Abgesackte Seitenränder nach Glasfaserausbau: Wer trägt die Schuld?

„Es ist schwer, das nachzuweisen“

Lienen/Kattenvenne

Der Glasfaserausbau ist in Lienen längst abgeschlossen. Doch ein gewisser Ärger ist geblieben. Der Vorwurf, dass die beauftragten Tiefbau-Unternehmen die Gräben nicht wieder richtig verdichtet hätten, steht im Raum. Bauamtsleiter Nico Königkrämer sagt, man werde das Gespräch mit der Teutel suchen.

Von Mareike Stratmann

Die Glasfaserkabel sind längst in der Erde verschwunden. Geblieben sind abgesackte und ramponierte Seitenränder, moniert Ratsherr Wolfgang Wieneke (rundes Bild). Foto: Klaus Meyer/privat

Die Glasfaserkabel sind verlegt und die aufgeworfenen Gräben an den Seitenrändern der Wege auch längst wieder zugeschüttet worden. Seit Juli vergangenen Jahres ist der Glasfaserausbau in den Außenbereichen Lienens abgeschlossen – der Ärger indes ist geblieben. Zum Beispiel bei Wolfgang Wieneke. So bemängelte der Ratsherr des Bündnisses für Ökologie und Demokratie in einer der jüngsten Ausschusssitzungen, dass vielerorts die Gräben von den Tiefbau-Unternehmen nicht richtig verdichtet worden seien.

Mit dem Warendorfer Weg, dem Alten Schulweg, dem Mautweg an der Südgrenze nach Schwege, dem Dorfbauerweg und der Straße Am Reck nannte der Landwirt gleich eine ganze Reihe an Straßen und Wegen, die nach Ende der Bauarbeiten in keinem gutem Zustand seien. „Die Kosten für eine entsprechende Instandsetzung müssen von den jeweiligen Baufirmen getragen werden“, beklagt der Lienener. „Und nicht von einer Kommune in der Haushaltssicherung.“

Mit dem letzten Satz spielte Wolfgang Wieneke auf Arbeiten am Warendorfer Weg an, die im vergangenen Jahr stattgefunden hatten. Auf WN-Nachfrage im Bauamt bestätigt dessen Leiter Nico Königkrämer die rund 50 000 Euro teure Maßnahme, sagt aber auch, dass die Gemeinde die nicht befestigte Bankette „aus eigenem Antrieb heraus, zugunsten der dauerhaften Verkehrssicherheit und unabhängig vom Glasfaserausbau“ im Bereich zwischen der B 475 und der Kattenvenner Straße habe aufarbeiten lassen.

Dass an einigen Stellen Schäden vorhanden sind, will Königkrämer indes nicht verhehlen. „Das sieht man ja.“ Allein, den verschiedenen Baufirmen deren alleinige Schuld nachzuweisen, sei „rechtlich, technisch anspruchsvoll“, so der Bauamtsleiter. Gerade in den Außenbereichen sei das schwer. Gleichwohl sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Wir werden das Gespräch mit der Teutel suchen“, versichert der Verwaltungsfachmann. „Wir befinden uns auch noch in der Gewährleistungsfrist.“

Zugleich versichert er, dass die Mitarbeiter des Bauhofes ihre Augen während der Maßnahmen in den vergangenen Jahren durchaus offen gehalten hätten. „Wenn es da etwas zu beanstanden gab, ist das direkt weitergegeben worden“, bekräftigt Königkrämer. Allein hätten die auch nicht immer und überall sein können.

Welches Ende der Streit um die kaputten Seitenränder nimmt? Womöglich kommt das Thema bereits am Montag, 10. Mai, wieder zur Sprache. Dann tagt ab 18 Uhr der Rat in der Aula der Waldorfschule. In dieser Sitzung sollen unter anderem der Haushalt und das entsprechende Haushaltssicherungskonzept für das Jahr 2021 verabschiedet werden.

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