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Volle Wartezimmer und leere Schulen und Kitas

Grippe- und Erkältungswelle schlägt voll zu

Lienen

Die Krankheitswelle hat Deutschland fest im Griff. Rund zehn Millionen Menschen sind derzeit krank. Das spüren auch die Praxen in Lienen.

In Deutschland nimmt die Zahl der Grippeinfektionen bereits deutlich zu. Vor der Corona-Pandemie begann die Grippesaison meistens erst im Januar. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Lange Schlangen vor den Arztpraxen und volle Wartezimmer: Die Zahl der akuten Atemwegsinfektionen, wie Influenza oder das RS-Virus steigt derzeit bundesweit an. Betroffen seien vor allem Kinder und Erwachsene über 60 Jahren, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI). Die Folge: Vor den Notfallpraxen, wie etwa am zweiten Adventswochenende im MediCo in Paderborn, bildeten sich lange Warteschlangen.

„Die Erkältungs- und Grippewelle ist auch bei uns angekommen“, erklärt Lea Krumschmidt, die als Arzthelferin in der Hausärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. Sigrid Kalthöfer / Dr. Sabine Koller an der Börgerstraße in Lienen arbeitet. Wegen unterschiedlich stark ausgeprägter Kontaktbeschränkungen bedingt durch die Coronavirus-Pandemie seien die Menschen in den beiden vergangenen Wintern von größeren Erkältungswellen verschont geblieben.

Krankheitswelle: RKI befürchtet weiteren Anstieg

Nach Angaben des RKI steigt die Erkältungs- und Grippewelle weiter an. Im aktuellen Bericht heißt es, dass die Werte aktuell sogar über dem Niveau der Vorjahre liegen. Aus dem Grippe-Wochenbericht der 48. Kalenderwoche (28. November bis 4. Dezember) geht hervor, dass zurzeit etwa 11,4 Prozent der Deutschen mit einem Atemwegsinfekt zu kämpfen haben. Das entspricht rund 9,5 Millionen Personen. Vor allem Kinder, so zeigen es die jüngsten RKI-Zahlen, holen die Infektionen nun nach, und so leeren sich zurzeit Kitas und Schulen. Zwei DRK-Kindergärten in Lüdinghausen mussten nun schließen, wegen des hohen Krankenstands. 

„Wir haben seit etwa zwei Wochen ordentlich zu tun“, so Krumschmidt, die die derzeitige Krankheitswelle, als „normal“ und vergleichbar mit vor Corona-Jahren einstuft. Egal ob jung oder alt. Hier ziehe sich die Grippe- und Erkältungswelle, im Gegensatz zum Bundesdurchschnitt, derzeit durch alle Altersklassen. „Die Akutsprechstunde ist voll bis zum Rand“, bestätigt sie auf WN-Nachfrage. Nur ein paar Kilometer entfernt, zeichnet sich dasselbe Bild ab, so eine Arzthelferin der Gemeinschaftspraxis Dr. Anne-Cathrin Lahr / Dr. Beate Wacker an der Kattenvenner Straße in Lienen.

Geringer Krankenstand beim Praxispersonal

Durch die Corona-Pandemie und das Tragen von Masken hätten viele Patientinnen und Patienten nicht die Möglichkeit gehabt, ihr Immunsystem zu trainieren. Einige Kinder würden sich zurzeit mit meist einfachen Infekten anstecken, die aufeinanderfolgen. Dadurch seien sie aktuell praktisch permanent krank, erklärt Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. 

Während in manchen Praxen wegen der vielen Patientinnen und Patienten bereits absolut am Limit gearbeitet werden muss, sei die Situation in der Gemeinschaftspraxis Dr. Sigrid Kalthöfer / Dr. Sabine Koller in Lienen noch händelbar. Unter den Kolleginnen und Kollegen ist der Krankenstand hier noch nicht ganz so hoch. „Das könnte mit dem Tragen der Maske am Arbeitsplatz zu tun haben“, vermutet Arzthelferin Lea Krumschmidt, die sich nach dem kurzen Telefonat mit unserer Redaktion wieder ihren Patienten widmet.

Unabhängig von der Krankheitswelle, bleibe die personelle Situation, insbesondere in ländlichen Regionen, angespannt, sagt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Die Auswirkungen des Ärztemangels bekommen zurzeit auch viele Eltern in Lengerich und Umgebung zu spüren, denn nachdem eine Kinderarztpraxis in Tecklenburg nun schließt, müssen sie teilweise lange Wege in Kauf nehmen, um bei einem anderen Arzt unterzukommen,

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