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Ausschuss für Schule und Beruf diskutiert erneut über Lüftungsanlagen

Einbau würde Betrieb beeinträchtigen

Lienen/Kattenvenne

Im Ausschuss für Schule und Beruf diskutierten die Mitglieder den Sachstand zur Anschaffung stationärer Lüftungsanlagen (RLT-Anlage) für die Grundschulen in Lienen und Kattenvenne. Dazu hatte die Verwaltung einen Beschlussvorschlag erarbeitet, in dem sie dem Rat empfiehlt, den Verzicht auf die Installation der Anlagen und auf die Beschaffung mobiler Luftreinigungsgeräte zu beschließen. Die dafür beantragten beziehungsweise bereits erhaltenen Zuwendungen in höhe von 868 800 Euro sollen zurückgegeben werden.

Von Gernot Gierschner

Die Schulleitungen in Kattenvenne Foto: Wilhelm Schmitte

Im Ausschuss für Schule und Beruf diskutierten die Mitglieder den Sachstand zur Anschaffung stationärer Lüftungsanlagen (RLT-Anlage) für die Grundschulen in Lienen und Kattenvenne. Dazu hatte die Verwaltung einen Beschlussvorschlag erarbeitet, in dem sie dem Rat empfiehlt, den Verzicht auf die Installation der Anlagen und auf die Beschaffung mobiler Luftreinigungsgeräte zu beschließen. Die dafür beantragten beziehungsweise bereits erhaltenen Zuwendungen in höhe von 868 800 Euro sollen zurückgegeben werden.

Der Rat hatte in seiner Sitzung Ende Dezember entschieden, zunächst die erforderlichen Mittel für die Installation in den Haushaltsplanentwurf 2022 aufzunehmen, aber noch keine Entscheidung über die Anschaffung zu treffen. Somit war sichergestellt, dass in Aussicht gestellte Fördermittel auch abgerufen werden konnten. Bauamtsleiter Nico Königkrämer und sein Pendant aus dem Fachbereich Ordnung, Bildung und Soziales, Christian Brüger, berichteten über das Stimmungsbild an den Schulen und die technischen und planerischen Stolpersteine des Projekts.

Die Schulleiterin der Grundschule Kattenvenne hatte sich schon im November gegen die Installation einer stationären RLT-Anlage ausgesprochen. Auch aus Sicht ihrer Kollegin der Grundschule Lienen ist die Installation einer stationären RLT-Anlage nicht notwendig. Dies liegt darin begründet, dass bislang durch Öffnen von Fenstern und Türen für einen ausreichenden Luftaustausch gesorgt werden konnte, weil die Klassenräume baulich über ausreichende Lüftungsmöglichkeiten verfügen. Alternativ zu den stationären Geräten mobile Luftreiniger anzuschaffen, wird von den Grundschulleiterinnen wegen erheblicher Lärmbelastung ebenfalls nicht befürwortet. Eine Förderung dieser Anlagen wäre auch nur vorgesehen, wenn Klassenräume überhaupt nicht belüftet werden könnten.

Teilnehmer der Sitzung kritisierten, dass bisher weder Schüler und Eltern noch Schulpflegschaften dazu gehört worden seien. Zudem wurde bei der Ermittlung des Energiebedarfs oder einer möglichen Energieeinsparung von RLT-Anlagen weiterer Handlungsbedarf gesehen. Bürgermeister Arne Strietelmeier kündigte an, dass die energetische Gesamtsituation der Schulgebäude in naher Zukunft gutachterlich geprüft werde.

Die technischen Schwierigkeiten, RLT-Anlagen in ein vorhandenes Gebäude einzubauen, bezeichnete Christian Brüger als enorm. Die Baumaßnahmen wären mit erheblichen Beeinträchtigungen des Unterrichtsbetriebs durch Lärm und Schmutz verbunden, Kernbohrungen und Installation, Prüfung der Tragfähigkeit der Decken und viele Unwägbarkeiten stünden einer schnellen Umsetzung entgegen. Es sei nicht sicher, ob im Förderzeitraum Handwerker zu finden seien, auch die Anlagen selbst hätten wegen der hohen Nachfrage sehr lange Lieferzeiten.

Der Ausschuss beschloss, vor einer endgültigen Entscheidung des Rats die Schulkonferenzen zu hören.

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