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Kitzrettung scheucht Fasane, Hasen und trächtige Ricken auf

Fuchs geht leer aus

Lienen

Das hatte sich Meister Reinecke wohl anders vorgestellt. Bis auf zwei Meter hatte sich der Fuchs an einen Fasan herangeschlichen, als ihm das Geräusch der Drohne der Kitzrettung am Mittwochmorgen das „Frühstück“ verscheuchte.

Michael Baar

Die Drohne der Kitzrettung hat am Mittwochmorgen einem Fuchs Foto: dpa

Dieser Einsatz am Mittwochmorgen hat sich gelohnt. Mittels Drohne und Wärmebildkamera hat Marc Gerseker rund 20 Fasane und 30 Hasen von Grünflächen verscheucht, die gemäht werden sollen. Mit einem Schmunzeln erzählt er von einem besonderen „Zwischenfall“: Ein Fuchs hatte sich bis auf zwei Meter an einen Fasan herangeschlichen – und wurde durch die Drohne aufgescheucht. „Dem haben wir das Frühstück verdorben“, sagt der Lienener.

Rehkitze fanden sich nicht auf den Flächen, die von der Initiative Kitzrettung überflogen wurden. Allerdings wurden mehrere trächtige Ricken vom Surren der Rotorblätter veranlasst, ihren Standort zu verlassen. Sein Dank gilt den Helfern, ohne die eine Rettung der Kitze nicht möglich wäre (WN berichteten).

In diesem Zusammenhang erneuert Marc Gerseker seine Bitte an alle Landwirte: „Meldet Euch vor der ersten Mahd bei uns – wir sorgen mit unserer ehrenamtlichen Rehkitzrettung per Drohne dafür, dass ihr eure Pflicht auf Vergrämung beziehungsweise Absuche erfüllt, was in der aktuellen Situation mit Menschenketten nicht möglich ist.“ Schließlich würden Landwirten, die nachweislich nichts in Sachen Wildrettung unternommen haben, hohe Strafen drohen.

Was die Arbeit von Rehkitz-Retter Marc Gerseker und seiner Helfer erleichtern würde, sind Spenden. Allein das Drohnensystem schlage mit rund 7000 Euro zu Buche, rechnet der 48-Jährige vor. Hinzu kämen die Kosten für Genehmigungen, Versicherungen, Sprit, Reparaturen und so weiter. „Wir wollen uns sicher nicht bereichern“, stellt er mit Blick auf die etlichen Stunden Freizeit fest, die für sein Hobby draufgehen. Was ihn freut ist die Tatsache, dass es inzwischen ein Netzwerk im Raum Rheine, Osnabrück, Melle, Lienen und Sassenberg mit knapp zehn ehrenamtlichen Teams gibt.

Und dann hat der Lienener noch eine besondere Bitte: Spaziergänger, die mit Hund unterwegs sind, sollten den Vierbeiner an der Leine lassen und die Wanderwege nicht verlassen.

Zu erreichen ist Marc Gerseker unter  01 74/93 54 746, weitere Informationen gibt es im Internet (www.kitzrettung.eu).

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