Tobias Kaßling übernimmt über 100 Jahre altes Haus der Familie

Mit eigenen Händen alles saniert

Lienen-Kattenvenne

Nach dem Tod seines Onkels hat Tobias Kaßling ein Jahr überlegt, dann hat er dessen Haus, das sich in Familienbesitz befindet, übernommen. Sein Ziel: Das über 100 Jahre alte Gebäude nur mit den eigenen Händen sanieren. Jetzt hat er die Arbeiten abgeschlossen.

Ein Fachwerkhaus wie aus dem Bilderbuch hat Tobias Kaßling aus eigenen Kräften geschaffen. Dabei ist das Gebäude über 100 Jahre alt (kleines Bild links). Jetzt wohnt der 28-jährige Kattenvenner dort mit seiner Frau Hannah (kleines Bild rechts). Foto: privat

Es ist eine Mischung aus Freude und Dankbarkeit, die sich auf dem Gesicht von Tobias Kaßling breit macht. Der 28-Jährige blättert in Fotobüchern, die ihm seine Familie zum Einzug geschenkt hat. Dass es sich dabei nicht um irgendeinen Einzug handelt, wird schnell deutlich. 2014 verstarb sein Onkel und es stellte sich die Frage, was mit dem fast 100 Jahre alten Fachwerkhaus im Besitz seiner Familie in Kattenvenne passieren würde. „2015 habe ich dann beschlossen, das Haus zu übernehmen und selbstständig zu sanieren“, erinnert sich Tobias Kaßling an diese Phase.

Als leidenschaftlicher Handwerker war sein Anspruch, die meiste Arbeit selbst zu erledigen. Schon seit einigen Jahren ist er selbstständig als Handwerker unterwegs und verfügt über ein großes Wissen in diesem Bereich. „Letztlich war es trotzdem enorm herausfordernd und kräftezehrend“, beschreibt Tobias Kaßling die Arbeiten.

Tobias Kaßling

Entkernen, Bodenplatte rausnehmen und ausbaggern, Wände neu verputzen, Isolierung einziehen, Zwischendecke ertüchtigen, Elektro- und Wasserleitungen und ein neues Dach – „ich wusste, dass es viel Arbeit ist, aber beim Ansehen der Fotobücher wird mir das noch mal stark bewusst“, so der naturliebende Wanderer. Schmunzelnd fügt er hinzu: „Die größte Aufgabe war es, die Baugenehmigung zu bekommen.“

Lediglich den Keller hat er mit einem Bauunternehmer gemeinsam gemacht. „Bei allen anderen Aufgaben habe ich Hilfe von Familie und Freunden gehabt“, ist Tobias Kaßling dankbar. Beim Bau wurden möglichst nachhaltige Rohstoffe verwendet, beispielsweise Holz und Lehm. Teile der Balken im Haus sind noch alte Balken, die mal an anderer Stelle Teil des Hauses gewesen sind. Im Jahr 2018 war die Hauptbauphase, die für den Kattenvenner quasi in Vollzeit ablief. Im Herbst des Jahres war es dann soweit und gemeinsam mit seiner jetzigen Frau Hannah konnte eingezogen werden.

Doch die Leidenschaft für Bauen und Technik hat Tobias Kaßling immer weiter inspiriert, sodass schon wenig später eine Photovoltaikanlage auf das Dach gebaut wurde. Die Kenntnisse hat er sich durch Tätigkeiten als Subunternehmer angeeignet und dabei auch gemerkt: „Der ganze Prozess des Hausbaues hat dazu geführt, dass ich mich intensiv mit erneuerbaren Energien auseinandergesetzt habe“, bilanziert der 28-Jährige. Sein Haus solle energetisch möglichst autark sein. Über das Jahr hinweg sei es sehr gut möglich, genug Energie aufzufangen, um das Haus zu versorgen und trotzdem noch etwas über zu haben.

Tobias Kaßling

Mittlerweile gibt Tobias Kaßling sein Wissen weiter und hat sich beruflich auf das Thema Photovoltaik spezialisiert. „So kann ich am schnellsten effektiv etwas für die Umwelt machen.“ Im Sozialen Netzwerk Instagram berichtet er als „Autargreen“ über seine Arbeit und lässt andere Menschen daran teilhaben.

Startseite