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Segnung gleichgeschlechtlicher Paare: Entrüstung über die Anweisung aus Rom

An den Lebensrealitäten orientieren

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„Klares Ja zum Segen“ überschreiben Laien und hauptamtliche Kirchenvertreter der Gemeinde eine Stellungnahme zur Debatte um den Segen für gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche. Die Mitglieder des Pfarreirates und des Kirchenvorstands der katholischen Kirchengemeinde plädieren, ebenso wie Pfarrer Thomas Stapper und Pastoralreferentin Ruth Bentler, dafür, sich an den Lebensrealitäten zu orientieren.

Von Irmgard Tappeund

Ruth Bentler, Rabea Tietmeyer, Elisabeth Hillmann-Zutelgte, Elke Meiring und Heike Bomkamp Foto: Irmgard Tappe

Die vatikanische Glaubenskongregation hatte im März erklärt, dass die katholische Kirche keine Vollmacht habe, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu segnen. „Das hat auch in unserer Gemeinde heftige Diskussionen ausgelöst“, bemerkte Pastoralreferentin Ruth Bentler, als sie sich mit den Vorstandsmitgliedern des Pfarreirates in der Oase traf, um zum Thema eine Stellungnahme zu verfassen.

„In einer gemeinsamen Sitzung mit dem Kirchenvorstand haben wir bereits über dieses Thema diskutiert. Die Meinung war eindeutig. Beide Gremien sprachen sich klar gegen die Haltung der Glaubenskongregation aus“, teilte Pfarreiratsvorsitzende Elke Meiring mit. Die Entrüstung über die Anweisung aus Rom war den Vorstandsmitgliedern des Pfarreirates von Ss. Cornelius und Cyprianus deutlich anzumerken. „Die Kirche darf niemanden ausgrenzen. Es werden doch auch Gegenstände, Häuser und Tiere gesegnet. Und Menschen soll der Segen verweigert werden? Das ist nicht nachvollziehbar“, hieß es aus den Reihen der Anwesenden im Pfarrzentrum. Die Glaubenskongregation, so die Pfarreiratsmitglieder, handele mit ihrer Gesinnung gegen Gottes Willen. Die Kirche müsse jeden Menschen in seiner Lebensrealität annehmen. Niemand dürfe aufgrund seiner Lebensform diskriminiert werden.

Diese Meinung vertritt auch Pastor Thomas Stapper. „Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes. Und wenn Menschen in Liebe und Treue ein Leben gemeinsam verbringen, sehe ich keinen Grund, ihnen den kirchlichen Segen zu verweigern“, betont der Geistliche. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Vertreter der Glaubenskongregation das anders sehen. Denn auch Papst Franziskus habe geäußert, dass man allen Menschen mit Respekt begegnen solle. Stapper vermutet, das Gremium des Vatikans befürchte, dass das Sakrament der Ehe zwischen Mann und Frau ausgehöhlt werde und habe dies möglicherweise missverständlich zum Ausdruck gebracht.

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