrem Protest und ihrem Frust auf die Straße. Butter gilt in der Branche als Richtpreis für andere landwirtschaftliche Produkte. Viele landwirtschaftliche Produkte würden verramscht, beklagen die Bauern, die das Überleben der bäuerlichen Betriebe gefährdet sehen, wie Ludger Theis erläuterte. „Wir benötigen von der politischen Seite Rahmenbedingungen, die uns schützen können, so Theis. „Wenn wir uns jetzt nicht wehren, wird die Welt Ende nächsten Jahres ganz anders aussehen. Dann werden sehr viele Betriebe nicht mehr da sein.“ Auf ihrem Rückweg von der Protestaktionin Greven trafen die Landwirte aus dem Tecklenburger Land und dem Osnabrücker Land am Dienstagabend gegen 21.30 Uhr am Edeka-Zentrallager ein.

Einen gerade dort eintreffenden LKW hinderten sie an der Zufahrt zum Zentrallager. Angesichts der ausweglosen Lage rücken die Bauern in ihrem Protest zusammen. Dass bei diesem Zusammenrücken aber in Zeiten der Corona-Pandemie unter anderem auch das Abstandsgebot zu beachten sei, dazu ermahnte die Polizei am Dienstagabend die protestierenden Landwirte, die sich um ein Feuer scharten. Die Polizei machte sich am Abend ein Bild von der Lage und hielt unter anderem die Nummernschilder der Traktoren im Bild fest. Wie lange die Blockadeaktion am Edeka-Zentrallager dauern soll, dazu gab es am Dienstagabend von den Landwirten noch keine Auskunft.

Die Blockadeaktion am Edeka-Zentrallager dauerte schließlich bis in die späte Dienstagnacht hinein, wie Landwirt Thomas Nagelmann am Mittwoch auf Nachfrage berichtete.

Gegen 2.30 Uhr unterschrieb schließlich der Edeka-Vorstand einen Verhaltenskodex, den die Landwirte vorab aufgesetzt hatten. Mit der Unterschrift verspricht Edeka unter anderem, gemeinsam mit den Landwirten und Verarbeitern über eine gerechte Verteilung der Wertschöpfung sowie über einen Verhaltenskodex zu verhandeln, der über die gesetzlichen Regelungen hinausgeht.

Ob sich durch die Unterschrift tatsächlich etwas ändert, wagt Nagelmann zu bezweifeln. Doch eines sei gewiss: „Wenn doch gegen diese Forderungen verstoßen wird, werden wir mit unseren Schleppern wieder hier stehen.“

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