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„Malepartus“-Chefs erweitern Außenbereich

Mut zeigen und belohnt werden

Lienen

Während der Corona-Pandemie aus dem sicheren Job in die krisengebeutelte Gastronomie zu wechseln, war sicher ein gewagtes Abenteuer. Gleichwohl habe es sich gelohnt, sagen Janis Leiro und Tobias Sudowe, die seit knapp einem Jahr gemeinsam das „Malepartus“ in Holperdorp führen. Mittlerweile, betonen sie, sind sie so richtig angekommen – und haben mit ihrem Lokal viel vor. Nicht nur im Außenbereich.

Von Luca Pals

Janis Leiro und Tobias Sudowe haben im April 2021 das „Malepartus“ in Lienen übernommen. Was damals noch eine riskante Herausforderung war, könnte sich in diesem Jahr zu einer Goldgrube entwickeln. Foto: Luca Pals

Die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite, Wolken sind weit und breit keine zu sehen und hier und da sind die ersten grünen Zweige schon zu erkennen – der Frühling kommt, löst die grauen Tage ab und sorgt auch entlang der Lienener Premiumwanderwege für einen großen Andrang. Diese Rechnung wird für Janis Leiro und Tobias Sudowe wohl auch heute und morgen aufgehen. Sie leiten seit fast einem Jahr das „Malepartus“: „Wir sind hier richtig angekommen und haben noch einiges vor.“ Jetzt kann es so richtig los gehen.

Zeichen des Aufbruchs sind die Bauarbeiten im Außenbereich des etablierten Wirtshauses. In Zukunft sollen Torbogen, Hecken und Hochbeete den atmosphärischen Rahmen spannen, der mit dem Ausblick aufs Tecklenburger Land abgerundet wird. In den vergangenen Wochen wurde die Fläche begradigt und verschönert, zusätzlich wurden die Plätze aufgestockt: „400 Gäste können hier Sonne und Aussicht genießen, bei Veranstaltungen kommen wir auf über 500 Plätze.“ Natürlich mussten Leitungen gelegt und neues Mobiliar aufgestellt werden, aber: „Es neigt sich langsam dem Ende zu und wird eine runde Sache“ ist sich Leiro sicher.

Rechnung tragen wollen sie auch den zahlreichen Gruppen, die das Holperdorper Lokal ansteuern: „Wir stellen große runde Tische auf, die perfekt ins Ambiente passen und den geselligen Charakter noch einmal stärken sollen.“

Von den Baumaßnahmen sollen die Gäste besonders am Wochenende so wenig wie möglich mitbekommen: „Wir haben natürlich draußen geöffnet, die Bagger stehen dann still“, schmunzelt Leiro.

Der 32-Jährige, der vor einem Jahr seinen Beruf im Kölner Bankensektor aufgegeben hat und sich zusammen mit seinem Freund aus Kindheitstagen den Traum eines eigenen Wirtshauses erfüllte, verweist auf über 20 Veranstaltungen, die in diesem Jahr zahlreiche Feierlustige von nah und fern anlocken sollen. Vom musikalischen Frühschoppen über den „90er-Musiksommer“ bis zur zünftigen Biergartengaudi möchte das „Malepartus“ eine bunte Vielfalt musikalischer Highlights bieten.

Der Vorteil für Leiro und Sudowe: „Wir haben hier keine Nachbarn, da kann die Feier auch mal bis nach Mitternacht gehen.“ Dass die Gäste genau das schätzen, wissen sie noch aus dem vergangenen Jahr. Trotz Corona fand unter anderem ein Oktoberfest direkt am Hermannsweg statt.

Stichwort Corona: „Meine Eltern haben mich für verrückt erklärt“, erinnert sich Leiro an die Anfänge, als er inmitten unsicherer Pandemiezeiten vom sicheren Arbeitsplatz in die arg gebeutelte Gastronomie-Branche wechselte.

Mindestens genauso mutig war Sudowe, der zuvor bereits Restaurants in Dortmund geleitet hatte: „Wenn man nicht aus der Branche kommt und sich dann auf eigene Füße stellen möchte, kann man sehr viel falsch machen. Das war bei uns zum Glück nicht so.“

Die Suche nach der passenden Lokalität stellte sich damals allerdings als schwieriges und langwieriges Unterfangen dar: „Wir waren fast zwei Jahre auf der Suche, haben hier aber genau den richtigen Platz gefunden“, zeigt sich Sudowe zufrieden. Um die 40 Mitarbeiter komplettieren das Team, zum Sommer werden es an die 60 sein. In diesem Zusammenhang suchen die beiden in allen Bereichen nach weiteren Hilfen.

Das gilt für die Gäste nicht, die kommen schon von ganz alleine: Neben den zahlreichen Wanderern seien es vor allem Motorradfahrer, die an den nächsten Wochenenden im „Malepartus“ Station machen werden: „Motorrad fahren und wandern gehen: Beides haben die Menschen während der Pandemie wieder lieben gelernt. Das spielt für uns natürlich eine große Rolle.“

Aufgewachsen im ländlichen St. Augustin im Rhein-Sieg-Kreis, arbeiteten beide zuletzt in großen Städten und genießen gerade deshalb die Ruhe in der neuen Heimat. In einer Kellerwohnung im Gebäude wohnen die leidenschaftlichen Gastronomen.

Ein weites Zeichen dafür, dass sich Leiro und Sudowe vor Ort wohlfühlen: „Wir beziehen fast alles von den lokalen Kunden vor Ort, stimmen uns bei Veranstaltungen mit der Gemeinde ab und vieles mehr – Zusammenarbeit und regionaler Charakter sind für uns besonders wichtig.“

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