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Nach Tötungsdelikt in Kattenvenne

Flucht endet in Den Haag: Mutmaßlicher Täter gefasst

Lienen-Kattenvenne

Ein 55-jähriger Mann ist Ende Mai Opfer einer Messerattacke im Lienener Ortsteil Kattenvenne geworden. Nun hat die niederländische Polizei den 45-jährigen Tatverdächtigen gefasst.

Von Michael Schwakenberg

Der Tatort liegt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs in Lienen-Kattenvenne. Er wurde von der Polizei abgesperrt. Foto: NWM-TV

Aufatmen in Kattenvenne: Knapp vier Wochen nach der Bluttat in Bahnhofsnähe erreicht den Ort die Nachricht, dass die Flucht des mutmaßlichen Täters beendet ist. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Münster in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgaben, wurde der europaweit zur Fahndung ausgeschriebene Syrer bereits am vergangenen Donnerstag in Den Haag gefasst. Die genauen Umstände der Festnahme seien den Ermittlungsbehörden bislang nicht bekannt.

Der 45-jährige Syrer wird beschuldigt, am 25. Mai einen 55 Jahre alten Landsmann auf einem Parkplatz erstochen zu haben. Die Tat sorgt noch immer für Entsetze in dem nicht einmal 2000 Einwohner zählenden Ort.

Wobei aus dem Umfeld der Flüchtlingshilfe zu erfahren ist, dass der Mann schon vorher verhaltensauffällig gewesen sein soll und das spätere Opfer mehrfach bedroht habe. Einmal habe er sich selbst in stationäre psychiatrische Behandlung gegeben, ein zweites Mal sei er auf Anordnung der Behörden eingewiesen worden.

Das bestätigte auf Nachfrage Martin Botzenhardt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster. Man habe seine Auslieferung inzwischen beantragt.

Motiv „im privaten Bereich“ anzuziedeln

„Die Erleichterung ist groß“, beschrieb gestern ein Aktiver der örtlichen Flüchtlingshilfe, der nicht namentlich erwähnt werden möchte, die Stimmung im Umfeld der betroffenen Familien. Sowohl die Familie des mutmaßlichen Täters als auch die des Opfers wohnten nicht mehr in Kattenvenne. Er könne sich auch nicht vorstellen, dass die Witwe mit ihren vier Kindern jemals zurückkomme: „Die stehen alle noch unter Schock. Dieser Ort ist viel zu belastet für sie.“

Wie schnell der Beschuldigte ausgeliefert wird, hängt nach Aussage von Botzenhardt entscheidend mit davon ab, ob sich der 45-Jährige kooperativ zeigt. Was das Motiv betrifft, bleibt die Staatsanwaltschaft bei ihrer bisherigen Darstellung, wonach es „im privaten Bereich“ anzusiedeln ist. Botzenhardt: „Es bleibt abzuwarten, ob sich der Beschuldigte dazu äußert.“

Ursprungsmeldung vom 25. Mai 2022:

Zu einem Streit mit tödlichem Ausgang ist es offenbar am Mittwoch am Bahnhof in Lienen-Kattenvenne gekommen. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden starb bei der Auseinandersetzung ein 55-jähriger Mann durch Messerstiche. Der mutmaßliche Täter flüchtete, er ist aber namentlich bekannt.

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt dementierte am Donnerstag, dass der Gesuchte in der Nacht bereits gefasst worden sei. „Es gibt bislang keine Festnahme des flüchtigen Beschuldigten“, sagte Botzenhardt gegenüber unserer Zeitung.  Eine Nachrichtenagentur hatte berichtet, dass der Tatverdächtige bei einem nächtlichen Polizeieinsatz im niedersächsischen Quakenbrück festgenommen worden sei. Dies sei nicht der Fall, betonte Botzenhardt, auch wenn der Einsatz mit der Tat im Zusammenhang stehen könne. Sollte es Neuigkeiten geben, würden diese auf jeden Fall offiziell durch Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt gemacht.

Tödliche Messerstiche

Wie es am Mittwoch in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Münster und der Polizeibehörden Kreis Steinfurt und Münster hieß, ereignete sich die Tat gegen 17.10 Uhr nahe des Bahnhofs an der Ladbergener Straße. Eine Zeugin hatte den Angriff beobachtet und die Polizei informiert.

45-Jähriger aus Lienen tatverdächtig

„Dringend tatverdächtig ist ein 45-jähriger Mann aus Lienen, der nach der Tat geflüchtet sein soll“, erklärte Oberstaatsanwalt Botzenhardt. „Die Hintergründe für die Tat sind noch unklar, die Ermittlungen stehen ganz am Anfang. Erste Erkenntnisse deuten aber darauf hin, dass sich die beiden Männer kannten und das Motiv im privaten Bereich liegen dürfte.“

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