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Neustart noch im Frühjahr

Feinschliff im Traditionsgasthaus: Gaststätte Kock wird vor ihrer Wiedereröffnung grundlegend saniert

Metelen

Er hat fünf Jahre lang über dem Schankraum gewohnt, dort schon als Kellner ausgeholfen, ist mit dem Vorbesitzer gut befreundet und schickt sich an, ein neues Zeichen in der Gastronomieszene des Ortes zu setzen: Edin Taljevic saniert derzeit das Traditionsgasthaus Kock von Grund auf. Der Serbe hat sich zum Ziel gesetzt, viel Licht ins Gebäude zu bringen und will das Lokal noch im Frühjahr wiedereröffnen.

Von Dieter Huge sive Huwe

Schon die Baustelle ist vielversprechend: Viel Licht wird in den Saal kommen dank freundlicher Farbgestaltung, einer neu strukturierten Decke und einem hellen Natursteinfußboden.Investor Edin Taljevic legt selber beim Umbau des Gasthauses Hand an. Trockenbau-Elemente verleihen den Räumen einen gänzlich neuen Charakter. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Staub liegt in der Luft, feines Schleifmehl in den Gängen. Das alte Gasthaus Kock ist aktuell eine Baustelle. Mittendrin: Edin Taljevic. Der Serbe hat das Lokal vor einem Jahr von Alfred Kock gekauft und will es im Frühjahr wieder eröffnen – im neuen, frischen Look und mit ganz vielen Plänen für die Zukunft.

Taljevic stellt den Werkstattsauger ab, legt den Trockenbauschleifer beiseite, nimmt die Schutzbrille ab und empfängt den Besucher auf der Baustelle mit herzlicher Offenheit. Der erste Eindruck des Handwerkers auf dem Gerüst wird im Laufe des Gesprächs verfestigt: Hier ist ein Macher bei der Arbeit, der jede Menge kreative Ideen umsetzen will.

„Wir bauen hier bereits seit einem halben Jahr um. Das Grobe ist aber geschafft“, erklärt er beim Gang hinüber in den Saal. Dieser ist kaum wiederzuerkennen. Die drückende Holzverkleidung der Decke wurde entfernt. Trockenbauelemente nehmen zwar dessen alte Struktur auf, werden aber mit moderner Lichtgestaltung und in Verbindung mit hellen, großformatigen Bodenfliesen einen ganz anderen Raumeindruck vermitteln. Wer den alten Saal kennt, der spürt förmlich, wie der große Raum aufatmet, deutlich großzügiger daherkommt. Helle Farben, die teils den Creme-Ton der Fliesen aufgreifen, sollen den festlichen Charakter des Saal unterstreichen.

Edin Taljevic ist der alte Zustand des Hauses wohlvertraut. Er hat fünf Jahre lang zur Miete im Obergeschoss gewohnt, als er bei HJ-Bau in Metelen seine Ausbildung machte. Nebenbei kellnerte er im Gasthaus, ist mit dem Vorbesitzer Alfred Kock befreundet und kennt die Struktur des Ortes.

Und hier will er einen neuen Akzent setzen. „Wir werden sowohl deutsche Küche als auch Spezialitäten vom Balkan, aus meiner Heimat, anbieten“, erläutert der Serbe, der fachkundiges Personal anstellen will. Er selber wird als Geschäftsführer fungieren, mehr erlaubt ihm sein Unternehmen nicht. Taljevic führt nämlich in Burgsteinfurt ein Tiefbauunternehmen, in dem er nach eigenen Angaben rund 60 Mitarbeiter beschäftigt.

Doch das alte Gasthaus liegt ihm am Herzen, daher sein Engagement, auch finanziell. „Wir haben sehr viel selber gemacht. Ohne das hätten wir hier sicherlich eine halbe Million Euro investieren müssen.“ Taljevic ist Handwerker, und so war es ihm wichtig, die Sanierung von Grund auf durchzuführen. Hinter den alten Holzverkleidungen warteten denn auch einige Überraschungen auf die Arbeiter.

Doch der Serbe ließ sich davon nicht schrecken. Die Installationen wurden komplett erneuert. Auch die Toilettenräume sind jetzt mit strukturierten Marmor verkleidet und nicht wiederzuerkennen.

Anders der vordere Thekenraum gleich rechts vom Eingang: Der neue Eigentümer fand hier einen Weg, um einerseits den Auflagen des Denkmalschutzes zu genügen, aber zugleich sein Konzept, dem ganzen Gebäude einen freundlichen Charakter zu verleihen, treu zu bleiben.

So blieb die Theke in ihren Grundzügen erhalten. Stammgäste von früher werden die halbrunde Nische ebenso wiederfinden wie die angebaute Sitzecke.

Doch die Wände und die Decke wurden gänzlich erneuert, ebenso wie im Zwischentrakt, der die Gaststube und den Saal verbindet. Den markanten Lichtschacht wird es auch weiterhin geben, die Durchgangssituation wird aber durch ein indirektes Lichtkonzept aufgefangen.

Es sind pfiffige Lösungen, die Taljevic und seine Baustellen-Mitarbeiter im vergangenen halben Jahr umgesetzt haben. Dass er im Frühjahr, wenn die belastenden Auflagen der Corona-Pandemie ein Ende haben werden, aufmachen wird, freut den Investor, der schon weiter denkt – an den Außenbereich des Gasthauses. Auch dort hat er einiges vor.

Nicht verändert wird übrigens die denkmalgeschützte Fassade. Hier ist nur ein frischer Anstrich geplant – praktisch als I-Tüpfelchen der Sanierung, bevor das Gasthaus Kock am Sendplatz wieder seine Türen aufmachen wird.

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