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Voltigieren als Ferienspaß

Akrobatik auf dem Rücken von Smarty

Metelen

Auf dem Rücken der Pferde liegt für Viele das Glück dieser Erde. Auf dem Rücken der Vierbeiner oben zu bleiben ist für die 18 Teilnehmer der Voltigier-Schnupperwoche auf dem Hof Herdering da zunächst die größte Herausforderung. Trockenübungen mit dem Holzpferd und der spielerische Zugang zu dem akrobatischen Sport, der durch Aktive des Volti-Vereins vermittelt werden, führen zu Erfolgserlebnissen.

Dieter Huge sive Huwe

Die richtige Körperspannung aufzubauen, ist das A und O beim Voltigieren. Diese beiden Mädchen beherrschen es schon sehr gut, unterstützt von ihren beiden Trainerinnen. Auf dem Rücken eines Pferdes sind solche akrobatischen Übungen natürlich noch eine ganz andere Hausnummer – aber dafür trainierten die Ferienspaß-Teilnehmerinnen ja auch vier Tage lang. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Der Klecks auf der Nase verrät es: Der kleine Junge gehört in die blaue Gruppe. Sechs Kinder lernen darin in dieser Woche gemeinsam die Grundlagen einer Sportart, die auch erfahrenen Profireitern gehörigen Respekt abnötigt: Turnen auf dem Pferd – und das auch dann, während dieses geduldig an der Longierleine seine Kreise durch die Reithalle zieht. Voltigieren ist ein Sport, der alle Sinne fordert, Körperkoordination verlangt und der – neben dem notwendigen Grundvertrauen in das Sportgerät Pferd – viel Übung benötigt.

Den Anfang macht das Sextett mit den blauen Nasenspitzen auf dem Holzpferd, das in der Reithalle auf dem Hof Herdering in Samberg steht. Richtig hoch ist das lederbezogene Übungsgerät, hat einen Voltigiergurt mit Handgriffen – genauso einen, wie ihn später Smarty und Carlotta – für die größeren Kinder – tragen.

Doch bevor die beiden Pferde aus dem Stallgebäude in die Halle gebracht werden, lernen die Steppkes zunächst einmal, worauf es beim Voltigieren vor allem ankommt. „Körperspannung“, verrät Eva Bußmann, eine der Trainerinnen, die gemeinsam mit einem halben Dutzend weiterer Sportlerinnen vom Voltigierverein Metelen die Ferienspaß-Aktion begleitet.

Die Relation Trainer-Schüler ist ideal, gerade auch deshalb, weil die 18 Kinder auf drei Gruppen aufgeteilt werden mussten – eine Folge der Anordnungen zur Corona-Vorbeugung. Freude an der Bewegung steht immer im Vordergrund. Spielerisch wird etwa mit Trampolin und einer dicken Matte die Scheu vor der Höhe genommen. Die 16 Mädchen und zwei Jungen lernen den sicheren Stand.

„Wir machen das ja jetzt schon seit mehr als zehn Jahren“, blicken Eva Bußmann und die anderen Trainerinnen auf viel Erfahrung zurück. Und die geben sie weiter, machen den Kindern Mut, sich auszuprobieren, geben Hilfestellung und bauen immer wieder Bewegungsspielchen ein.

Der Reiterhof Herdering ist dafür die perfekte Umgebung. Hier ist viel Raum, damit sich die Kinder austoben können. Einige von ihnen sind nicht zum ersten Mal hier, das erkennt auch der Laie, als zwei der Mädchen Hebefiguren zeigen – das sieht schon richtig gut aus.

Doch Meister fallen bekanntlich nicht vom Himmel und, wenn sie richtig vorbereitet sind, auch nicht in den weichen Sand der Reithalle. Mit Anlauf und unterstützt von einer der Trainerinnen wagen sich die jungen Teilnehmer – einige sind erst vier Jahre alt – auf den Rücken von Smarty, dem coolen Voltipferd.

Freihändig auf dem Pferd sitzen – das ist wie das erste Loslassen des Lenkers beim Fahrrad. Nur dass Letzteres gehörig schief laufen kann.

Hier in der Halle werden die Mädchen und Jungen schnell mutiger, knien auf dem Pferd und strecken sich sogar zu einem Liegestütz auf dem Rücken von Smarty. Stolz sind sie, als sie absteigen – und einige wollen sogar weitermachen.

„Wir haben etliche alte Hasen in unseren Reihen, die hier im Ferienspaß einmal angefangen haben“, erklärt Trainerin Bußmann. Jetzt ist Zeit für einen Wechsel, denn die Kinder mit den grünen Nasen sind als nächste an der Reihe. Smarty wartet schon und setzt sich langsam wieder in Bewegung.

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