Fettmarkt
Jetzt wird die Sau geschlacht
Metelen
Die Organisatoren des Fettmarktes sind sich einig: Trotz Protesten einer Tierschützerin wird es auch künftig das Schweineschätzen während des Marktes geben – mit letalem Ausgang für das Borstenvieh.
Schwein oder nicht Schwein – das war bei der Vorbesprechung zum Fettmarkt die große Frage. Anlass für die rege Diskussion, die bei den Versammelten unter dem Vorsitz von Antje Schmies-Hoffmann weniger kontrovers geführt als vielmehr vom Konsens getragen wurde, war ein Brief, den eine Vertreterin der „Tierschutzpartei“ an die Verwaltung geschickt hatte.
Darin wird die Zurschaustellung des lebenden und wenige Tage später zerlegten Fettmarktschweins aufs Schärfste kritisiert. Die Verfasserin ist über diesen Zustand „entsetzt“. Sie fragt unter anderem, ob es ethisch vertretbar sei, an dieser Tradition festzuhalten, und appelliert an die „Verantwortlichkeit für das Wohl unserer Mitgeschöpfe“. Ihre abschließende Empfehlung: „Lassen Sie die Leute doch einen Kürbis schätzen.“
Alle Wortmeldungen, die am Donnerstag in der Gaststätte Pieper auf das von Schmies-Hoffmann verlesene Schreiben folgten – und das waren nicht wenige –, tendierten klar in eine Richtung: Ein Schwein soll bleiben. „Was ist denn mit Düstermühle, da stehen im Hochsommer manche Tiere dicht gedrängt in ihren Käfigen?“, hieß es zum Beispiel aus der Runde. Oder: „Das Schwein kann seinem Schicksal sowieso nicht entkommen. Und viele Leute, die sich über solche Sachen aufregen, kaufen im Supermarkt das billigste Fleisch.“
Rein rechtlich habe die Frau keine Handhabe, hatte sich Schmies-Hoffmann bereits informiert. Es sei allerdings erforderlich, so sagte sie an die Adresse der Werbegemeinschaft, die das Schweineschätzen durchführt, beim Kreisveterinäramt einen entsprechenden Antrag zu stellen, in dem auch die Bedingungen aufzuführen seien, unter denen das Schwein auf dem Fettmarkt gehalten werde.
Abgesehen von dieser Diskussion widmete sich der Kreis den Vorbereitungen für das Fest am 21. und 22. Oktober (Samstag und Sonntag). Schmies-Hoffmann kann auf die Beteiligung vieler örtlicher Vereine und Verbände zählen, die das Angebot der insgesamt erwarteten rund 100 Aussteller wiederum bunt ergänzen. Neue Highlights kommen hinzu, so beispielsweise der „Looping-Louie“, ein Spiel, das der Allgemeine Bürgerschützenverein beitragen will. „Das macht sehr viel Spaß“, kündigte der Vorsitzende Uwe Krude an.
Die Mehrheit der Versammelten sprach sich für eine Wiederholung der Feuershow am Samstagabend aus, außerdem hat Schmies-Hoffmann bereits „das kleinste Marionettentheater der Welt“ verpflichtet. Auch der Ochtruper Wirt Köllmann wird wieder ein Zelt auf den Marktplatz stellen, in dem abends gefeiert wird.
