1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Metelen
  6. >
  7. Ein ganz neues Berufsfeld entdeckt

  8. >

Luna Bartoschak ist die aktuelle Bufdi im Offenen Ganztag der Grundschule

Ein ganz neues Berufsfeld entdeckt

Metelen

Das Jahr, in dem sie Bundesfreiwilligendienst im Offenen Ganztag an der St.-Vitus-Grundschule leistet, hat Luna Bartoschak gänzlich neue Erkenntnisse gebracht. Vor allem mit Blick auf die Wahl des Studiums orientiert sie sich jetzt um. Aber auch persönliche Fähigkeit und Interessen, die bislang schlummerten, entdeckte die junge Frau für sich. Der jfd, der die OGS betreibt, sucht jetzt Bufdi-Nachfolger.

Von Dieter Huge sive Huwe

Neben der Begleitung der Mädchen und Jungen während des Unterrichts unterstützt Luna Bartoschak die Kinder bei den Hausaufgaben. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Nach dem Abitur Design studieren, das war das Ziel von Luna Bartoschak. Den Studienplatz hatte sie schon fest im Auge, doch dann klappte nicht auf Anhieb mit dem gleitenden Übergang von der Penne auf die Alma Mater. Also schaute sie sich um, wie sie die Wartezeit sinnvoll nutzen konnte – und wurde Bufdi an der OGS der örtlichen Grundschule.

Bufdi: Diese gängige Abkürzung steht für Bundesfreiwilligendienstleistende – ein Wortungetüm, welches das in der Regel ein Jahr lang währende Engagement junger Leute in öffentlichen Einrichtungen beschreibt. So lange verpflichtete sich auch die 19-Jährige, im Offenen Ganztag der St.-Vitus-Grundschule mitzuarbeiten.

„Ich wollte meine Zeit sinnvoll nutzen. Der soziale Bereich interessierte mich ebenfalls“, beschreibt sie ihre Motivation, sich beim Jugend- und Familiendienst (jfd), der die OGS betreibt, zu bewerben. Offiziell seit dem 1. September des Vorjahres als Bufdi beschäftigt, hatte sich Luna Bartoschak schon während der Sommerferien als Übungsleiterin eingebracht: „Ich wollte die Strukturen hier kennenlernen.“

Neugierig war sie auf die Schule, denn den alten Standort hatte sie noch selber kennengelernt: „Das hat es nochmals etwas schmackhafter für mich gemacht.“ Und dann war da noch ihre Cousine, die ebenfalls freiwillig an einer Grundschule gearbeitet hatte. „Sie hat erzählt, wie sie persönlich in dem Jahr an sich gewachsen sei.“

Eine Erfahrung, die Luna Bartoschak nach acht Monaten als Bufdi in der OGS teilt: „Ich habe gemerkt, dass ich mittlerweile ganz anders an Situationen herangehe. Ich habe eine Geduld für Kinder gefunden, von der ich bis dahin gar nicht wusste, dass ich sie habe. Das war schön für mich.“

38,5 Stunden in der Woche, Arbeitsbeginn um 7.45 Uhr – eine Tätigkeit als Bufdi ist zugleich auch ein Einblick ins ganz normale Berufsleben. „Ich habe einen eigenen Stundenplan“, beschreibt die 19-Jährige die vier Stunden, in denen sie morgens regelmäßig in den unterschiedlichen Grundschulklassen mitarbeitet. „Ich bin da unterstützende Hand der Lehrer“, bringt Luna Bartoschak ihre Aufgaben auf den Punkt. Sie hilft Kindern, beantwortet deren Fragen – und durfte im zweiten Halbjahr sogar selber den Unterricht ein wenig anleiten.

„Das war sehr spannend“, erinnert sich die Metelenerin an die ersten Erfahrungen vor der Klasse. Mathematik ist ihr Lieblingsfach und genau dort hat sie sehr positive Erfahrungen gemacht: „Wenn du im Unterricht merkst, wie bei den Kindern der Groschen fällt: Das ist ein tolles Gefühl.“

Nach einer Pause beginnt der zweite Teil des Bufdi-Tages: Hausaufgabenbetreuung, gemeinsames Essen in der Mensa und am Nachmittag die Begleitung der Kinder in den Arbeitsgemeinschaften und Projekten des Offenen Ganztags. Die Sport-AG etwa betreute sie lange Zeit verantwortlich.

Die Bufdis gehören fest zum OGS-Team, bekräftigt Saskia Brink vom jfd: „Auf jeden Fall. Eigentlich brauchen wir sogar drei von ihnen als Unterstützung.“ Aktuell ist Luna Bartoschak die einzige Dienstleistende im Team – bis Ende August, dann endet das Bufdi-Jahr.

Und dann startet das Design-Studium? „Nein, das nicht mehr“, lacht die junge Frau. „Durch den freiwilligen Dienst habe ich soziale Arbeit immer interessanter gefunden. Da ist bei mir ein Umdenken passiert.“

Das freiwillige Jahr sei für ihre Berufsfindung eine ganz wichtiges Jahr gewesen – und es laufe ja immer noch. Luna Barto­schak: „Der Dienst hat mir den letzten Schubser für meine Berufswahl gegeben.“

Startseite
ANZEIGE