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Bebauungsplan Boyersweg

Nicht zu hoch und nicht zu laut

Lotte

Bis nach 21 Uhr gedulden mussten sich die Bürger, die wegen des Bebauungsplans Boyersweg trotz tropischer Temperaturen zum Bau- und Planungsausschuss (BPA) am Dienstag gekommen waren.

Angelika Hitzke

Auf der Fläche links soll das neue Baugebiete Boyersweg entstehen. Den geänderten Bebauungsplan dafür hat der Bauausschuss jetzt einstimmig beschlossen. Foto: Angelika Hitzke

Erst startete die gemeinsame öffentliche Sitzung mit dem Ausschuss für Schulen und mit Verspätung, dann begann auch der öffentliche Teil der Bauausschusses sehr viel später als geplant. Und das geplante kleine Baugebiet zur Innenverdichtung in Alt-Lotte stand auch noch ziemlich am Ende auf der Tagesordnung.

Planer Norbert Reimann konnte die Bürger, zumeist Anlieger der Stichstraßen, die vom Torfkuhlenweg abgehen, im Hinblick auf die Befürchtungen einer Lärmbelästigung durch die Wärmepumpen an den neuen Häusern beruhigen: In die zweite Änderung des Bebauungsplans Boyersweg wurde neben einer Begrenzung der Gebäudehöhe auf maximal acht Meter der Hinweis aufgenommen, dass der Schallschutz bei Wärmepumpen einzuhalten ist.Pflanzen statt Kies

Auf Wunsch des Kreises Steinfurt, der Kiesgärten verhindern will, festgeschrieben wird zudem eine gärtnerische Gestaltung der Vorgärten und eine „heckenartige Bepflanzung“ des fünf Meter breiten Grünstreifens als Abschirmung zum Steinkauz-Biotop. Das solle unabhängig davon, ob der Eulenvogel dort regelmäßig oder nur sporadisch brüte, geschützt werden.

Anlieger, die unerwünschte Einblicke in ihre Gärten verhindern wollen, hatten gefordert, im Bebauungsplan festzuschreiben, dass Dachterrassen in einem Abstand von 13 Metern nicht zulässig sind. Ihnen hielt Reimann entgegen, dass man den Nachbarn mit der Reduzierung der maximalen Gebäudehöhe von zwölf auf acht Meter schon sehr entgegengekommen sei.

Auf Nachfrage von CDU-Fraktionschef Werner Schwentker und seines SPD-Kollege Thomas Giebel erklärte der Planer, dass bei der Gebäudehöhe von acht Metern ein Staffelgeschoss wie ursprünglich mal angedacht ausgeschlossen sei. Nicht ausgeschlossen sei, dass sich jemand eine Dachterrasse anlege, obwohl dies in den Plänen nicht vorgesehen ist. „Ich sehe keine zusätzliche Beeinträchtigung“, betonte Reimann und verwies darauf, dass es die gleichen theoretischen Einblickmöglichkeiten auch aus den Dachgeschossen der bestehenden Nachbarhäuser gebe.

Nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung, in der ein Nachbar vom Lilienweg seine Bedenken noch einmal vortragen konnte, beschloss der BPA die modifizierte Fassung des Bebauungsplans einstimmig.

Zuvor war über die geplante Umstellung der gemeindeeigenen Gebäude auf ein einheitliches Schließsystem diskutiert worden. Hintergrund ist, dass jetzt kurz vor der Fertigstellung der Feuerwache in Wersen die beschränkte Ausschreibung einer Schließanlage für die Feuerwehrgerätehäuser der Gemeinde ansteht. Die Beschlussvorlage sah vor, die Verwaltung mit der Erstellung eines Plans samt Kostenberechnung zur Umstellung auf ein einheitliches mechatronisches Schließsystem innerhalb der nächsten sieben Jahre zu beauftragen und eine solche Anlage mit entsprechender Software zur Programmierung und Verwaltung der Schlüssel samt Wartungsvertrag für die beiden Feuerwehrhäuser auszuschreiben.Mechatronische Anlage

Jürgen Oudemaart und Dieter Üffing vom Büro Ostendorf & Partner hatten Tabellen mit Vor- und Nachteilen und Kostenschätzungen verschiedener Schließsysteme mitgebracht und erläuterten die Technik. Es gebe im Prinzip drei Systeme: mechanische, mechatronische und elektronische Schließanlagen. Die vollelektronische sei die teuerste Variante, die mechatronische ein „Mittelding“ zwischen komplett digitaler und mechanischer Schließanlage.

Ihr Vorschlag sah elektronische Schließzylinder für die Außentüren und mechanische für die Innentüren vor, wobei es aber nur einen „Schlüssel“ in Form eines Transponders für alle Türen gebe. Die entsprechende Software müsse nur einmal für alle Standorte installiert werden: „Die Zylinder funktionieren stromlos“, begegnete Üffing Befürchtungen, dass bei Stromausfall nichts mehr geht.

Nicht nur die Investitions-, sondern auch die längerfristigen Folgekosten seien noch zu klären, ebenso Fragen der Zutrittskontrolle und des Datenschutzes, so der Tenor der Diskussion im Ausschuss. Da beide Systeme – vollelektronisch und mechatronisch – nach Aussage der beiden Fachleute mischbar sind, beschoss man einstimmig, zunächst die Feuerwehr mit einer vollelektronischen Anlage auszustatten und über das System für die anderen Gebäude später zu entscheiden.

Gegen die Stimmen der Grünen, die im Außenbereich nur Bestandsschutz gutheißen, wurde die Außenbereichssatzung für den Bereich „Zum Roten Berg“ in Wersen beschlossen. Sie soll die Bebauung zweier Grundstücke ermöglichen. Während die Mehrheit dies als Lückenschluss zu den fünf vorhandenen Gebäuden sieht, lehnen die Grünen das nach wie vor als Zersiedelung der Landschaft ab.

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