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Blick in die Chronik der St.-Vitus-Schule: „Ein Freudentag für Metelen“

Metelen

Im Frühjahr vor 70 Jahren feierte der ganze Ort die Einweihung der neu gebauten St.-Vitus-Schule. Erinnerungen daran werden beim Blick in die Schulchronik wach. Gemeindearchivarin Sabine Jarnot hat anlässlich des Tags der Archive am Wochenende Beispiele aus dem Schulalltag ausgewählt, die liebevoll in der Chronik festgehalten worden waren. In diesen Tagen wird das Hauptgebäude abgerissen.

Von Sabine Jarnot

Die St.-Vitus-Schule führte eine umfangreiche Chronik, in der das Schulleben festgehalten wurde. Sie befindet sich heute im Gemeindearchiv. Das Foto zeigt die Schule in den 1960er Jahren. 70 Jahre nach ihrer Einweihung im Frühjahr 1952 wird das Hauptgebäude der Schule in diesen Tagen abgerissen.Die Chronik ist äußerst liebevoll gestaltet. Ausflüge sind darin festgehalten (oben) oder auch der Telefonanschluss für die Schule, der im Juni 1962 gelegt wurde.Ein Schmuckblatt ziert die Chronik, in die auch ein Foto von Bürgermeister Josef Iking bei der Einweihungsfeier eingeklebt wurde. Ebenfalls festgehalten: die Pflanzung von 300 Birken am Sportplatz. Foto: Gemeindearchiv MetelenGemeindearchiv Metelen

Der „Tag der Archive“ 2022 am 5./6. März steht unter dem Motto „Fakten, Geschichten, Kurioses“. Aus aktuellem Anlass hat Metelens Gemeindearchivarin Sabine Jarnot für die Westfälischen Nachrichten die Chronik der St.-Vitus-Schule in den Blick genommen:

Im Jahr 1908 wurde das erste Schulgebäude der katholischen Grundschule an der heutigen Ochtruper Straße bezogen. Es handelte sich um einen einstöckigen Bau mit anschließender Lehrerwohnung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude um ein Stockwerk erhöht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg plante man einen Neubau der Schule. Die Schülerzahl war auf über 700 angestiegen durch den Zuzug Vertriebener, die überdies eine evangelische Gemeinde bildeten. 1947 erfolgte die Abtrennung in einen eigenen Klassenraum und der Umzug in die Kirchstraße. Im Herbst 1949 war dann der erste Spatenstich für die neue katholische Grundschule. Richtfest wurde am 8. November 1950 gefeiert, die Einweihung fand am 28. April 1952 statt.

Die Feier begann mit einem Hochamt in der Pfarrkirche. Anschließend begab sich die Festgesellschaft zum neuen Schulgebäude. Landrat Fritz Krabbe, Schulrat Karl Kickuth, Amtsrentmeister Bernhard Tietmeyer, Amtsdirektor Beinke, Rektor Bernhard Hegemann und Bürgermeister Josef Iking sprachen ihre Grußworte. Der Landrat überbrachte seinen Redebeitrag in plattdeutscher Sprache und ging dabei auf die Bienenkorbmotive in den Fenstern der Schule ein: „So es de Imm flietig ist, so flietig süllt auck de Blagen sein, de düsse School besökt. Doch dat nich alleen, se süllt auck Gemeinschaftsgeist üben.“

Bürgermeister Iking betonte, dass man im Rat häufig über den Neubau der Schule, deren Bauzeit zwei Jahre dauerte, diskutiert habe. Nun sei die Freude doppelt groß, dass nun in den neuen Räumen unterrichtet werden könne. Dechant Fränkert segnete die Schule, zu deren Patron der heilige Vitus bestimmt war, ein. Die Münstersche Zeitung schrieb von einem „Freudentag für Metelen“.

In der Schulchronik wird weiterhin berichtet, dass in der ersten Maihälfte die letzten Einrichtungsgegenstände in der neuen Schule angekommen seien, worauf am 10. Mai der Unterricht begann. Als angenehm wurden die Heizungsanlage und die regelmäßige Nutzung der Badeeinrichtung empfunden. Insgesamt hatte der Neubau 250.000 DM gekostet.

Schon sechs Jahre später wurde ein Erweiterungsbau beschlossen. Am 21. August 1958 konnte dort Richtfest gefeiert werden. Ein Jahr zuvor war Rektor Bernhard Hegemann zum 1. April in den Ruhestand getreten. Am 19. Mai wurde Hans Hampe als dessen Nachfolger eingeführt.

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