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Barrierefreier Umbau: Bahnhof Kattenvenne auf Platz 15

Land müsste 100 Prozent fördern

Lienen-Kattenvenne

Warum gibt es keine 100-prozentige Förderung für den Umbau des Kattenvenner Bahnhofs? Das möchte der SPD-Landtagsabgeordnete Frank Sundermann wissen und stellte eine entsprechende Anfrage an die Landesregierung.

Die Treppe ist für Menschen mit Einschränkungen ein unüberwindbares Hindernis zum gegenüberliegenden Gleis. Der SPD-Landtagsabgeordnete Frank Sundermann (rechts) fordert vom Land NRW eine 100-prozentige Förderung bei Modernisierungsmaßnahmen für Kommunen im Haushaltssicherungskonzept. Foto: Büro Sundermann/Marina Stelljohann-Schemme

Ein barrierefreier Umbau mit Aufzug für den Bahnhof Kattenvenne würde rund 3,7 Millionen Euro kosten. Und auf der Prioritätenliste des Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) steht der Bahnhof derzeit auf Platz 15, so dass es noch lange dauern kann, bis hier etwas geschieht. Ein Förderprogramm vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt Umbaumaßnahmen zu 90 Prozent. Doch die restlichen zehn Prozent sowie die Planungskosten müsste die Gemeinde Lienen übernehmen. „Für Kommunen ist so eine Summe nicht zu stemmen, erst recht nicht für Gemeinden im Haushaltssicherungskonzept wie Lienen. Hier müsste das Land NRW zu 100 Prozent fördern“, fordert der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Frank Sundermann (SPD). Mit einer Kleinen Anfrage hat sich Sundermann nun an die Landesregierung gewandt, teilt sein Büro in einem Pressebericht mit.

„Das Absurde an dem Förderprogramm zur Modernisierung von Bahnstationen aus Mitteln des NWL besteht darin, dass noch keine einzige Kommune einen Antrag auf Förderung gestellt hat, weil sie schlichtweg die zehn Prozent Baukosten und die Planungskosten nicht bezahlen können. Wie schätzt die Landesregierung das Programm ein, wenn es niemand nutzt“, fragt Sundermann. Immerhin erhalte der NWL zurzeit jährlich 25,05 Millionen Euro für Förderprogramme vom Land. Sundermann: „Wo verbleiben die Gelder, die nicht abgerufen werden?“

Frank Sundermann

Sundermann fordert deshalb, dass Kommunen, die sich im Haushaltssicherungskonzept (HSK) befinden, mit 100 Prozent vom Land gefördert werden. „Eine 100 Prozent-Förderung für Kommunen im Haushaltssicherungskonzept gibt es an anderer Stelle auch, zum Beispiel beim Breitbandausbau. Deshalb habe ich die Landesregierung gefragt, ob Kommunen im HSK bei Umbaumaßnahmen im ÖPNV eine Übernahme der Baukosten inklusive der Planungskosten von Seiten des Landes beziehungsweise des NWL zu 100 Prozent gewährt bekommen können.“

Sundermann möchte zudem von der Landesregierung wissen, was sie unternimmt, damit auch kleine Bahnhöfe mit niedrigen Fahrgastzahlen, die bislang aufgrund fehlender Bedarfsschwerpunkte in kein Förderprogramm aufgenommen wurden, möglichst zeitnah modernisiert und barrierefrei umgebaut werden können. Denn eine Unterstützung durch das Land war bislang erst ab 1000 Fahrgästen pro Tag interessant. „In Kattenvenne sind es täglich etwa 600“, sagt Sundermann.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte sich Sundermann mit Karsten Huneke, SPD-Fraktions- und Ortsvereinsvorsitzender aus Lienen, und Rolf Hötker, Vertreter der Menschen mit Behinderung im VdK-Kreisverband Steinfurt, den Bahnhof Kattenvenne angeschaut, der über keinen barrierefreien Zugang zum Bahngleis in Richtung Osnabrück verfügt.

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