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Lego-Nachmittage in der Waldorfschule

Feuerwehrhaus, Bolzplatz und Windräder – 250 Kilogramm Lego werden verbaut

Lienen

Eine große Lego-Stadt ist entstanden, und die Kinder sind stolz darauf. Zwei tage lang haben sie gewerkelt.

Von Luca Pals und

Eine Lego-Stadt mit zahlreichen Bausteinen und kleinen Welten entstand über zwei Tage lang in der Aula der Lienener Waldorfschule. Foto: Luca Pals

Zu fünft überlegen sie: Wie bekommen wir den Fußballplatz am besten aufgebaut? Wo kommt die Tribüne hin? Und wo sollen die Eingänge sein? Diese Fragen sind umso wichtiger, wenn man bedenkt: Am Ende haben alle mitgeholfen und angepackt – die Einzelstücke entstehen nicht im Alleingang, das große Ganze sowieso nicht. Das ist nach dem Geschmack von Thomas Brümmer vom Lengericher Jugendzentrum: „Es ist wichtig, dass alle zusammen an etwas werkeln und keiner nur sein Ding durchziehen kann.“ Das Produkt am Ende? Eine große Lego-Stadt, die mitten in der Lienener Waldorfschule aufgebaut wurde.

Thomas Brümmer

Den krönenden Abschluss von zwei Tagen – Donnerstag und Freitag – bildete am Samstag der gemeinsame Familienbesuch. Hier und da konnten Eltern Bilder machen und sich vom Nachwuchs die ausgetüftelten Winkelzüge der Lego-City erklären lassen,

Auf die Beine gestellt hat das Projekt – wie im vergangenen Jahr – der Zusammenschluss der Jugendzen-tren aus Lengerich, Lienen und Ladbergen, kurz „LaLeLi“ in Zusammenarbeit mit Frank Rütten von „Brick Solution.“

Der Lego-Experte hat sein Hobby vor 16 Jahren zum Beruf gemacht, seitdem viel zu tun, kommt in einigen Ecken Deutschlands rum und bringt stets 250 Kilogram Legospaß mit: „Ein Kindertraum“, wie es Christiane Weinmar aus dem Ladberger Jugendzentrum am Freitagnachmittag nannte. Feuer und Flamme ist sie am Tisch der Ladberger, die auch Polizeiautos für die große Stadt zusammengebaut haben. Klar: Sicherheit muss auch in Lego-City gegeben sein.

Kreativität und Zusammenarbeit

Rütten hatte Anfang der vergangenen Woche noch für zwei Tage selbiges Projekt in Saerbeck in Zusammenarbeit mit der dortigen Kolpingsfamilie auf die Beine gestellt. Für ihn steht neben der Kreativität der Kinder auch die Zusammenarbeit zwischen diesen im Mittelpunkt: „Wir haben den Kindern zwei Jahre lang erzählt, dass der Nachbar sie anstecken kann. Wie soll in einer solchen Stimmung so etwas wie Vertrauen entstehen?“ Beim Lego-Projekt müssen alle 27 Kinder aus den drei Kommunen an einem Strang ziehen: „Die Stadt wurde in sechs Abschnitten aufgebaut. Dahinter verstecken sich die Bereiche, die in vielen Städten wiederzufinden sind“, erklärt Rütten und schaut vom Krankenhaus über die Windräder bis zum fast ein Meter hohen Kran, der an der nebenliegenden Baustelle aufgebaut wurde.

Über elf Stunden Arbeit stecken in diesem Projekt, Thomas Brümmer lobte die Zusammenarbeit mit der Lienener Waldorfschule: „Der Raum gibt den nötigen Platz und ist ideal für das Projekt.“

Aber zurück zu Rütten: „Die Kinder bauen einerseits kreativ in der freien Bauzeit und andererseits genau nach einem Plan mit einer Bauleitung in der Hand. Ich glaube, dass beides im Leben wichtig ist: Kreativität und nach Plan arbeiten.“ Insgesamt hätten alle Kinder „gut an einem Strang gezogen“, einige bekommen vom Lego-Fachmann den Stempel „besonders fleißig“ aufgedrückt.

Besonders fleißig

Er muss es ja wissen: „Unser Unternehmen bietet Lego-Projekte sowohl im Bildungs- als auch im Unternehmensbereich an. Als drittes Standbein zählen für uns Aktionen wie diese dazu.“ Letztere würden ihm nicht nur am meisten Spaß machen, sondern seien auch besonders wichtig: „Es ist gut, dass die Schulen wieder in Präsenz stattfinden, dort können die Kinder den Stoff nachholen – aber viel wichtiger ist doch, dass sie lernen, wie sie miteinander umgehen können.“ Und weiter: „Ich habe zwar keine wissenschaftlichen Belege, aber man merkt schon, dass sich im Vergleich zur Zeit vor Corona einiges verändert hat. Letztens war ich in einer Kita, wo die Kinder sich nicht mehr in die Arme gefallen sind – das ist doch wirklich erschreckend.“

Gefilmt und professionell fotografiert wurden die einzelnen Projekte bereits am Freitag durch Mirjana Nowak, die Fotografie an der Fachhochschule Dortmund studiert.

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