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Fanclub „Königsblau Metelen“

Schaper gibt den Staffelstab weiter

Metelen

Schalke-Fan bleibt man wohl sein Leben lang, wenn einen der Virus gepackt hat. Und so bleibt auch Bernhard Schaper „seinem Verein“ verbunden. Doch den Vorsitz des Fan-Clubs Königsblau Metelen gibt der 56-Jährige ab. „Die Jüngeren sind an der Reihe“, sagt Schaper, der die Vereinigung über ein Jahrzehnt lang geführt und in dieser Zeit viele Höhepunkte und Tiefschläge miterlebt hat.

Von Martin Weßeling

Was für eine ABernhard Schaper an seinem Lieblingsplatz, Foto: Privat

Aufsteigen? Das kann sich Bernhard Schaper noch nicht wirklich vorstellen, wenn er an „seinen Verein“, den FC Schalke 04 denkt. Aussteigen? Das schon, zumindest was die Arbeit im Vorstand des Fan-Clubs „Königsblau Metelen“ angeht. Gestern war es soweit, im Rahmen der Generalversammlung übergab Chappi Schaper den Staffelstab an die nächste Generation. „Zehn Jahre erster Vorsitzender, das hat viel Spaß gemacht. Aber jetzt sollen mal Jüngere ran“, schmunzelt der 56-Jährige, der dem Club und natürlich auch seiner blau-weißen Liebe treu bleiben wird – aber eben nicht mehr an vorderster Front.

Am gestrigen Freitag hatten Schaper und seine Vorstandskollegen pünktlich um 20.04 Uhr zur Mitgliederversammlung eingeladen, aber so richtig in Fahrt kam die Sitzung erst etwas später, als die Partie des FC in Hannover beendet war. „Ist ja ganz klar, die Leute wollen erst das Spiel sehen“, zeigt Bernhard Schaper Verständnis für die sportlichen Interessen der Fans. Seit dem Jahr 2000 macht der Metelener beim Kultverein aus dem Ruhrgebiet mit, zuvor war er sogar mal Sympathisant der Konkurrenz aus dem Bundesland Bayern. „Aber Schalke hat mich einfach gepackt – und nicht mehr losgelassen“, zuckt der 56-Jährige Dreher mit den Schultern. Irgendwann folgte dann der Aufstieg in die Vorstandsebene der heimischen Fan-Vereinigung, seit einem Jahrzehnt steht Schaper den Königsblauen in Metelen vor.

Während all dieser Zeit hat der ehemaliger Fußballer (Matellia Metelen) viele Highlights, aber auch viele Rückschläge miterlebt. Zuletzt den bitteren Abstieg in die zweite Bundesliga. Als versöhnlich empfindet der Metelener die Tatsache, dass sich die Fußball-Stadien nach Corona langsam füllen. Und natürlich, dass der FC wieder vermehrt Siege sammelt – wenn auch nicht in der höchsten Spielklasse und schon gar nicht in der Champions-League. Deshalb meint der Fußball-Fachmann auch, der direkte Wiederaufstieg käme für den FC vielleicht zu früh, unter Umständen wäre es besser, etwas Geduld aufzubringen. „Bis wieder eine richtige Mannschaft auf dem Platz zusammengewachsen ist“, meint Schaper. „Man sollte es vielleicht lieber langsam angehen lassen.“

Erinnerungen an die Zeiten, als alles besser war rund um die blau-weißen Knappen, die gibt es reichlich. Seit über zwei Jahrzehnten hat Bernhard Schaper kaum ein Heimspiel „seines Vereins“ verpasst, kam in den Genuss einiger Champions-League-Highlights und blickt auf wilde Touren in die Bundes-Hauptstadt mit dem Gewinn der DFB-Pokals 2011 zurück. Mit 5:0 hatten sich die Schalker damals gegen den MSV Duisburg durchgesetzt, für Bernhard Schaper war dieser denkwürdige Erfolg mit zwölf Stunden Busfahrt, einer langen Wartezeit vor dem Berliner Olympia-Stadion und einem herrlichen Fußballspiel verbunden. „Das war schon toll“, lächelt Bernhard Schaper. „Ein echter Höhepunkt für einen Fan.“

Jetzt will er es etwas ruhiger angehen lassen. Die Nachfolge für den Vorsitz beim Metelener Fanclub sei geregelt (Ergebnis nach Redaktionsschluss), Schaper will sich jetzt auf den Fußball selbst konzentrieren. Ein Stammplatz in Sichtweite der berühmten Nordkurve ist dem Metelener sicher, der Dauerkarten-Besitzer wird sich die Heimspiele seiner Elf auch in Liga zwei zu Gemüte führen. Und wer weiß, vielleicht jubelt Bernhard Schaper auch bald wieder, wenn die Gegner Bayern München oder Borussia Dortmund heißen – und nicht etwa SV Darmstadt oder Hansa Rostock.

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