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Seit Anfang des Jahres sind Impfgegner, auch Familien mit Kindern, unterwegs

„Spaziergänger“ auch im Lienener Ortskern

Lienen

Seit dem 3. Januar sind montagabends auch in Lienen Impf-Gegner und Corona-Leugner auf „Spaziergängen“ unterwegs. Dies bestätigt die Kreispolizeibehörde auf Anfrage unserer Zeitung, nachdem entsprechende Informationen dazu in einer Gruppe des Messenger-Dienstes Telegram geteilt wurden.

Von Dietlind Ellerich und Mareike Stratmann

Seit Anfang dieses Jahres sind auch in Lienen Impf-Gegner und Corona-Leugner auf „Spaziergängen“ wie hier Ende Dezember in Lengerich unterwegs. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Seit Anfang des Jahres sind am Montagabend auch in Lienen Impf-Gegner und Corona-Leugner auf „Spaziergängen“ unterwegs. Dies bestätigt die Kreispolizeibehörde auf Anfrage unserer Zeitung, nachdem entsprechende Informationen dazu in einer Gruppe des Messenger-Dienstes Telegram geteilt wurden.

Die nicht angemeldeten Versammlungen am 3. Januar mit neun, eine Woche später mit 16, am 17. Januar mit 38 und am vergangenen Montag mit 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern seien von der Polizei begleitet worden und ruhig verlaufen, weiß Pressesprecher Martin Weide-Drees.

Ähnliche Beobachtungen hat auch Hermann Bruns gemacht, dessen Geschäftslokal an der Wegstrecke der Spaziergänger liegt. Die Gruppe versammelte sich, so der Geschäftsmann, an der Verwaltung und zöge dann seit einigen Wochen über die Hauptstraße und den Diekesdamm. „Beim letzten Mal hätte ich auf 40, 50 Leute getippt. Darunter auch Familien mit Kindern.“

Und dann erzählt er schmunzelnd von einer Begebenheit vor wenigen Wochen: „Da war eine Frau im Geschäft und hat gefragt, ob ich nicht auch mitgehen wolle.“ Auf die Nachfrage, wofür beziehungsweise wogegen sie sich mit ihrem Spaziergang einsetzen würden, habe es nur geheißen: „Für Frieden und Gerechtigkeit“. Bruns ist der Veranstaltung ferngeblieben, hat stattdessen beobachtet, wie die Gruppe durch die Straßen gezogen sei – ohne Plakate, ohne großartigen Äußerungen, aber mit einzelnen Lichtern in den Händen, so seine Beobachtungen.

Auch Christian Brüger, Leiter des Fachbereichs Ordnung, Bildung und Soziales, hat Kenntnis von den Spaziergängen. Er erinnert sich zudem an einen Vorfall kurz vor Weihnachten, als Unbekannte Kerzen vor dem Rathaus an der Hauptstraße aufgestellt hatten. In einer E-Mail war die Verwaltung darüber informiert worden sagt Brüger, der die Kerzen selber nicht gesehen hat. Als Kollegen aus dem Ort nachgeschaut hätten, seien die Kerzen bereits nicht mehr da gewesen. Ob es einen Zusammenhang gibt mit Aktionen, bei denen in den vergangenen Wochen in anderen Kommunen im Tecklenburger Land Impfbefürworter und Unterstützer der Corona-Maßnahmen Kerzen für an oder mit Corona Verstorbene aufgestellt haben, kann Brüger nicht sagen.

„Wenn wir einen Hinweis bekommen, sind wir da“, versichert der Sprecher der Kreispolizeibehörde, dass die Beamten vor Ort sind, sollten in Lienen weitere Spaziergänge stattfinden.

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