CDU-Anregungen unter der Lupe

CO2-Reduktion:Nicht alles macht Sinn

Metelen

Mit Prüfungsaufträgen der CDU-Fraktion zur CO2-Einsparung hatte sich die Gemeindeverwaltung beschäftigt. Während die Themen Wasserstoffmobil und Mini-Blockheizkraftwerk als unwirtschaftlich klassifiziert wurden, soll im Rathaus nun konkret geprüft werden, wie die Dächer des Feuerwehrgerätehauses und der benachbarten Sporthalle für Photovoltaik genutzt werden können.

Von Dieter Huge sive Huweund

Die Möglichkeiten zur Nutzung der Dachflächen der Sporthalle und des benachbarten Gerätehauses sollen untersucht werden. . Foto: Dieter Huge sive Huwe

Gleich in drei Bereichen hatte die Unionsfraktion im Gemeinderat Anfang des Jahres Prüfaufträge an die Verwaltung gestellt. In allen Fällen ging es um Ideen, wie Metelen dazu beitragen kann, den Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) zu verringern. Marielle Gattmann hatte dazu recherchiert und präsentierte die Ergebnisse jüngst vor dem Bauausschuss.

Die Anschaffung eines mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeugs, das interessierten Bürgern im Rahmen eines Car-Sharing-Modells zugänglich gemacht werden könnte, war eine der Anregungen. Die Informationen der Klimaschutzmanagerin hingegen ernüchterten die Antragsteller. Lediglich zwei Modelle im Hochpreissegment seien aktuell am Markt, bis zur nächsten Tankstelle für Wasserstoff, die in Münster steht, sind es 42 Kilometer. Aktuell seien etwa 10 Euro für eine Fahrtstrecke an reinen Betriebskosten zu entrichten. Auch vor dem Hintergrund üppiger Fördergelder durch ein NRW-Programm sei ein derartiges Fahrzeug für Metelen wirtschaftlich kaum darstellbar. Der Ausschuss stimmte einer Alternative, nämlich der Prüfung eines Car-Sharing-Modells mit Elektro-Fahrzeugen eines externen Anbieters, zu.

Auch bei einem zweiten Vorstoß der Union, nämlich der Förderung von Mini-Blockheizkraftwerken (BHKW) etwa für Baugebiete durch die Gemeinde, gab es eine negative Analyse der Klima-Expertin in der Verwaltung. BHKW seien nicht effizient und wirtschaftlich, wenn in den Häusern ein hoher KfW-Standard vorhanden sei – und genau dahin zielten die jüngsten Vorstöße des Bauausschusses – etwa mit Blick auf das neue Gebiet Wettringener Straße.

André Kersten als Fraktionschef der Union und auch CDU-Ratsherr Reinhard Brüning machten deutlich, dass es sich bei den Anregungen vom Januar um Prüfaufträge gehandelt habe. Kersten: „Wir wollten die Themen durchleuchten lassen.“

Beim letzten Vorstoß, der Prüfung gemeindeeigener Dachflächen für Photovoltaik-Nutzung rannte die Union offene Türen ein. Beim Abwasserwerk laufe derzeit dazu ein Planung, erklärte Marielle Gattmann. 137 Quadratmeter Fläche könnten gänzlich für den Eigenverbrauch des Klärwerks genutzt werden.

Während die Flächen auf dem Rathaus, dem Bürgerhaus und der Grundschule langfristig für die solare Nutzung verpachtet seien, seien die Dächer der Sporthalle und des Feuerwehrgerätehauses gut geeignet. Auch hier könne der produzierte Strom – teils mit Speicher – gänzlich im Eigenverbrauch genutzt werden.

Für diese Gebäude wird die Gemeinde beauftragt, eine Detailprüfung durchzuführen und Angebote einzuholen. Das beschloss der Bauausschuss. Das letzte Wort dazu hat der Rat, der am 28. Juni (Montag) tagt.

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