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Keine schnelle Fällung der Linden

Kreis verlangt Gutachten in puncto Artenschutz

Lienen

Klappt es mit der Baumfällung im Umfeld der evangelischen Kirche womöglich doch nicht so schnell und reibungslos wie sich das Presbyterium das vorgestellt hat? Nach vereinzelt Kritiker an dem Vorhaben hat sich nach WN-Informationen inzwischen auch der Kreis eingeschaltet.

Von Michael Schwakenberg

Ganz so schnell und reibungslos, wie das Presbyterium es sich vorgestellt hatte, wird die Fällung der Linden im Umfeld der Kirche nicht vonstatten gehen. Foto: Michael Schwakenberg

Klappt es mit der Baumfällung im Umfeld der evangelischen Kirche womöglich doch nicht so schnell und reibungslos, wie sich das Presbyterium das vorgestellt hat? Nachdem es vereinzelt Kritik an dem Vorhaben gab, die in die Jahren gekommenen Linden zu entfernen, hat sich nach WN-Informationen inzwischen auch der Kreis eingeschaltet.

„Die Untere Naturschutzbehörde hat vor Weihnachten eine artenschutzrechtliche Untersuchung der Bäume verlangt. Diese liegt noch nicht vor. Erst wenn die Untersuchung die Unbedenklichkeit bescheinigt, darf gefällt werden“, heißt es auf WN-Anfrage von Seiten der Pressestelle des Kreises.

Dass alte Bäume irgendwann zum Risiko werden und aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werde müssen, ist übrigens keine Seltenheit. Erst am vergangenen Samstag wurden in Bad Iburg auf der Bahnhofstraße im Auftrag des Kreises acht 100 Jahre alte Alleebäume, übrigens auch Linden, gefällt. Sie seien altersschwach und marode gewesen, hieß es zur Begründung. Junge Bäume sollen zum Ausgleich für den Verlust gepflanzt werden, sobald die Witterung es zulässt, und dafür sorgen, dass der Allee-Charakter wieder hergestellt wird. Wie stark die Bäume geschädigt waren, konnte man dann an den am Straßenrand abgelegten Baumstämmen anhand von Hohl- und Faulstellen erkennen.

Leben schützenswerte Tiere in den Bäumen?

Im Fall der Lienener Linden geht es bei dem vom Kreis angeforderten Gutachten aber um etwas anderes. „Es geht um die Frage, ob nicht irgendwelche schützenswerten Tiere in den Bäume leben, Fledermäuse zum Beispiel“, erläutert Stefan Epmann, Gartenbauunternehmer und Mitglied des Presbyteriums, im WN-Gespräch. Das sei nach seinen Erkenntnissen zwar nicht der Fall, „aber wenn es die Vorgaben gibt, dann muss so ein Gutachten halt gemacht werden“.

Für die Kirchengemeinde könnte es jetzt neue Probleme geben. Denn: Erstens ist bei drei der Linden laut Epmann die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet. Und zweitens werde man es wegen des ausstehenden Gutachtens wohl nicht mehr bis Ende Februar schaffen, diese Bäume zu fällen. Danach allerdings ist mit Fällen erstmal Schluss. Es sei denn, Gefahr ist im Verzug. Um das nachzuweisen, hat die Kirchengemeinde, so Epmann, jetzt ihrerseits ein Baumgutachten in Auftrag gegeben. Wie es weitergeht, dazu könne er in zwei Wochen mehr sagen.

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