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Pferde gehörten zum Fest dazu

Pfarrerin Verena Westermann über Weihnachten heute und früher

Lienen/Kattenvenne

Für Verena Westermann ist es kleines Jubiläum: Zum zehnten Mal ist sie in Liene und Kattenvenne in ihrer Funktion als Pfarrerin tätig. Dass sie die Tage rund ums Fest beruflich stark fordern, nimmt Westermann gelassen: „Ich mache das gerne. Besonders diese Tage geben sehr viel Kraft“, sagt die Geistliche und spricht nicht nur über das Weihnachten heute, sondern auch vergangener Tage.

Von Luca Pals

Pfarrerin Verena Westermann Foto: Luca Pals

Verena Westermann ist ihr Leben lang gerne geritten. Wenn die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Kattenvenne zurückdenkt an die Anfänge hoch zu Ross, dann spielt auch Weihnachten eine Rolle. Und das passt überraschenderweise gut zusammen.

„Früher als Kinder haben wir den ersten Weihnachtstag im Stall zwischen Pferden und Kühen gefeiert“, blickt Westermann auf eine Zeit, in der der Ausritt an den Feiertagen noch durch Schnee ging und Heiligabend mit der Familie stets unter dem Weihnachtsbaum verbracht wurde.

Zurück ins Heute: Dass sie die Tage rund ums Fest beruflich stark fordern, nimmt Westermann gelassen: „Ich mache das gerne. Besonders diese Tage geben sehr viel Kraft.“

Heute wird die gebürtige Versmolderin zwei Gottesdienste – einen ab 15 und den anderen ab 16.30 Uhr – in Kattenvenne ausrichten. In den Jahren vor der Pandemie waren es an Heiligabend bis zu vier, im vergangenen Jahr machte der Lockdown ein gemeinsames Feiern in der Kirche unmöglich. Stattdessen wurde Musik angemacht, die Kirche war offen, der Krippenweg aus dem Kindergarten ausgestellt, und die Besucher konnten sich einen „Weihnachtssegen to go“ abholen: „Das kam sehr gut an. Man hat gemerkt, dass es die Menschen in die Kirche zieht“, erinnert sich Westermann zurück. Aber: „Umso mehr ist man froh, dass wir dieses Jahr wieder richtig feiern können.“ Wenn auch unter freiem Himmel.

Unter 3G-Bedingungen – an die sich die regelmäßigen Kirchgänger seit Monaten gewöhnt haben – wird das Weihnachtsfest im Licht des Tannenbaums und der Kirche auf dem Vorplatz mitten im Ortskern zelebriert. Durch die offene Tür, so mutmaßt Westermann, könne der Blick auf den den großen Tannenbaum fallen, der in diesem Jahr von Familie Suhre geschlagen und gespendet wurde.

Für die Pfarrerin ist es übrigens ein kleines Jubiläum – zum zehnten Mal ist sie in Lienen und Kattenvenne in ihrer Funktion an Heiligabend tätig. Ihren Beruf übt sie inzwischen seit über 30 Jahren aus. In dieser Zeit habe sich zwar viel verändert, die Botschaft sei aber immer die gleiche geblieben: „An Weihnachten feiern wir, dass Gott in die Welt kommt, so wie sie ist – mit all dem, was auch nicht gut läuft. Das ist eine sehr ehrliche Botschaft, die aber auch immer wieder Hoffnung bringt.“ Genau das sei es, was die Menschen gerade in der Pandemie-Zeit bräuchten, meint Westermann im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten.

Und wie viele Gottesdienstbesucher werden heute kommen? „Das kann ich gar nicht abschätzen, da müssen wir uns ein wenig überraschen lassen.“ Noch gut erinnert sie sich an die Zeiten vor der Pandemie, als bis zu 360 Besucher die Kirche füllten, gespannt Krippenspiel und Predigt verfolgten und der Musik lauschten.

Für 2021 haben die Verantwortlichen um die 200 Liederzettel drucken lassen, im Gottesdienst um 15 Uhr werden die Konfirmanden miteinbezogen. Westermann hat im Vorfeld die Weihnachtsgeschichte umgeschrieben, in verschiedenen Rollen werden die Jugendlichen durch den Gottesdienst führen. Eineinhalb Stunden später geht es für Westermann dann auch schon weiter. Zum Gottesdienst mit dem Posaunenchor bringt Pater Hans-Michael Hürter aus Ladbergen das Friedenslicht mit, das ihm bereits vor einigen Wochen von den Pfadfindern überreicht wurde. Mehr soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden.

Morgen wird Westermann übrigens noch einen weiteren Gottesdienste in Kattenvenne abhalten: „Mir macht es nichts aus, an diesen Tagen zu arbeiten. Dann können sich die anderen Kollegen mit ihren Liebsten zusammensetzen.“ Dass an Weihnachten die Pflicht ruft, ist für die Geistliche übrigens schon seit Kindheitstagen bekannt: „Mein Vater war Landarzt und wurde dementsprechend auch an Heiligabend unterm Tannenbaum weggerufen.“

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