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Familie Zutelgte nahm vor Schuhhaus-Umbau Beratungsangebote wahr

Musterbeispiel für neue Nutzung

Metelen

Beim Umbau ihres ehemaligen Schuhgeschäfts zu einem kombinierten Wohn- und Praxisgebäude nutzten die Eheleute Hillmann-Zutelgte die Expertise von Energieexperten, die Beratung im Rahmen des Quartiermanagements für den Ortskern anbieten. Das Ergebnis, nämlich die energetisch optimierten Räume für die Fußpflegepraxis und eine Wohnung, sind ein „Best-Practice-Beispiel“ für eine derartige Maßnahme.

Von Dieter Huge sive Huweund

Sie stellten den Umbau des ehemaligen Schuhhauses vor (v.l.): Klimaschutzmanagerin Marielle Gattmann, Architekt und Sachverständiger Hans-Jürgen Janning, Projektkoordinator Franz Wennemann, Metelens Bürgermeister Gregor Krabbe sowie Elisabeth Hillmann-Zutelgte betreibt in einem Teil des früheren Ladenlokals jetzt eine Praxis für Fußpflege. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Viele ihrer Kundinnen und Kunden erinnern sich noch gut an die Zeit vor dem Umbau. „Da hinten standen doch die Damenschuhe“, sagte die Eine, „Herrenschuhe waren glaube ich hier“, der Andere. Elisabeth Hillmann-Zutelgte muss dann immer unweigerlich schmunzeln. Mehr als 90 Jahre lang wurden in den Räumen am Neutor Schuhe verkauft – ein feste Adresse für Kundschaft aus Metelen und den Orten der Umgebung. Nach dem Umbau ist von dem Ladenlokal nichts mehr zu sehen.

Die Schaufenster sind verschwunden. Entstanden sind Räume für die Fußpflegepraxis von Elisabeth Hillmann-Zutelgte, dazu eine Wohnung, ebenfalls im Erdgeschoss. „Wir hatten richtig Glück, dass unserer Maurer einen Verblender gefunden hat, der wunderbar harmonierte“, freut sie sich. Optisch gelungen ist der Umbau, doch die wahren Werte verstecken sich hinter der neuen Fassade.

„Uns war es wichtig, dass wir energiesparend umbauen“, berichtet Wolfgang Zutelgte. Bereits vor vielen Jahren hatten die Eheleute in ihrem Wohnhaus gleich nebenan dafür den Grundstein gelegt, mit einer Wärmepumpe. „Die war eigentlich nie so richtig ausgelastet“,sot Zutelgte. Doch das sollte sich nach dem Umbau ändern.

Die Eheleute holten sich fachkundigen Rat und nutzten ein Programm des Vereins Energieland 2020, das auch für den Ortskern von Metelen Sanierungsmanagement und Energieberatung anbietet – in der Erstberatung kostenfrei. Marielle Gattmann, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde, freute sich über das Musterbeispiel für die Neunutzung eines leerstehenden Ladenlokals unter energiesparenden Vorzeichen. Franz Wennemann, Projektkoordinator bei Energieland 2020 fand die Bezeichnung „Best practice“ passend.

Im Rahmen des Quartierkonzeptes für den Ort nahmen die Eheleute nicht nur an Informationsveranstaltungen teil, sondern holten sich auch Expertenmeinung ins Haus. „Wir haben ein Grundsatzgespräch geführt darüber, was möglich ist“, berichtet Wolfgang Zutelgte. Franz Wennemann erläutert, dass im Rahmen der Erstberatung nicht nur der Status Quo des Objekts in Augenschein genommen, sondern auch aufgezeigt wird, was alles möglich ist. „Dabei spielen natürlich auch wirtschaftliche Betrachtungen eine Rolle“, macht er deutlich, dass kein energetisches Wolkenkuckucksheim das Ziel sei.

Im Falle der Zutelgtes war die bereits vorhandene Wärmepumpe das Kernelement der energetischen Sanierung plus Umbau. Diese wurde dank der Fußbodenheizung in den Praxisräumen und der neuen Wohnung erstmals richtig ausgelastet.

Mit Hans-Jürgen Janning holten sich die Metelener einen Sachverständigen ins Haus, der den Ist-Zustand, das angedachte Nutzungskonzept und die Vorgaben für Fördergelder im Blick hatte. Denn wer ein solches Projekt angeht und die Rahmenbedingungen beachtet, kann die Kosten für die Finanzierung dank Fördermitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) überschaubar gestalten. „Hier hatten wir einen Spezialfall, da der gewerbliche Bereich, nämlich die Praxisräume auf der einen und die Wohnung auf der anderen Seite, aus unterschiedlichen Programmen gefördert werden.“

Die Zutelgtes sind mit dem Ergebnis des Umbaus sehr zufrieden – und die Resonanz der Kundschaft zeige, dass sie damit nicht alleine stehen, blickt sich Elisabeth Hillmann-Zutelgte im Empfang der Praxisräume um.

Bürgermeister Gregor Krabbe äußerte die Hoffnung, dass auch andere Metelener die Möglichkeiten des Quartiermanagement nutzen, um über eine Neunutzung von nicht mehr genutzten Ladenflächen nachzudenken.

Kontakt: Klimaschutzmanagerin Marielle Gattmann (Telefon 0 25 56/89 16), Energieland 2050-Projektleiter Franz Wennemann (Telefon 0 25 74/15 50).

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