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„Hoch“ im Münsterland

Ibbenbüren und Nottuln käbbeln sich – Westerbecker Berg gewinnt

Lienen

Die Stadt Ibbenbüren wirbt für sich mit dem Slogan „Das Hoch im Münsterland“. Dabei liegt der höchste Punkt des Münsterlands in Nottuln, heißt es aus der Baumberge-Gemeinde. Doch beide Kommunen haben nicht auf die Karte geschaut. Der Westerbecker Berg in Lienen ist – natürlich – die höchste Erhebung im Münsterland.

Michael Baar

Die „Himmelsstürmer“ in den Baumbergen und Ibbenbüren haben beim „Streit“ um den höchsten Punkt im Münsterland nicht auf die Karte geguckt: Mit 236 Metern wird dort der Westerbecker Berg in Lienen ausgewiesen. Foto: ck/fv/ws

Die Diskussion ist nicht neu, doch es geht hoch her. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn die Stadt Ibbenbüren sieht sich als „Hoch im Münsterland“. Was wiederum in Nottuln sauer aufstößt. Denn erstens wirbt die Baumberge-Gemeinde mit „das Höchste im Münsterland“ und führt dafür als zweites einen natürlichen Beweis ins Feld: Den Westerberg in den Baumbergen, dessen Gipfel in stolzen 187,61 Metern über Normalnull (NN) endet.

Die Scharmützel zwischen der Bergbau-Stadt und der Baumberge-Gemeinde in den lokalen Medien um das Thema „hoch, höher, am höchsten“ leben immer wieder mal auf. So auch jüngst. Denn die Ibbenbürener wähnen sich mal wieder am längeren Hebel, was in diesem Fall wohl eher der „höhere“ Berg wäre. Gibt es doch im Ortsteil Dickenberg (welch bezeichnender Name) die Rudolfhalde. Die misst nach Angaben der Stadt 201 Meter in der Höhe.

Was die Ibbenbürener ganz toll finden: Die Halde wächst noch, wird also noch höher. Da könnten die Nottulner doch einpacken – woran die aber nicht einmal im Traum denken. Halde, das sind doch Restgesteine aus dem Bergbau? Die werden in Ibbenbüren-Dickenberg aufgestapelt. Kein Wunder, dass der „Berg“ höher wird, aber irgendwie auch unfair. Schließlich ist die Halde ja nicht natürlich gewachsen.

Was macht der clevere Baumberger? Genau, er packt auch drauf und zwar den Longinusturm. Der misst 32 Meter in der Länge. Addiert man die 187,61 Meter der Basis Westerberg hinzu, ergeben sich 219,61 Meter. Also klar höher als in Ibbenbüren. Und außerdem, so tönt es von den Baumbergen, sei der Ibbenbürener Slogan ohnehin nicht richtig, gehöre die Bergbaustadt doch gar nicht zum Münsterland, sondern zum Tecklenburger Land.

Alles klar? Von wegen! Beide Kommunen sind Mitglied im Münsterland e.V.. Die edlen Wettstreiter aus Ibbenbüren und Nottuln haben vergessen, ihre Scheuklappen abzusetzen. Denn die höchste natürliche Erhebung im Münsterland und im Tecklenburger Land liegt auf dem Gebiet des beschaulichen Erholungsortes Lienen. Dort reckt sich der Westerbecker Berg 236 Meter über NN in die – nein, ich schreibe jetzt nicht Atmosphäre, sondern ganz bodenständig – Luft. Das bestätigt die Tourist-Information.

Mit Aufbauten geht´s natürlich noch höher hinaus. An der Grafenstraße in Tecklenburg streckt sich ein Funkturm gen Himmel. Dessen Fuß steht 190,45 Meter über NN, hinzu kommen 111,35 Meter Länge des Baukörpers. Schnellrechner wissen es schon: Die 300-Meter-Höhenmarke ist geknackt.

Was nicht das Ende der sprichwörtlichen Fahnenstange ist. Die steht – ausgerechnet! – in Ibbenbüren: Der Schornstein des Kraftwerks. 275 Meter ist die Spitze vom Fuß entfernt. Plus Schafberg, auf dem das Bauwerk steht. Das sind mindestens 100 Meter, großzügig geschätzt 126 Meter – die 400-Meter-Marke geknackt.

Egal. Der Westerbecker Berg ist und bleibt – natürlich – die höchste Erhebung.

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