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Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Gemeinde setzt auf Lockfallen

Metelen

Etwa 50 Fallen mit Lockstoffen haben Mitarbeiter des Gemeindebauhofs an Bäumen angebracht, in deren Kronen während der vergangenen Sommer die Raupen des Eichenprozessionsspinners festgestellt worden waren. Die ringförmigen Fallen werden um den Stamm herum befestigt und sollen so mithelfen, die Plage zu reduzieren. Die Raupen können mit ihren Brennhaaren allergische Reaktionen hervorrufen.

Dieter Huge sive Huwe

Thomas Nienhaus (r.) und sein Kollege Dirk Bröker vom Bauhof bringen an einem Baum an der Leerer Straße eine Falle an, in der die Raupen der Eichenprozessionsspinner landen sollen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Gegenüber der aktuellen Corona-Pandemie ist er ein vergleichsweise sehr kleines Übel, und doch bestimmte er die Schlagzeilen der beiden vergangenen Sommer: der Eichenprozessionsspinner. Die Raupen dieses Nachtfalters besitzen Brennhärchen, die bei Kontakt mit der Haut zu allergischen Reaktionen führen können.

Thomas Nienhaus kann ein Lied davon singen. Als Mitarbeiter des Bauhofs war er im vergangenen Sommer damit beschäftigt, die Raupen von befallenen Bäumen zu saugen. Und bekam dabei trotz der Sicherheitsausrüstung auch in Kontakt mit den Brennhaaren. „Das juckt ganz schön und hält lange an. Das ist nicht in ein paar Stunden vorbei sondern dauert gut zwei Wochen.“

Zwar werden wohl auch in diesem Sommer die Raupen nicht überall von den Bäumen verschwinden, aber die Gemeinde hofft, dass sie die Plage durch das gezielte Anbringen von Insektenfallen reduzieren kann. „Wir haben gut 50 Fallen für etwa 3000 Euro gekauft und an Bäumen, die in den vergangenen Jahren betroffen waren, angebracht, erläuterte Ordnungsamtsleiterin Simone Frahling bei einem Pressetermin an der Leerer Straße.

Tierische Mithelfer zur Bekämpfung der Plage

Dort hatten Thomas Nienhaus und sein Kollege Dirk Bröker eine Falle rings um den Stamm einer Eiche angebracht. Ein Schlauch, der mit einer flexiblen Masse zur Rinde hin abgedichtet ist, mündet in einen Fangsack, der mit einem Lockstoff bestückt ist. Ein weißer, glatter Ring verhindert, dass die Raupen die Falle überklettern.

„Die Raupen kriechen im Morgengrauen aus der Krone des Baumes hinunter“, weiß Nienhaus, der sich im Rahmen einer Schulung eingehend mit den Insekten beschäftigt hat. Die Aktion will sich genau dieses Verhalten der Raupen zunutze machen und sie in die Falle locken. Der schwarze Fangsack ist überdies nach Süden ausgerichtet, damit sich die Folie und die gefangenen Raupen im Innern erhitzen. „Das macht das gefährliche Eiweiß in den Haaren unschädlich“, weiß Experte Nienhaus.

Die Gemeinde setzt bei der Bekämpfung der Plage überdies auf tierische Mithelfer. Meisenkästen, die gezielt angebracht wurden, sollen helfen, die Raupen auf ganz natürliche Art zu dezimieren.

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