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Wildschafe im Teutoburger Wald

Familie sichtet Mufflons – Kreis Steinfurt äußert sich zum Bestand

Lienen

Eine Familie aus Lienen ist auf eine Mufflon-Population gestoßen. Die Regulierung des Bestands wird aus mehreren Gründen als notwendig angesehen.

Zwischen Lienen und Lengerich halten sich seit Jahren Mufflons auf. Foto: Rudolf Kindler

„Eine Mufflon-Population haben meine Söhne Jonas (16) und Christoph (22) am Morgen des 30. Dezember gegen 8.40 Uhr bei uns auf der Wiese in Lienen-Höste entdeckt“, freut sich Mutter Sigrid über das aus ihrer Sicht tolle Familienerlebnis im Hause Lieske. Aus dem Fenster heraus machte die Familie Fotos von den Mufflons, die sich an der Lengericher Straße 61 im Bereich des Hotels Wittmann aufhielten.

Die Population, die in der Dämmerung umherzog, habe aus zehn bis 15 Tieren bestanden. Der Himmel sei klar gewesen und es schien ein sonniger Tag zu werden, erinnern sich Sigrid, Harald und ihre beiden Söhne. „Das war für uns das erste Mal, und dann gleich so viele. Das war ein toller Anblick“, beschreibt Sigrid Lieske die Momentaufnahme.

Jonas und Christoph Lieske haben in Lienen Mufflons gesichtet. Foto: privat

Unterschiedliche Angaben zum Muffelwild-Bestand

Dass sich in Lienen Mufflons aufhalten, ist hinreichend bekannt. „Im Bereich der Steinbrüche befindet sich seit mehreren Jahren Muffelwild mit einer heutigen Anzahl von circa 30 bis 50 Tieren. Jedoch liegen der Jagdbehörde auch Meldungen vor, dass die Zahl der vorhandenen Tiere durchaus höher sein kann“, teilt der Kreis Steinfurt auf WN-Nachfrage mit. Da die Wildschafe aber nicht nur ein schönes Familienerlebnis sind, sondern im Teutoburger Wald auch teils große Schäden verursachen, drohte den Mufflons das Aus

Mit einer Unterschriftenaktion gelang es Naturschützern jedoch die Tiere zu retten. Das NRW-Umweltministerium entschied sich gegen einen kompletten Abschuss der Mufflons, wie die WN berichtete. Die Mufflons unterliegen seither einer regelmäßigen strikten Abschussplanung des Kreises Steinfurt, die eng mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW und der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung abgestimmt ist. Ziel sei es, eine räumliche Begrenzung und insgesamt eine deutliche Reduzierung des Muffelwildes zu erreichen.

Aus einem Fenster heraus wurde die Mufflon-Population von Familie Lieske aus Lienen fotografiert. Foto: privat

Mufflons unterliegen Abschussplanung

Bei der Abschussplanung sind nach Angaben des Kreises Steinfurt verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. „Die Mufflons gelten als eine an den hiesigen Lebensraum unzureichend angepasste gebietsfremde Art (natürliches Verbreitungsgebiet sind Gebirgsregionen mehrerer Mittelmeerinseln und der Türkei). Aufgrund der hier vorhandenen weichen Böden entwickeln die Tiere oft extrem lange Hufe, die ihnen selbst erhebliche Schmerzen zufügen können.

Zudem sind die in Lienen besiedelten Waldgebiete durch die extremen Wetterlagen der letzten Jahre stark beeinträchtigt“, heißt es in der Mitteilung des Kreises weiter. Die Bestandsregulierung aller vorhandenen Schalenwildarten werde daher als notwendig angesehen, um weitere Waldschäden zu vermeiden. Der Lengericher Hans Butterhof, der sich für den Erhalt der des Muffelwilds einsetzt sieht das anderes und möchte mit einer Petition alle Mufflons - nicht nur die im Teuto - retten

Mufflons: Evaluierung dauert noch an

Die Situation zum Muffelwild wird seit Anfang 2022 durch die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung evaluiert. Nach Angaben des Kreises ist die Evaluierung noch nicht abgeschlossen, sodass eine abschließende Beurteilung für den Standort Lienen noch nicht vorgenommen werden kann. Auch ob die Wildschafe gezielt für die Biotoppflege heimischer Felsbereiche oder Steinbrüche eingesetzt werden können, ist noch unklar.  Sicher ist aber, dass die Mufflon-Begegnung für die Familie Lieske aus Lienen ein tolles Erlebnis war, das ihnen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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