1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Lienen
  6. >
  7. Etliche Exemplare auf der Liste

  8. >

Baumfällungen: Verwaltung wird künftig im Vorfeld informieren

Etliche Exemplare auf der Liste

Lienen

Künftig wird die Verwaltung informieren, wenn in Lienen Bäume auf öffentlichem Grund gefällt werden. Einem entsprechendem Antrag des Bündnisses stimmten alle Fraktionen im Hauptausschuss zu.

Michael Schwakenberg

Womöglich noch im Herbst dieses Jahres wird die Kaisereiche gefällt. Nach Auskunft der Verwaltung führt daran kein Weg vorbei. Foto: Michael Schwakenberg

Werden in Lienen gelegentlich Bäume gefällt, obwohl sie keine Gefahr darstellen und somit aus Gründen der Verkehrssicherheit ruhig stehen bleiben könnten? Im Bündnis für Ökologie und Demokratie hat man zumindest den Eindruck, „dass das Fällen manchmal den Vorzug vor der Pflege bekommt“. So formulierte es jedenfalls Fraktionssprecher Georg Kubitz bei der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Zur Diskussion stand ein Antrag des Bündnisses, ein Konzept für die Baumpflege zu erarbeiten.

In dem Antrag heißt es ausführlich: „Derzeit werden unseres Erachtens in Lienen vermehrt Bäume ohne ersichtlichen Grund und ohne Rücksprache im Rat oder Umweltausschuss gefällt“, obwohl dass laut vorheriger Ratsbeschlüsse nur in Ausnahmefällen erlaubt sei. Deshalb sei es dringend erforderlich, „dass in jedem einzelnen Fall die Gründe für die Fällung von Bäumen im Vorfeld den Rats- und Ausschussmitgliedern des Umweltausschusses zur Kenntnis gegeben werden“. Weiter fordert das Bündnis, dass die Verwaltung dem Ausschuss jährlich einen Bericht über die im Zuge der Baumpflege durchgeführten Maßnahmen vorlegt.

Ferner habe man den Eindruck, „dass die in den Ratsbeschlüssen festgelegte Pflicht zur Neuanpflanzung von Bäumen nicht umgesetzt wird“.

Für die Verwaltung bezog Bauamtsleiter Niko Königkrämer Stellung und berichtete, dass in Lienen eine Baumkontrolleurin über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten im Jahr alle im Kataster erfassten Bäume untersuche. Nach ihren Vorgaben würden entsprechende Maßnahmen wie das Herausschneiden von Totholz oder aber auch das Fällen einzelner Bäume erfolgen. Oft sei von außen nicht zu erkennen, wenn ein Baum von innen schon hohl oder massiv von Pilz befallen sei.

Da auch die anderen Fraktionen der Meinung sind, dass Lienen weiterhin ein gutes Pflaster für Bäume sein soll, stimmten sie dem Antrag zu – allerdings ohne explizit die Kritik des Bündnisses an der Verwaltung zu teilen. Ergänzt wurde er um den Auftrag an die Verwaltung, ein Konzept für die Neuanpflanzung von Bäumen zu erarbeiten.

Auf WN-Anfrage teilte Königkrämer mit, dass in naher Zukunft noch einige Bäume, auch an prominenten Stellen im Ort, gefällt werden müssten. Als Beispiel nannte er die sogenannte Kaisereiche Ecke Iburger Straße/Postdamm. Das Problem, so der Bauamtsleiter weiter: In der Vergangenheit seien für den jeweiligen Standort oftmals die falschen Bäume ausgesucht worden. Das treffe auch auf etliche Bergahorn-Exemplare im Ortsbild zu.

Der Klimawandel erfordere jetzt eine sehr genaue Betrachtung, um entscheiden zu können, wo künftig welche Baumart sinnvollerweise zum Zuge kommt.

Startseite