1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Lienen
  6. >
  7. „Man isst und spricht miteinander“ - Hugo Langner zeigt „Tischgesellschaften“

  8. >

Ausstellung „Mahl der Völker“

„Man isst und spricht miteinander“ - Hugo Langner zeigt „Tischgesellschaften“

Lienen/Tecklenburger Land

Der Lienener Künstler Hugo Langner zeigt im Rahmen der Ausstellung „Mahl der Völker“ im Kloster Bentlage in Rheine sein Exponat „Tischgesellschaften“. Die Werkschau des Evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg wird am 3. Oktober eröffnet.

Künstler Hugo Langner mit dem Modell seines Arrangements „Tischgesellschaften“. Foto: Christine Fernkorn

Im Mahl, im gemeinsamen Essen, finden Menschen in unterschiedlichen Gruppen und Kontexten zusammen. Als Beispiel steht das Abendmahl, zu dem Jesus vor seiner Verurteilung die Jüngerinnen und Jünger versammelte. Der Evangelische Kirchenkreis Tecklenburg präsentiert im Kloster Bentlage in Rheine die Ausstellung „Mahl der Völker“.

Den Besuchern werde das biblische Mahl der Völker sowohl theologisch als auch lebenspraktisch nahegebracht, heißt es in einer Pressemitteilung. Eröffnet wird das „Mahl der Völker“ mit einer Vernissage am Sonntag, 3. Oktober, um 11.30 Uhr. Nach einer biblischen Einführung von Superintendent André Ost folgt eine einführende Einordnung durch Professor Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. Die Beziehung von Bibeltext und Kunstwerken führt Dr. Heike Plaß aus.

Zu den teilnehmenden Künstlern zählt Hugo Langner aus Lienen. Sein Werk „Tischgesellschaften“ wird von Dr. Thorsten Jacobi vorgestellt. Sigrun Menzel zeigt die Installation „Das da! Anfang. Jetzt. Allezeit. Ewigkeit. –“. Hinzu kommen Assemblagen von Schülerinnen und Schülern aus dem Tecklenburger Land sowie Workshop-Kunst der Künstler Anne Deyfuss, Dirk Heckmann, Thomas Hugo, Ralf Margott und Ilona Felicitas Hetmann.

Im Vorfeld der Ausstellung sprach Christine Fernkorn, Öffentlichkeitsreferentin des Evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg, mit Hugo Langner.

Auf Ihrer Website sagen Sie „Kunst gibt, eröffnet und erweitert Perspektiven“. Was hat Sie bewogen, sich am „Mahl der Völker“ zu beteiligen?

Hugo Langner: Vor drei Jahren habe ich die Exponate „Dauerbereitschaftsdienst als Großer Engel“ und „nachwachsendes Kanonenfutter“ im Rahmen eines Gottesdienstes zum Thema „Wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen“ in Hohne präsentiert. Darüber hat sich der Kontakt mit Pfarrer Dr. Norbert Ammermann, dem Kulturbeauftragten des Kirchenkreises, entwickelt. Ich habe mich intensiv mit dem Text zum Mahl der Völker beschäftigt. Er gefällt mir vor dem Hintergrund sozialer und soziologischer Aspekte immer mehr. Ich denke, wir sind eine Völkergemeinschaft. Doch die Ungerechtigkeit ist da und sie ist greifbar. Um Katastrophen zu entgehen, müssen wir einen Zusammenhalt untereinander herstellen wie das Völkermahl. Wir sollten eine gemeinsame Lösung für ein friedliches Zusammenleben finden. Ein Mahl verbindet. Man isst und spricht miteinander.

Für die Vernissage haben Sie ein Modell für eine Assemblage entwickelt. Welche Botschaft wollen Sie damit vermitteln?

Langner: Gerade arbeite ich an einem Modell von vier verschiedenen Tischen, die Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten symbolisieren sollen: herrschaftlich, bürgerlich, einen Gesindetisch und eine Erdfeuerstelle. Der Titel des Arrangements ist „Tischgesellschaften“ oder „Die Schere beim Mahl“. Ich sehe es so: Diese Aufteilung ist in der 1., 2. und 3. Welt vorhanden. Das goldene Band, das diese vier Tische verbindet, soll die Decke symbolisieren, in der in Jesaja 25 die Rede ist. Es heißt dort „…und er wird auf diesem Berg die Hülle wegnehmen, mit der alle Völker verhüllt sind“.

Am Emsland-Gymnasium Rheine haben Sie ein Schüler-Projekt zum Mahl der Völker initiiert. Wie viele Schüler nehmen daran teil?

Langner: Es werden zehn Schüler am Projekt mitarbeiten und Tischtafeln entwickeln. Das Projekt startete Ende August.

Haben Sie schon gemeinsame Projektideen entwickelt?

Langner: Die Grundidee ist, Tischtafeln aus Holz als Assemblagen mit vier Tellern auf einem Tisch darzustellen. In der Mitte des Tisches ist ein Topf angeordnet. Die jungen Leute können ins Gespräch kommen, wie sie die Tische gestalten, ob sie Tische, Topf und Teller mit Fast Food, mediterran oder anderweitig füllen möchten. Sie können ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Informationen zur Veranstaltungsreihe im Internet (www.kirchenkreis-tecklenburg.de; www.kloster-bentlage.de; www.voelkermahl.himmelsklang.eu).

Startseite